Das Satire-Magazin Titanic hat in aller Schärfe auf die Rüge des Deutschen Presserats reagiert und seinerseits dem Kontrollorgan eine formelle Rüge erteilt. Darin heißt es, der Presserat habe seine Verantwortung nicht wahrgenommen und die Würde der Titanic verletzt: "Wir werfen dem Presserat vor, sich auf Kosten der Tragödie Robert Enkes profilieren und seine Bekanntheit steigern zu wollen", erklärte Chefredakteur Leo Fischer.
Am Freitag hatte der Deutsche Presserat einen Comic zum Suizid des Torhüters Robert Enke beanstandet. Unter anderem war das Foto eines Lokführers unter der Überschrift: "Jetzt meldet sich der Zugführer zu Wort" gezeigt worden. Dieser wird mit den Worten "Ich habe Enke überlistet!" zitiert. Der Presserat erkannte darin "die Menschenwürde verletzende Witzeleien über den Suizid eines Menschen".
In einer Erklärung der Titanic heißt es: "Die besagten Cartoons beleidigten nicht die Person Robert Enke, sondern verunglimpften vielmehr pauschal alle Fußballer, Bahnangestellte sowie die Fans von Hannover 96." Darüber hinaus habe der Presserat den sachlichen Kern der Cartoons nicht erkannt: "die Kritik am grassierenden Leistungsdruck bei der Deutschen Bahn." Chefredakteur Fischer erklärte dazu sichtlich bewegt: "Immer schneller, immer pünktlicher sollen die Züge sein – das Innehalten, Bremsen ist in dieser hektischen Welt einfach nicht geplant."
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Nicht einmal 24 Stunden war Jörg Kachelmann wieder in Freiheit, da ging der frühere ARD-Moderator in die Offensive. Das TV-Interview, das der 52-Jährige einem freien Journalisten gegeben hatte, flimmerte zur besten Sendezeit über fast alle Kanäle. Der Fernsehmann tat das, was er ohne Frage kann: vor der Kamera überzeugend wirken. Kachelmann macht nach der Haftentlassung gut Wetter in... mehr...
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Wer geglaubt hat, dass sich die sexuellen Ausschweifung der ersten Staffel "Californication" nicht mehr steigern ließen – schon gar nicht im Free-TV – der hat sich getäuscht. Am heutigen Freitag geht bei RTLII die Hollywood-Satire in die zweite Runde und setzt noch einmal einen drauf: Es gibt noch mehr Sex in einer Serie, die ohnehin schon kaum etwas anderes thematisiert. Das macht die... mehr...
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Letzte Kommentare
10.03.10 20:43
eine leserin
ich als 96 fan finde es einfach nur blöd sich mit solchen bildern darüber lustig zu machen.
09.03.10 19:04
Auch alter Titanic Leser
Tja, manch alter Titanic Leser wird (mit der Titanic) alt und manch einer bleibt jung ;-)
Ist doch eine schöne Realsatire, äh, die Rüge des Presserates aber auch ;-)
09.03.10 15:11
Michael Schirp
Michael Fender, seit den ersten Ausgaben Titanic-Leser
Da hat offensichtlich der Praktikant die Titanic-Erklärung verfasst. Richtig muß es natürlich heissen:
Die besagten Cartoons und nochmehr der pubertäre Versuch, auf die dröge Rüge des Rates mit bemühter Komik zu antworten und dem sachlichen Kern auszuweichen, beleidigten die Intelligenz der Leser. Immer komischer, immer mehr Comedy statt Satire sollen die Ausgaben sein - einen Fehler bzw. einen satirischen Blackout zuzugeben, ist in dieser auflagegetriebenen Welt einfach nicht geplant. Eigentlich wollten wir sagen: Es tut uns leid.
09.03.10 14:19
Clemens Kießig
Vieleicht sollte Titanic in Zukunft immer kleine Erklärungen für den Presserat zu den Cartoons beifügen (übrigens, lieber Presserat, zwei der Bilder waren sogenannte "Fotomontagen". Schon gekannt?) und die sachliche Kritik erläutern. Aber möglicherweise geht auch das schon deutlich über die Grenzen von Satire hinaus ;-) Arme Titanic...
09.03.10 12:29
jemand anderes
Volker Nachname hat den Witz anscheinend gut verstanden.