Vergangene Woche hatte die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan eine Mediencharta vorgeschlagen, die Chefredakteure dazu anhalten sollte, eine "kultursensible Sprache" in ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen sowie eine "interkulturelle Öffnung zu fördern". Wie Spiegel Online berichtet, distanziert sich der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister nun von dem Papier und räumte Fehler ein.
Damit ist die Mediencharta geplatzt. Özkan hatte vergangene Woche Einladungen an niedersächsische Medienvertreter geschickt. Am 16. August wollte die Ministerin bei einem Treffen die Journalisten dazu bringen, eine von ihr formulierte Mediencharta zu unterzeichnen, was in der Branche viel Kritik nach sich zog.
McAllister sagte am Dienstag in Hannover, dass die Charta kein Gegenstand der geplanten Beratungen mit Chefredakteuren und Verlegern sei. Zudem sei Medienpolitik auch Sache der Staatskanzlei, nicht des Sozialministeriums. "Eine Regierung kann Journalisten in keinster Weise vorschreiben, wie sie zu berichten haben", wird der Ministerpräsident zitiert. Man werde alles daran tun, dass sich ein solcher Fehler nicht wiederhole.
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