Also doch: Nachdem Jerry Yang vor 14 Tagen zurückgetreten war und Großinvestor Carl Icahn in der letzten Woche sein Aktienkontingent aufgestockt hatte, scheint nun doch der große Microsoft-Deal bevorzustehen. Allerdings zu anderen Konditionen: Nicht das ganze Unternehmen will sich der Softwareriese aus Redmond einverleiben – sondern lediglich das Filetstück: Die Internetsuche. Und das für kleines Geld: Fünf Milliarden Dollar reichen zur Kontrolle.
Keine Woche vergeht ohne eine neue Wasserstandsmeldung aus Sunnyvale: Wie die britische "Sunday Times" berichtet, hat Software-Gigant Microsoft offenbar eine neue Offerte für den kriselnden Online-Pionier abgegeben. Doch die fällt nicht so aus, wie anzunehmen war: Nicht für das ganze, an der Technologiebörse Nasdaq gelistete Unternehmen will Microsoft mehr bieten, nachdem Yahoo zwei "großzügige Angebote" ausgeschlagen hat - sondern für das Filetstück der strauchelnden Dot.coms.
Und das ist bis heute die Internetsuchmaschine. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen erreicht Yahoo in diesem Jahr. Das reicht für einen Marktanteil von 10,5 Prozent – verhältnismäßig wenig gegenüber den monströsen 70 Prozent, die Dominator Google in die Waagschale werfen kann. Doch tatsächlich immer noch mehr als das Doppelte, was Microsoft mit seiner Internetsuche über MSN anbieten kann. Zusammen kämen die Google-Verfolger also immerhin auf einen Marktanteil von rund 15 Prozent.
Microsoft: Nur auf den ersten Blick fürstliches Angebot
Entsprechend groß ist das Interesse aus Redmond am Online-Pionier aus dem Silicon Valley. Doch Microsoft hat aus den beiden Absagen auf seine Übernahmepläne im Frühjahr dieses Jahres offenbar diese Konsequenzen gezogen – und nun zu den drastisch ermäßigten Aktienkursen im Zuge der Finanzmarktkrise eindeutig die Trümpfe in der Hand. 
Und die reizt das Dow Jones-Mitglied dann auch voll aus. Wie die "Sunday Times" berichtet, bietet Microsoft nämlich nicht mehr für das an der Nasdaq gelistete Internet-Unternehmen als Ganzes – sondern nur noch für die Internetsuche. Und das auch zu sehr speziellen Konditionen, die nur auf den ersten Blick nach einem fürstlichen Angebot aussehen.
5 Milliarden Dollar für die volle Kontrolle
20 Milliarden Dollar, so die Agenturmeldungen, wäre Microsoft Yahoos Filetstück wert. Das wären rund 20 Prozent mehr als das ganze Unternehmen derzeit an der Wall Street bewertet wird. Wieder also eine "generöse Offerte"? 
Nur auf den ersten Blick. Denn tatsächlich würde Microsoft zunächst nur 5 Milliarden Dollar nach Sunnyvale überweisen – und erhielte dafür für ganze zehn Jahre die Kontrolle über das Suchgeschäft. Über eine Holding würde Microsoft dann etwa 30 Prozent der Yahoo-Aktien kontrollieren – und besäße gleichzeitig eine für zwei Jahre gültige Kaufoption für das gesamte Suchgeschäft zum Gesamtpreis von 20 Milliarden Dollar.
Suchgeschäft: Kaufoption für 2 Jahre bei Microsoft
Gleichzeitig würde das neue Yahoo-Management nach dem Rücktritt von Jerry Yang Microsoft-freundlich besetzt werden – nämlich wohl mit dem ehemaligen AOL-Manager Jonathan Miller und Ross Levinsohn, der früher im Management von Fox Interactive saß.
Für Microsoft wäre der Deal der beste aller Welten: Für 5 Milliarden Dollar erhielte das noch immer höchst bewertete Technologieunternehmen der Welt faktisch Kontrolle über das Filetstück des Internetunternehmens, um das es so lange vergeblich geworben hat – zu fast einem Zehntel des ursprünglichen Kaufpreises von 47,5 Milliarden Dollar. Was für ein Unterschied ein Jahr machen kann...
Traurige Bilanz: Seit dem Einmarsch der US-Truppen im Irak im März 2003 sind 230 Medienvertreter dem bewaffneten Konflikt zum Opfer gefallen. Zu diesem Ergebnis kommt Reporter ohne Grenzen (ROG) in einer Studie zur Pressefreiheit über das vorderasiatische Land. Demzufolge hat sich nach dem Sturz Saddam Husseins die Situation für Journalisten zwar verbessert, die folgenden politischen... mehr...
Sag zum Abschied leise Servus: Via Rundmail an die Mitarbeiter ("Liebe Kolleginnen und Kollegen") verabschiedeten sich die beiden Focus-Gründungsgeschäftsführer Frank-Michael Müller und Helmut Markwort am Mittwoch aus ihrem Amt. In den Postfächern vieler Redakteure und Verlagsangestellte zappelten zu diesem Zeitpunkt bereits Newsletter mehrerer Mediendienste, die vermeldeten, dass... mehr...
Hoffentlich ist der Journalismus besser als sein Ruf: Denn wenn es nach den Ergebnissen einer aktuellen Forsa-Umfrage geht, steht es nicht sonderlich gut, um die schreibende Reporter- und Redakteurs-Zunft. Denn 62 Prozent der Bundesbürger glauben, dass Journalisten manipulativ wirken. Bei vielen anderen Indikatoren sieht es nicht besser aus: So halten 35 Prozent die Presse für unpräzise... mehr...
Als Heilsbringer der Verlagswelt wurde das Tablet angepriesen. Nach dem Verkaufsstart in Deutschland taten sich die Verlage noch recht schwer, ihre Produkte auf das iPad zu bringen. Lediglich Springer drückt ordentlich aufs Tempo und bietet mit dem Iconist sogar ein Magazin exklusiv für das Apple-Gerät an. Andere Verlage ziehen langsam nach: Die neue Holtzbrinck-App liefert seit einigen... mehr...
Der Sport-Informations-Dienst ist endlich der Provinz entkommen: Die Spezial-Agentur für Fußball, Formel Eins & Co. zog gerade von Neuss nach Köln und lud nun Promis, Medienmanager und Agenturkollegen zur Eröffnung des neuen Newsrooms ein. Geschäftsführer Michael Cremer begrüßte bei Kölsch und Mettbrötchen unter anderem Reiner Calmund oder die Speerwerferin Steffi Nerius. MEEDIA zeigt...
Neues Gesicht bei Bauer: Götz Poggensee wird zum 1. Januar 2011 die Chefredaktion von Bauers Foodzeitschrift kochen&genießen übernehmen. Der 41-Jährige folgt damit auf Klaus Heitkamp, der den Verlag laut Mitteilung aufgrund "unterschiedlicher Auffassungen über die weitere strategische Ausrichtung des Titels" verlassen wird. Poggensee ist Oecotrophologe und begann seine journalistische... mehr...
Die Debatte um Thilo Sarrazin und sein Buch “Deutschland schafft sich ab” zeigt auch ein Versagen des politischen Journalismus. Statt mit gut begründeten Beiträgen die Diskussion voranzubringen, schwimmen die meisten Leitartikler lieber im seichten Meinungs-Mainstream. Unterstützer findet Thilo Sarrazin für seine umstrittenen Thesen in eher unwahrscheinlichen und unterschiedlichen... mehr...
Der Bundesliga-Start hat den Sport-Websites einen kräftigen Besucher-Push beschert. So ist kicker online mit einem Plus von über 8 Mio. Visits bzw. fast 30% gegenüber dem Juli der größte Gewinner aller IVW-geprüften Websites und stellte fast einen neuen Rekord auf. Auch Sport1, Transfermarkt.de, Spox.com und Bundesliga.de gehören zu den Gewinnern. Deutlich verloren hat im August vor... mehr...
Die nächste Wendung in der Debatte um Thilo Sarrazin: Laut einem Bericht der Zeit hat sich der umstrittene Bundesbankvorstand für sein Buch umfassender der Ressourcen der Behörde bedient als bisher bekannt. Über einen Assistenten habe er die Bibliothek der Frankfurter Notenbank genutzt, um sich Material zu besorgen. "Außerdem ließ er durch sein Büro bei der Bundesbank Statistiken bei... mehr...
Debatte um die Privatisierung von ARD und ZDF: MEEDIA fragte wichtige deutsche Medienjournalisten nach ihrer Meinung. Ist ein Verkauf der Sender wirklich sinnvoll? "Man sollte die Wucherungen des Systems beschneiden", sagte FAZ-Autor Michael Hanfeld. "Eine nachhaltige Reform" fordert Hans-Peter Siebenhaar (Handelsblatt), und für "die Beschränkung auf Qualitätsinhalte" ist Kai-Hinrich... mehr...
Letzte Kommentare