Der Medienwandel schreitet gnadenlos voran: Das Web verknüpft längst TV, Radio, Text und Bild. Darunter leidet vor allem das traditionelle Print-Geschäft. Profiteur ist nach Meinung von Achim Beißwenger der Konsument, weil durch den Mix aus Text und Bewegtbild ein "völlig neuartiges Unterhaltungs- und Informationsangebot" entsteht. Der Münchner organisiert die Audiovisiual Media Days. Die Konferenz will den Medienwandel hin zu mehr Bewegtbild begleiten und erklären.
Warum braucht die Branche eine Konferenz wie die AMD?
Bewegtbild im Internet ist sicher seit einiger Zeit das Trend-Thema der Branche. Noch gibt es hier jedoch jede Menge Aufklärungsarbeit zu leisten. Deshalb haben wir im Jahr 2008 die Audiovisiual Media Days ins Leben gerufen. Eine echte Marktlücke, denn zum damaligen Zeitpunkt gab es nichts Vergleichbares. Heute sind wir die führende Veranstaltung zum Thema Online-Video und Web TV. Die AMD10 bringt Unternehmen und Medien thematisch zusammen – zeigt Best Practice-Beispiele und Business-Modelle von morgen. Sie bietet neue Impulse und wichtige Insights für die Marktplayer.
Was werden die wichtigsten Themen bei der AMD sein?
Spätestens seit dem Siegeszug von Web 2.0 ist das Thema Vernetzung allgegenwärtig. Bewegtbild ist dabei eine Komponente, die in diesem Zusammenhang klar an Bedeutung gewinnt. Dem tragen wir mit unserem diesjährigen Programm Rechnung. So wird Hermin Hainlein, Manager Consumer Communications bei Coca Cola, beispielsweise über den Aspekt von Social Media und Online-Video in der Presse- & PR-Arbeit referieren. Alexander Süß, Senior Manager Interactive Marketing bei Mercedes-Benz PKW, über die Rolle von Bewegtbild im digitalen Medienmix und, und, und.
Fünf Jahre nach dem Start von YouTube: Was sind die wichtigsten Trends im Bereich von Web-Videos?
Wichtigster Trend ist ganz klar: die Mobilität. Die technische Weiterentwicklung der mobilen Endgeräte in den vergangenen Jahren trägt maßgeblich dazu bei, dass Online-Videos für uns inzwischen zum Alltagsmedium geworden ist. Zudem ist Bewegtbild inzwischen fester Bestandteil in sozialen Netzwerken wie Facebook. Ein weiterer Trend: die Einstiegsbarrieren in diesem Markt sind so niedrig wie nie. Web-Videos werden heutzutage häufig vergleichsweise günstig und mit geringem Aufwand produziert. So können neben den Big Playern auch kleinere Firmen aus dem Mittelstand dieses Medium erfolgreich einsetzen.
Wird das Thema Bewegtbild nicht noch immer überschätzt? In fast allen großen Verlagen wurde in den vergangen Jahren und Monaten kräftig in diesem Bereich gespart.
Während wir hier gerade sprechen, überträgt Bild.de die Pressekonferenz unsere Eurovisions-Siegerin Lena Meyer Landrut im Live-Stream. Ein schönes Beispiel für die Relevanz des Mediums! Nahezu jedes bedeutende Verlagsangebot bietet heute Bewegtbild auf seiner Site. Und: Auch im Fachbereich gewinnt das Thema an Bedeutung. Nach einer aktuellen Untersuchung der infotainweb AG setzen mittlerweile zwei Drittel der größten deutschen Online-Fachmedien bewegte Bilder ein.
Kommt das Hybrid-Fernsehen schneller als wir glauben?
In naher Zukunft wird das Hybrid-Fernsehen Standard bei neuen Geräte sein. Schon jetzt gibt es ja die ersten Modelle im Handel. Vielleicht gibt die WM dem Hybrid-Fernsehen noch mal einen kräftigen Schub.
Was bedeutet das für die traditionellen Medien, wenn TV und Web immer enger zusammenwachsen?
Das Internet verknüpft heute schon alle anderen Medien wie TV, Radio, Text und Bild. Es knöpft den klassischen Medien Marktanteile ab – im Zuschauer- wie im Werbemarkt. Darunter wird vor allem das traditionelle Print-Geschäft leiden. Durch die Vernetzung im Web mit Bewegtbild profitiert der Rezipient von einem völlig neuartigen Unterhaltungs- und Informationsangebot. Mehr Interaktivität, Individualität und vor allem mehr Spaß! Davon profitiert die Branche.
Was bedeutet dies für die Werbebranche?
Das Budget für klassische TV-Werbung wird zunehmend für intelligente Webproduktionen umgeschichtet. Hierbei wird auch "Branded Entertainment" eine tragende Rolle spielen. Die clevere und subtile Verknüpfung mit Inhalten der werbungtreibenden Wirtschaft wird im Internet in den nächsten Jahren zu völlig neuen Darstellungsformen führen.
Gibt es auch bei bewegten Web-Inhalten einen 3-D-Trend?
Ja. Die Macher des Kinoerfolgs "Avatar" sind hier absolute Vorreiter. Neben diesen fiktionalen Inhalten nutzt die 3D-Technologie inzwischen auch verstärkt die Industrie – hier spielt die Mischung aus Realbild und Animation eine große Rolle. Es gibt zahlreiche Anwendungsfälle, in denen 3D-Darstellungen wirklich Sinn machen. Denken Sie nur an Produkte, die man im Netz selbst konfigurieren kann, wie zum Beispiel Autos. Generell gilt: Das Web 3D sehe ich als eine der zentralen Weiterentwicklungen des bisherigen Internets.
Warum engagieren sich auch immer mehr Unternehmen sehr aktiv im Web-Video-Bereich?
Wir beobachten, dass die Konversationrate für mit Bewegtbild beworbene Produkte nachweislich höher sind. Online-Video ist ein sehr aufmerksamkeitsstarkes Instrument, um mit seinen Kunden in den Dialog zu treten. Der emotionale Aspekt des Bewegtbildes ist hier mit der eher rationalen Ansprache über den Text gekoppelt. Eine Website ohne Bewegtbild ist eben wie ein Fahrrad ohne Pedale.
Was wird der Höhepunkt der diesjährigen AMD?
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich hier keinen Referenten explizit heraus heben möchte. Seien Sie aber sicher, dass unsere AMD10 Party bei BMW am Lenbachplatz ein Highlight werden wird. Hier finden Konferenzteilnehmer und Referenten noch einmal zusammen und können sich über die neuesten Trends der Branche austauschen – eine ideale Gelegenheit zum Networken!
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