Die WAZ-Gruppe startet am 6. August das neue Magazin "LandIdee" - ein Frontalangriff auf die erfolgreiche Zeitschrift "Landlust". Das Cover von "LandIdee" gleicht der Machart von "Landlust" wie ein Landei dem anderen. Die WAZ macht aus ihrem Kalkül keinen Hehl. Das Marksegment mit der Lebensartmagazine mit dem Fokus aufs Landleben habe in den vergangenen drei Jahren die größtenAuflagenzuwächse verzeichnen können, so die WAZ in einer Mitteilung. Von diesem Auflagenglück wollen nun die Essener auch ein Stück.
"LandIdee" unterbietet zudem knapp den Heftpreis des Vorbildes. Während die "Landlust" 3,80 Euro kostet, muss der Print-Freund aus der Provinz für die "LandIdee" 3,30 Euro berappen. Die Startauflage der "LandIdee" liegt bei rund 200.000 Exemplaren. Erscheinen soll das Heft bei Erfolg, wie "Landlust", alle zwei Monate. "Während die verkaufte Auflage aller Magazine mit Schwerpunkt Landleben noch vor drei Jahren deutlich unter 200.000 lag, weist die IVW für das zweite Quartal 2009 bereits einen Verkauf von mehr als einer halben Million Exemplaren aus", erklärt die WAZ in einer Verlagsmitteilung ihr pötzliches Interesse an der Ländlichkeit . Was sie verschweigt, ist, dass das "Segment" fast ausschließlich aus der "Landlust" besteht. "Landlust" wurde ist eine Auflagenrakete sondergleichen mit zuletzt 464.297 verkauften Exemplaren im 2. Quartal 2009. Davon wurden sensationelle 257.228 Exemplare im Einzelverkauf abgesetzt und 189.446 über Abos.
Natürlich wird bei der WAZ behauptet, man ziele "nicht primär auf die Kernleser" der bisher zum Thema erscheinenden Magazine. "In unserem Heft sollen sich Leserinnen und Leser, die Platz für einen großen Garten haben, genauso kompetent beraten und informiert fühlen wie Städter, die ihre Einkäufe unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten tätigen", sagt "LandIdee"-Chefredakteurin Sandra Schönbein. Also so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den Land-Magazine, um in der bäuerlichen Terminologie zu bleiben.
Tatsache aber dürfte sein, dass die WAZ selbstverständlich auf den Erfolg von "Landlust" schielt, es aber nicht so gerne zugeben möchte. Gestartet wurde "Landlust" im Oktober 2005 vom kleinen Landwirtschaftsverlag in Münster als ein Experiment in Sachen Publikumszeitschrift. Sonst erscheinen dort landwirtschaftliche Fach-Magazine wie "Milchrind", "Top Argrar" oder das "Fleischrinder Journal". Der phänomenale Erfolg von "Landlust" hat dann die Macher selbst überrascht. Schon 2008 rief der Erfolg erste Nachahmer auf den Plan. Der Stuttgarter HannesScholten Verlag brachte das monatlich erscheinende Heft "LiebesLand" zu einem Preis von vier Euro an die Kioske. Die Stuttgarter konnten die Machart kopieren, aber nicht den Erfolg.
Der neue Angreifer "LandIdee" wird zusammen von der WAZ-Tochter Gong-Verlag und dem Christian Verlag in München produziert. Der Christian Verlag gehört zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann, die auf Zeitschriften und Bücher zu den Themen Tourismus, Outdoor, Sport, Hobby, Lifestyle und Fotografie spezialisiert sind. Dort erscheinen Magazine wie "Bergsteiger", "Auto Classic" oder "Traktor Classic".
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