Zur Bundestagswahl haben die Grünen ihren Online-Auftritt runderneuert. Die neue Website setzt vor allem auf Bewegtbild-Inhalte der Parteigrößen wie den beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Renate Künast und Jürgen Trittin. Zudem sind zahlreiche Links zu entsprechenden Profilen bei Facebook oder Twitter prominent platziert. Das Portal bietet Usern relevante Themen auf einen Blick. Optisch gehen die Grünen eigene Wege und setzen mutig auf eine offene Kommentarfunktion.
„Wir stellen alle unsere Positionen konsequent zum Dialog, z.B. über die offene Kommentarfunktion unter jedem einzelnen Beitrag“, erklärt Robert Heinrich, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, den neuen Ansatz. An die Homepage angebunden ist eine Community: MeineKampagne. Hier können sich Nutzer untereinander vernetzen und erhalten konkrete Vorschläge (von der Spende bis zur Wahlkampfstandbetreuung) für die Unterstützung der Partei. "Die Grünen verfügen über eine außergewöhnlich starke Basis im Netz. Diesen Vorteil wollen wir mit unserem partizipatorischen Online-Campaigning-Ansatz nutzbar machen“, sagt Heinrich.
Um die politischen Aussagen zu kommentieren, müssen User aber nicht in die Community eintreten. Alle Texte und Videos sind mit einer Kommentarfunktion versehen, User haben also einen direkten Draht zu den Politikern. Zudem werden Besucher der Seite direkt angesprochen. So wird bereits auf der Homepage dazu angeregt, über das Bundestagswahlprogramm der Partei zu debattieren.
Die Grünen scheinen die Mit-mach-Attitüde ernst zu meinen. Beim Thema Atomkraft wird man mit einem Mausklick auf eine Website weitergeleitet, auf der man den Stromanbieter wechseln kann: „Atomausstieg einfach selber machen“, heißt der klickbare Button. Auch zum Thema Datenschutz gibt es einen direkten Link zu einer Grünen-Aufklärungs-Seite im Netz.
Verantwortlich für den neuen Auftritt ist die Berliner Agentur Ressourcenmangel, die sich um alle wesentlichen Sparten der digitalen Kommunikation bei den Grünen kümmert. „Die Konvergenz der Botschaften, die Zusammenführung von Onlineaktionen und Offline-Kommunikation ist wichtiges Ziel der Kommunikationsstrategie“, erklärt Geschäftsführer Benjamin Minack.
Mit dem Relaunch des Web-Auftritts ist den Grünen als erster Partei eine wirklich ernst zu nehmende Kommunikationsplattform gelungen. Der User hat viele Möglichkeiten seine Meinung einzubringen und Dank der eigenständigen Optik im übersichtlichen Kachel-Format hat man sich vom allzu oft kopierten Obama-Diktat emanzipiert.
20.03.2009
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Letzte Kommentare
21.03.09 18:32
Sylvia Braun
Also, das Design setzt sicher keine Maßstäbe. Dieser unruhige Hintergrund ist einfach furchbar, der Inhalt sollte browser-zentriert sein und diese Kacheln sind einfach zu viele und zu unübersichtlich. Interaktiv ist die Seite von den Inhalten her gut umgesetzt, optisch zu überladen und eher abschreckend.
20.03.09 16:46
Tom Tattler Website
Die neue Mitgliederplattform wurzelwerk.gruene.de setzt wahrlich Maßstäbe.
Ein, zwei Tage online, seitdem wieder abgeschaltet.