Auf dem Investorentag kündigte René Obermann vorsichtige Änderungen am Geschäftsmodell der Deutschen Telekom an. Der Konzern werde sich über sein Kerngeschäft hinaus neue Erlösquellen erschließen. "Der Markt wandelt sich", es gebe neue Konkurrenten und das Internet sei die treibende Kraft. Erstes Opfer der neuen Strategie könnte der TV-Konkurrent Sky sein. Obermanns ergeizige Ziele: Sechs Millionen neue Fernseh-, 140 Millionen Mobile- und 18 Millionen Breitbandkunden.
Insbesondere bei Cloud-Services und intelligentem Internet werde sich der Konzern engagieren. Vom mobilen Web verspricht sich der Telekom-Chef bis 2015 einen traumhaften Umsatzzuwachs um das 60-fache.
Zu Beginn seines uncharismatischen und redundanten Vortrags rekapitulierte Obermann die vergangenen Jahre. Die Deutsche Telekom sei in Deutschland wieder wettbewerbsfähiger geworden und habe mehr als eine Million Kunden zurückgewonnen. Sein Fazit: Entertain ist erfolgreich, T-Mobile Marktführer, Services wurden verbessert, das mobile Internet hat sich entwickelt und die Auslands-Engagements sind erfolgreich.
Das Ziel für die kommenden fünf Jahre sei nicht, als ein weiterer Wettbewerber in neue Märkte einzusteigen, sondern vielmehr, das bestehende Geschäftsmodell umzuwandeln, die Spanne der Dienstleistungen zu erweitern und ein stärkeres Augenmerk auf Produktinnovationen zu legen.
Obermann vertraute seinem Publikum an, dass die Telekom-Führung von sieben Kernglaubenssätzen geleitet werde. Darunter: Lokaler Marktanteil ist wichtiger als internationaler Marktanteil. Ansonsten finden sich darin Annahmen, die wahrscheinlich von niemandem ernsthaft bestritten werden können – etwa, dass das mobile Internet wachsen wird, Cloud Computing an Bedeutung gewinnt und intelligente Netzwerke zur Verbreitung von Energie, Gesundheitsdiensten oder Medien Potenzial haben.
Klar sei, dass der Internet-Traffic durch die zunehmende Verbreitung von Bewegtbildern wächst. Am Festnetz-Breitband bis 2015 um den Faktor 45, beim mobilen Internet rechnet die Telekom sogar mit einer Versechzigfachung. Da insbesondere beim mobilen Internet die Nachfrage das Angebot übersteigt, stellt Obermann "anständige Preisaufschläge" gegenüber dem Festnetz in Aussicht.
In Deutschland werde die Telekom über die kommenden drei Jahre rund zehn Milliarden Euro investieren, auch um im Breitbandgeschäft weiterhin Marktführer zu bleiben. Neben einem Ausbau der bewährten Infrastruktur soll das mobile Hochleistungsnetz LTE aufgebaut werden. Beim Festnetz soll neben der VDSL-Technik das Glasfasernetz ausgebaut werden, bis 2012 sollen bis zu zehn Prozent der deutschen Haushalte damit ausgestattet werden.
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