Die seit zwei Monaten laufende Suche nach einem Käufer für das Online-Lernportal Scoyo ist zuende: Die Hamburger GmbH des Medienkonzerns Bertelsmann wird zu 100 Prozent von Super RTL übernommen und in das bestehende Portfolio (u.a. Toggo und Toggolino) integriert. Sender-Geschäftsführer Claude Schmit zu MEEDIA: "Scoyo ist eine hochwertige Internetplattform, die unsere bestehenden Angebote im Netz gut ergänzt." Ein Großteil der 50 Mitarbeiter wird nicht übernommen. Über den Kaufpreis schweigen beide Seiten.
Am Montagnachmittag waren die Mitarbeiter in der Hamburger Neuen Flora über den anstehenden Eigentümerwechsel, der "zeitnah" erfolgen soll, informiert worden. Nur ein kleiner Teil der Belegschaft darf sich Hoffnungen machen, auch künftig zum Scoyo-Team zu gehören. Allerdings soll der Firmensitz weiter Hamburg bleiben – ein Umzug ist nach Angaben von Super RTL-Sprecherin Sabine Kreft nicht vorgesehen. Die Plattform wird jedoch alle möglichen Synergien mit den Bestandsobjekten im Webgeschäft des Kölner TV-Kanals nutzen. Hierzu werden in den nächsten Wochen Gespräche geführt und Entscheidungen getroffen.
Senderchef Schmit verweist auf die Vorteile der Kombination der Kids-Sites: "Unsere Kompetenz der Kinderunterhaltung gerade auch im Netz können wir mit Scoyo gut in das schulpflichtige Alter bis zur 7. Klasse erweitern. Die inhaltliche Qualität der Plattform ist einzigartig, und es gibt aktuell in Deutschland kein vergleichbares System."
Bertelsmann, das im Bereich von Lernmitteln eine lange Tradition hat, soll in der Startphase bis zu 20 Millionen Euro investiert haben. Scoyo ist eine hundertprozentige Tochter des Medienkonzerns. Das 2007 gestartete Projekt ist seit Februar 2009 als kostenpflichtiges Angebot online.
Scoyo hat seit dem Start Anfang des Jahres über 4.000 Lernmodule online gestellt und für sein Programm mehrere Preise erhalten, zuletzt die Giga-Maus auf der Frankfurter Buchmesse. Im Oktober hatte sich der Gütersloher Medienkonzern entschlossen, die Plattform in der bisherigen eigenständigen Form nicht fortzuführen. Grund: Die Geschäftsentwicklung von Scoyo war hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Das kann sich dank der bestehenden Struktur bei Super RTL durchaus ändern. Der Sender verfügt bereits über bestehende kostenpflichtige Web-Angebote wie den Toggolino Club oder den Toggo-Clever-Club, für die bei einem Jahresabopreis von 69 Euro insgesamt 135.000 Abonnenten gewonnen werden konnten. Als reine Bildungsplattform soll Scoyo dabei das sogenannte Edutainment-Angebot abrunden.
14.12.2009
Es ist der letzte Schuss, den Kommissar Fritz Dellwo abgibt: Der Frankfurter "Tatort" feiert am Sonntag in seiner Besetzung mit Jörg Schüttauf und Andrea Sawatzki als Kommissarin Charlotte Sänger Abschied vom TV-Bildschirm. In der Folge "Am Ende des Tages" führen die Spuren die beiden an den eigenen Arbeitsplatz: Die Geliebte ihres Chefs Rudi Fromm (Peter Lerchbaumer) wird ermordet... mehr...
Immerhin, mit dem Sport klappt es noch: Nachdem ein Sat.1-Neustart nach dem anderen floppt, kann sich der Sender zumindest über die Box-Quoten freuen. 5,27 Mio. Fans haben das Comeback von Felix Sturm nach langer Boxpause gesehen - ein grandioser Marktanteil von 28,2% und der Tagessieg. Bei den 14- bis 49-Jährigen setzte sich hingegen RTLs "101 Wege aus der härtesten Show der Welt" an... mehr...
Nachträglich alles Gute: Eigentlich hatte die Frankfurter Rundschau bereits am 1. August Geburtstag, doch wegen der Ferienzeit verlegte die Redaktion die Feierlichkeiten auf den 4. September. In der heutigen Samstagausgabe gibt es nun 64 Sonderseiten. Erster Gratulant ist Hans-Dietrich Genscher. Aber auch die Verleger Alfred und Konstantin Neven DuMont würdigen die Tageszeitung mit zwei... mehr...
Aus dem Gastspiel wurde Ernst: Am Freitagabend feierte Judith Rakers an der Seite von Giovanni di Lorenzo zwar nicht ihr "3nach9"-Debüt, dennoch war es ihr erster Auftritt als feste Moderatorin neben dem Zeit-Chef. Der 34-Jährigen war die Aufregung nicht nur ins Gesicht geschrieben, sondern auch auf die Zunge gelegt. Verkrampft wirkte sie in Gesprächssituationen, zu unspontan reagierte... mehr...
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich mit eindrucksvollen Zuschauerzahlen zurückgemeldet. 9,10 Mio. sahen das erste Pflichtspiel nach der WM im Ersten, darunter 3,08 Mio. 14- bis 49-Jährige. Das reichte für Marktanteile von 31,3% und 27,7% und den Tagessieg in beiden Zuschauergruppen. Im Gesamtpublikum hieß der schärfste Fußball-Kontrahent mit 5,36 Mio. Sehern "Wer wird... mehr...
Medien-Überraschung vorm Start des Kachelmann-Verfahrens: Feministin Alice Schwarzer wird für die Bild-Zeitung vor Ort vom Prozess gegen den ARD-Moderator berichten. Dies machte Schwarzer am Freitag in ihrem Blog öffentlich. Zur Begründung erklärte die Emma-Gründerin, ihr sei es in diesem Fall wichtig, "dass in einem tagesaktuellen, meinungsprägenden Blatt auch die Sicht des... mehr...
Die Telekom will weiter die Netzneutralität angreifen: Das geht aus einem internen Mitarbeiter-Memo hervor, das Schonleben.de veröffentlicht hat. Es enthüllt, dass der Provider eine unterschiedliche Behandlung von Daten einführen will. Wer zahlt, bekommt dann eine größere Bandbreite für seine Website. So will der Konzern der Internetwirtschaft ermöglichen, "neue innovative Dienste... mehr...
An diesem Montag startet der neue große Konkurrent der dpa: die dapd-Nachrichtenagentur. Cord Dreyer, der einst für den Marktführer arbeitete, führte dafür den ehemaligen deutschen Dienst der Associated Press (AP) mit dem Deutschen Depeschendienst (ddp) zusammen. Im MEEDIA-Gespräch mit Daniel Bouhs erklärt er, wie er den Agenturmarkt aufmischen will. Und wie viel er überhaupt zu sagen... mehr...
Es ist zwar Corporate Publishing, aber es könnte ein spannendes Heft werden: Die Deutsche Telekom AG bringt das neue Jugendmagazin Reif auf den Markt. Das Blatt soll vor allem Schüler ansprechen, die vor ihrer Berufswahl stehen. Produziert wird der Titel von den Machern der Jugendzeitschrift Spiesser. Im Web sind bereits 40 Reif-Seiten zu sehen. Der erste Eindruck: Das Heft kann sich... mehr...
In Köln lud die dpa-Tochter news-aktuell zu ihrer Veranstaltungsreihe Media Coffee. Diesmal diskutierten unter anderem FAZ-Mann Holger Schmidt, Trendforscher Peter Wippermann, Weber Shandwick-Chefin Astrid von Rudloff und Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan vor rund 300 Pressesprechern, PR-Fachleuten und Journalisten. Das Ergebnis: "Das Internet ist in erster Linie ein soziales Netzwerk....
Letzte Kommentare
15.12.09 10:35
Joerg Land Website
Scoyo bleibt ja somit im Bertelsmannumfeld. SuperRTL hat bereits gezeigt, dass sie Paid Content erfolgreich umsetzen können. Mir scheint der Fall scoyo wieder ein Beispiel zu sein, dass Produktionskosten für e-learning niedrig gehalten werden müssen und sich wohl nur bei eher edutainment Produkten lohnen.