Dieser Schritt ist seit Monaten abzusehen, doch jetzt vollzieht ihn die VZ-Gruppe (StudiVZ, SchuelerVZ, MeinVZ) auch offiziell: Wie Facebook oder Xing öffnet sich die Plattform für externe Entwickler. Jeder interessierte Programmierer ist aufgerufen auf Basis des Open-Social-Standarts möglichst viele lustige oder informative Apps zu kreieren. Für die Holtzbrinck-Tochter bringt dieser Schachzug zwei Vorteile: Das Angebot wird erweitert und neue Einnahmefelder erschlossen.
Erster wichtiger Schritt hin zu einem offenen VZ-Netzwerk ist die OpenSocial GeekNight. Auf der Abendveranstaltung in der "Volksbar" (Berlin Prenzlauer Berg) wollen die Plattform-Manager die wichtigsten Fragen der Entwickler beantworten. In der Einladung heißt es: "Das VZ wird offener! Bald könnt Ihr OpenSocial-Anwendungen auch innerhalb des VZ-Netzwerks verwenden."
Mit der offensiven Integration von Open Social vollzieht StudiVZ einen Schritt, den Xing bereits vor einigen Wochen machte. Die Business-Plattform bot seinen Mitgliedern zum Start 16 neue Applikationen von 13 Partnern. Die neuen Zusatzprogramme kamen von Doppler, der "Süddeutschen Zeitung" oder der Axel Springer AG. Die Logik hinter der Xing-Initiative: "Von unseren Applikationen profitieren alle", sagte Stefan Groß-Selbeck." Die Mitglieder bekommen auf einen Schlag viele neue Zusatz-Dienste." Der Vorteil für die Drittentwickler liegt darin, "dass sie einen direkten Zugang zu unseren 7,5 Millionen Kunden bekommen und so erheblich ihre Reichweite steigern können." Die Hamburger Business-Plattform profitiert vor allem dadurch, "dass wir unsere Ressourcen schonen können".
Alle diese Faktoren treffen sicherlich auch auf die VZ-Gruppe und ihre weit über 13 Millionen Mitglieder zu.
Das Beispiel Facebook zeigt einen weiteren Vorteil, der in externen Diensten liegen kann. Das US-Network erlaubt die Entwicklung so gut wie jeder noch so abwegigen Applikation. Einzige Bedingung: Von jedem Cent, den die App-Macher verdienen, bekommt Facebook seinen Anteil. Der große Nutzen dieses Systems: In Zeiten in denen die Werbeeinnahmen noch nicht wie gewünscht sprudeln, hat die Plattform ein zweites lukratives Einnahme-Standbein. Für die VZ-Gruppe, die ausschließlich von Werbeeinnahmen abhängig ist, dürfte dieses Argument eine gewichtige Rolle in der Entscheidung für mehr Offenheit gespielt haben.
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18.08.09 18:56
Hartmut Schwensen
Standard wird immer noch mit "d" geschrieben, ist ja schließlich keine "Stehkunst"