Werbeoffensive: Erst überrumpelte Google die urlaubende deutsche Politik, indem man überraschend via Pressemitteilung den Start des umstrittenen Street-View-Projektes bekannt gab und dann sorgt die Web-Company nun sogar für ein Novum: Zum ersten Mal schaltet Google hierzulande außerhalb der Fachpresse Print-Anzeigen. Den Anfang macht heute der Stern. Die FAZ, SZ und andere Titel sollen folgen. Inhalt: Google beantwortet fünf Fragen zu Street View. Aber: In den Anzeigen fehlt eine Adresse für Einsprüche.
Bei den Texten hat Google es sich einfach gemacht. Die fünf Antworten entsprechen den Inhalten der Street-View-Info-Webseite. Die Fragen lauten: "1. Was genau macht Google eigentlich? 2. Womit verdient Google sein Geld? 3. Was genau ist Street View? 4. Wozu brauche ich Street View überhaupt? 5. Inwieweit berührt Street View meine Privatsphäre?"
Zur ersten Frage gibt Google einen kurzen Firmen-Überblick und erwähnt, dass alleine in Deutschland rund 400 Mitarbeiter für den Suchgiganten arbeiten. Zum zweiten Punkt heißt es in der Anzeige: "Manche glauben, dass wir persönliche Daten oder Adressen sammeln, um diese zu verkaufen. Das tun wir nicht. Wir verdienen unser Geld mit Werbung." In der dritten und vierten Frage wird Street View erklärt. Immer unter der Prämisse, der kritischen Öffentlichkeit möglichst ihre Angst zu nehmen.
Zudem preist die vierte Frage die Vorzüge des Services an: "Sie planen einen Urlaub oder eine Geschäftsreise. Mit Street View können Sie nicht nur das Hotel, sondern auch dessen Nachbarschaft in einer 360-Grad-Ansicht kennenlernen." Weiter heißt es: "Auch wenn Sie umziehen möchten und eine Wohnung suchen, können Sie mit Street View die neue Gegend erkunden, so, als würden Sie sich in einem dreidimensionalen Stadtplan bewegen."
Das Kampagnen-Ziel von Google ist eindeutig: Mit den Print-Anzeigen wollen die Amerikaner vor allem Zeitungsleser erreichen, die dem Internet eher kritisch gegenüberstehen bzw. möglicherweise noch gar nicht online sind.
Das wichtigste ist allerdings natürlich die Antwort auf die letzte Frage: "Inwieweit berührt Street View meine Privatsphäre?". Spannendste Passage der Antwort: "Sollten Sie jedoch Gesichter oder Autokennzeichen finden, die wir übersehen haben, oder falls Sie aus persönlichen Gründen Einwände gegen einzelne Bilder haben, können Sie uns das einfach mitteilen. Dafür werden wir Ihnen bei der Einführung von Street View in Deutschland ein Tool zur Verfügung stellen, mit dem Sie solche Bilder direkt in Street View markieren und melden können."
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