Die Leiterin der Kommunikationsabteilung der Spiegel-Gruppe, Anja zum Hingst, hat am Freitagabend Spekulationen über ein Interesse des Medienhauses an dem zum Verkauf stehenden Nachrichtensender N24 zurückgewiesen. Damit widersprach sie in Teilen einer Meldung des Branchendienstes Horizont.net, wonach der Spiegel und Spiegel TV auch eine Übernahme des für ProSiebenSat.1 unrentablen Kanals prüften: "Ich kann das klar dementieren." Offenbar gibt es allerdings Gespräche über eine Zusammenarbeit.
Die Horizont-Meldung war insofern brisant, weil seit kurzem bekannt ist, dass der frühere Spiegel-Chefredakteur und Spiegel TV-Gründer Stefan Aust im Bieterverfahren gemeinsam mit Geschäftspartnern und dem N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann seinen Hut in den Ring geworfen hat und den in Schieflage geratenen Sender wieder profitabel machen will. Dass Aust dieses Handwerk versteht, hat er nicht zuletzt als Nachrichtenlieferant für den RTL-Ableger Vox sowie als Betreiber und späterer Verkäufer des Konservernsenders XXP bewiesen, der dem Vernehmen nach 2006 für mehrere Dutzend Millionen Euro an den amerikanischen Medienkonzern Discovery veräußert wurde.
Nach MEEDIA-Informationen gab es in der Spiegel-Gruppe tatsächlich die von Einzelnen geäußerte kühne Idee, den Sender komplett zu übernehmen. Derartige Überlegungen wurden aber sofort wieder verworfen. Dass Spiegel TV aufgrund des umfangreichen Archivs und der früher demonstrierten Nachrichtenkompetenz durchaus ein interessanter Gesprächspartner für das ProSiebenSat.1-Management sein dürfte, scheint klar – allerdings nur für den Fall, dass der Verkauf an Dritte abgewendet wird.
Dies ist jedoch aufgrund der ziemlich klaren Positionierung von Vorstandschef Thomas Ebeling kaum vorstellbar. Weg mit Schaden scheint seine Maxime zu sein – und das erhöht die Chancen von Aust & Co. doch deutlich.
05.02.2010
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07.02.10 02:52
Stefan Schwarz
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