Rund eine Woche nach dem Suizid des angeblichen SchülerVZ-Erpressers Mathias L., gerät das Mutterunternehmen VZnet Netzwerke immer stärker in Erklärungsnot. Dem „Spiegel“ liegen offenbar Chat-Protokolle von Gesprächen zwischen dem Technikchef der VZ-Gruppe und dem 20-Jährigen aus Erlangen vor, die die Vermutung stützen, dass dem vermeintliche Täter möglicherweise ein Schweigegeld angeboten wurde. Wenige Stunden nach der „Spiegel“-Vorabmeldung reagierte bereits das Berliner Unternehmen.
Der „Spiegel“ schreibt, dass der Technikchef dem 20-Jährigen, der sich selbst „Exit“ nannte, in den Web-Gesprächen teils gelockt, teils gedroht habe. Zudem sollen die Berliner mehrfach selbst das Thema Geld angesprochen habe. In der vergangenen Woche hatte die VZ-Gruppe noch abgestritten, dass man selbst zuerst das Thema Geld angesprochen haben. Obwohl der „Spiegel“ dem VZ-CEO Markus Berger-de León die Chat-Protokolle vorlegte, blieb der Vorstandsvorsitzende allerdings bei dieser Darstellung.
Im Unternehmensblog kommentiert der CEO die Meldung des Nachrichten-Magazins:"Zu keinem Zeitpunkt haben wir dem Tatverdächtigen ein Zahlungsangebot oder gar Schweigegeldangebot für die entsprechenden Daten oder den Crawler unterbreitet. Fest steht auch, dass der Tatverdächtige nicht bereit war uns den Crawler oder die Daten auszuhändigen. Er drohte vielmehr die Daten weiter zu verbreiten, sofern wir nicht auf seine Forderungen eingehen". Weiter sagt Berger-de León: "Die Beurteilung und Handhabung des Falls lag und liegt aber nicht bei uns, sondern in der Verantwortung der zuständigen Behörden als auch des Strafverteidigers."
Die „Spiegel“-Recherchen stützen die Aussagen des Verteidigers von Mathias L. Der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Dost hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, "dass eine Erpressung nicht versucht wurde"
Laut Haftbefehl sollte der 20-Jährige von den VZnet-Netzwerken eine Summe von 80.000 Euro gefordert haben. Andernfalls soll er die Weitergabe der von ihm illegal beschafften Daten nach Osteuropa angedroht haben.
Zu diesen Vorwürfen schrieb Dost in einer Stellungnahme auf seiner Homepage: "Jedoch gibt es seitens der Verteidigung Hinweise darauf, dass eine Erpressung nicht versucht wurde. Vor der Bezifferung eines Betrages durch Daniel soll ein unbeziffertes Zahlungsangebot durch Mitarbeiter des Unternehmens gemacht worden sein. Wenn dem so gewesen ist, lag Zahlungsbereitschaft seitens des Unternehmens vor, die folglich nicht mit einer Drohung erzwungen werden musste. Ein Freispruch wäre im Falle eines Strafverfahrens durchaus zu erwarten gewesen."
Den Medien warf Dost in seiner Erklärung vor, sich "kaum mit der Rolle" der VZnet-Netzwerke beschäftigt zu haben. Mit seiner aktuellen Geschichte kommt der „Spiegel“ dieser Forderung nun nach. Ein weiteres interessantes Detail enthüllt das Nachrichtenmagazin: Zu den Verhandlungen, in deren Verlauf „Exit“ versucht haben soll, die VZnet-Netzwerke zu erpressen, reiste der Hacker mit einem Taxi an. Die Rechnung von 530 Euro übernahmen die Holtzbrinck-Tochter.
Neben der VZ-Gruppe gerät durch den „Spiegel“-Artikel auch die Berliner Jusitz in Erklärungsnöte. Matthias L. wurde in einer Einzelzelle untergebracht, obwohl aktenkundig war, dass er an einer "kombinierten Persönlichkeitsstörung" litt. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Störung und Selbstmord besteht, ist noch unklar.
07.11.2009Versöhnliches Ende des Eurovisions-Castings von ARD und ProSieben: Nachdem "Unser Star für Oslo" im Laufe der Staffel etwas hinter den Erwartungen zurück geblieben war, gab es zum Abschluss mit 2,50 Mio. 14- bis 49-Jährigen einen Tagessieg im jungen Publikum und einen Marktanteil von 20,3%. Gewonnen hat die Show damit auch gegen RTLs "5 gegen Jauch", das 2,08 Mio. (16,8%) einschalteten.... mehr...
... und singt "Satellite". Soweit die wichtigsten Informationen zum Finale von Stefan Raabs Eurovision-Song-Contest-Casting. Doch hat das vielleicht mutigste ARD-Unterhaltungs-Experiment der vergangenen Jahre die Erwartungen erfüllt? Wohl nur zum Teil. Zwar haben ARD und ProSieben ein gelungenes Gegen-Modell zum Trash-Format "DSDS" präsentiert, doch die Publikumsresonanz war im Laufe... mehr...
Die Bunte schickt ein neues Gossip-Blog ins Rennen um die heißesten Promi-News: Vipdip. Zwei Autoren, Marcel und Tina, berichten rund um die Uhr aus Berlin und Los Angeles über Stars und Sternchen und fassen die pikantesten Details aus den bekanntesten Gossip-Blogs zusammen. "Wir lieben die Stars und leben mit ihnen", lautet das Credo der beiden jungen Autoren. Jung ist auch die bunte... mehr...
Einen Erotikfilm der anderen Art zeigt Arte erstmals im deutschen Fernsehen: In der Komödie "Stellungswechsel" (20.15 Uhr) erschließen sich Germanist Frank und seine drei Freunde einen Weg aus der Geldnot. Im Ersten entscheidet sich ab 20.15 Uhr, wer beim Eurovision Song Contest in Oslo die deutsche Sangeskunst vertritt. Günter Jauch kämpft unterdessen bei RTL gegen fünf Kandidaten....
Springer-Lobby ist Christoph Keese überraschte Ende der Woche mal wieder mit einer gewagten Forderung zum Leistungsschutz. Er bringt eine Abgabe für alle gewerblichen PCs mit Internet-Zugang ins Spiel. Dabei hätte Springer den Leistungsschutz ja gar nicht nötig, wenn man sich die glänzende Bilanz 2009 anschaut. Bei der Süddeutschen weiß man nicht so Recht, ob man Johannes B. Kerner nun... mehr...
Das Internet gerät zunehmend in den Fokus repressiver Regierungen. Reporter ohne Grenzen (ROG) stellt für 2009 mehr Zensur und Repressalien gegen Web-Aktivisten fest als je zuvor. Anlässlich ihres "Welttags gegen Internetzensur" spricht die Menschenrechts-Organisation von einem "Cyber-Krieg zwischen Netizens und repressiven Obrigkeiten". Dabei werden die technischen Mittel auf beiden... mehr...
"Alice in Wonderland" boomt dreidimensional an den Kinokassen. Die Technikwelt hat den Trend schon längst erkannt und produziert fleißig neue Spielereien für 3D-Fans. MEEDIA Gadget-Blogger Felix Disselhoff hat für Sie wieder die Gadgets der Woche zusammengetragen. Unter anderem sind diesmal am Start: eine zweiäugige Kamera, ein Mittelformat-Monster für Profis, Star-Wars-Feeling fürs...
Die beste Nachricht vorweg: Die Lead Awards finden diesmal statt. Nach den Turbulenzen und Querelen der Vergangenheit präsentierte Academy-Chef Markus Peichl am Freitag den "Fahrplan" für das Event am 25. März, bei dem die "Visual Leader 2010" gekürt werden. Bereits ab heute sind die ausgewählten und ausgezeichneten Werke im Rahmen einer Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen zu... mehr...
Die Zahl der Berichte, die sich kritisch mit dem Außenminister und FDP-Politiker Guido Westerwelle auseinandersetzen, hat explosionsartig zugenommen. Ein Typ wie Westerwelle hat schon immer viele Journalisten gereizt. Nun kommen mehrere Faktoren zusammen, die die Berichts-Lage eskalieren lassen. Westerwelle hat als Außenminister und Vizekanzler eine beträchtliche Fallhöhe erreicht und... mehr...
Die neuesten Zahlen von Nielsen Media Research geben der Medienbranche etwas Hoffnung. Der Werbemarkt lag nach Ablauf der beiden ersten Monate des Jahres 2010 nämlich 4,7% über dem Vorjahreszeitraum. 3,2 Milliarden Euro steckten die Unternehmen demnach brutto in Werbung. Allerdings kommt nur bei einigen Teilbranchen Freude auf, denn Zeitungen, Fachzeitschriften und das Radio liegen noch... mehr...
Letzte Kommentare