"Live aus dem Social Web": Unter diesem Motto startet die Axel Springer Akademie eines der interessantesten Web-Projekte der vergangen Monate. Während der WM berichten 20 Journalisten-Schüler über South Africa. Die Autoren sind nicht vor Ort, sondern nutzen als Quellen ausschließlich Social Media-Angebote wie Blogs, Facebook, Twitter oder Youtube. In einem MEEDIA-Gastbeitrag erklärt Ansgar Mayer, Crossmedia-Leiter der Akademie, das Projekt: "Wenn der Journalismus überleben will, muss er sich neu (er)finden."
Searching statt Setting im Journalismus der Zukunft
Es ist wohl eine Art Adelung, dass Social Media im neuen Stylebook von Associated Press eine größere Rolle spielt. Die Nachrichtenagentur zeigte sich stolz darüber, dass Social Media in dem Buch erstmals ein eigenes Kapitel bilde.
Schön und typisch zugleich: Etablierte Medien begreifen, welche Dynamik in der sozialen Mediensphäre liegt, aber sie hoffen immer noch, dass eine Schublade reicht, um dem gerecht zu werden, nach dem Motto: Schön, dass wir drüber gesprochen haben. So verstanden ist’s aber leider falsch verstanden.
Soziale Plattformen wie Facebook, Twitter oder Youtube stehen für eine neue, eigenständige, weitgehend unkontrollierbare Infostruktur. Dieses Phänomen sollte man zunächst einmal losgelöst von der Debatte über journalistische Qualität, Seriosität oder Validität akzeptieren: Die Info bricht sich Bahn, Authentizität gewinnt. Und die Info benötigt dafür keinen Gatekeeper mehr, weder Titelstory noch Nachrichten-Aufmacher.
Wer das akzeptiert, hat sich vom Gedanken des Agenda Setting zu verabschieden. Themen werden „da draußen“ gesetzt. Journalisten müssen lernen, die Agenda zu finden und zu lesen. Agenda Searching setzt sich somit an die Stelle von Agenda Setting. Das bedeutet auch, dass eine neue Art von Demut in den Beruf Einzug hält. Der Leserbriefschreiber von früher wird plötzlich selbst zum Nachrichtenmacher. Das müssen wir erstmal schlucken und für Workflows der Zukunft verinnerlichen.
Und erst JETZT kommen wir zur Qualitätsdebatte, denn jetzt greifen die unverrückbaren journalistischen Tugenden à la „news that’s fit to print“: Quellen checken, Argumente abwägen und gegenüberstellen – klassisches Handwerk.
Wie das funktionieren könnte, testest gerade Team 7 der Axel Springer Akademie aus Anlass der Fußball-WM in Südafrika: „This is South Africa!“ ist ein Crossmedia-Nachrichtenportal“, das sich ausschließlich aus dem Social Web speist, ohne deshalb auf journalistische Qualitätsstandards zu verzichten, authentisch und vielfältig wie es klassische Kanäle nicht gewährleisten könnten.
Ich lege mich fest: Wenn der Journalismus überleben will, muss er sich neu (er)finden.
Ps.: Wir freuen uns auf Feedback zu diesem wichtigen Testlauf!
Ansgar Mayer ist Crossmedia-Leiter der Axel Springer Akademie. „This is South Africa!“ konzipierte er gemeinsam mit Frank Diering (Workflowmanagement die Welt) und Simon Kaatz (Scatea Media).
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Die Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen sehen das iPad als wichtiges Kommunikationsmittel: 73 Prozent der Werbetreibenden können sich vorstellen, zukünftig auf dem Tablet zu werben. Die Interaktion mit dem Kunden halten die Firmen dabei für die wichtigste Eigenschaft (79 Prozent) des Apple-Geräts. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die die Hamburger Agentur Initiative rund... mehr...
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