Da wird Steve Jobs Augen machen: Der Apple-CEO, der seinen Produkten eine radikale Erotik-Sperre verpasst, hat mit seiner iPad-Revolution nun ausgerechnet der Sexindustrie in die Hände gespielt. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, profitiert das nackte Geschäft so massiv von dem Touch-Computer, wie keine andere Branche und hat das Tablet schon zum Porn-Pad umgetauft. Das US-Erotikunternehmen Digital Playground verbuchte nach der Einführung des iPads aus dem Stand zwanzig Prozent mehr Visits.
Jobs hatte sich geschworen, nie einen Porno-Film auf seinen Produkten laufen zu lassen. "Wer Pornos sehen will, soll sich ein Android-Handy kaufen" wurde der Apple-CEO in den Medien zitiert oder auch mit dem Schlachtruf "Freiheit von Porno". Allerdings beschränkt sich diese ausschließlich auf die Apps, die vor der Freischaltung eine strenge Prüfung durchlaufen. Dabei achten die Sittenwächter aus Cupertino strengstens darauf, dass nicht zuviel nackte Haut zu sehen ist. Dieser Zensur fielen schon viele harmlose Angebote zum Opfer, so etwa die App von Stern.de, die der Konzern kurzfristig abschaltete. Viele Anbieter gehen deshalb von vornherein auf Nummer sicher. Zeitweise wurden die Busen der Seite 1-Mädchen von Bild.de geblitzt.
Problem für Steve Jobs: Seine Appletology kann den iPad-Nutzern nicht verbieten, über die Hintertür auf Sex-Seiten zu steuern, indem sie statt einer App das freizugängliche Angebot des World Wide Web ansurfen. So geschehen auf der Video-Download-Plattform des amerikanischen Erotikunternehmens Digital Playground. "Ich habe meinen Augen nicht getraut, als wir nach dem Startwochenende des iPads unsere Serverstatistiken ausgelesen haben", wird Firmengründer Joone von Wiwo.de zitiert. Ein Fünftel mehr an Website-Besuchern und 30 Prozent mehr Anmeldungen auf der kostenpflichtigen Site zählte die Porno-Plattform. "Das iPad ist definitiv der heilige Gral der Pornoindustrie", so Joone.
Der rege Verkehrszuwachs auf den einschlägigen Sites spiegelt sich in den Verkaufszahlen des iPads wider: Im ersten Quartal wurden rund 3,27 Millionen Tablets verkauft.
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