Wenn radiomultikulti von Radio Berlin-Brandenburg (RBB) am Sylvesterabend eingestellt wird, geht „Radio Multicult 2.0“ auf Sendung. Das neue Programm, das auch einige Mitarbeiter und DJs des alten Teams produzieren, wird vorerst allerdings nur via Internet übertragen. Wie die Initiatoren mitteilten, solle der Online-Sender dem Protest gegen die Schließung von Radio Multikulti eine positive Richtung geben. Auf der Website des RBB fehlt jeglicher Hinweis auf den neuen Web-Sender.
Radiomultikulti stellt seinen Sendebetrieb nach 14 Jahren am 31. Dezember 2008 um 22.00 Uhr ein. Der RBB hatte das Ende des Integrationssenders im Mai beschlossen und Kostengründe für den Schritt angeführt – der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt drohte ein Haushaltsdefizit von 54 Millionen Euro. Gegner der Entscheidung starteten kurz darauf eine Unterschriftenaktion. Trotz der Unterstützung durch 30.000 Hörer ließ sich der RBB nicht umstimmen.
Das Programm von Radio Multicult 2.0 startet am 31. Dezember um 22.05 Uhr unter www.multicult20.de und www.multicult.eu. Die Initiatoren kündigen ein Programm an, "das bunt, aktuell, kritisch und politisch ist, mit einer unverwechselbaren Musikfarbe". Auch mehrere fremdsprachige Sendungen sollen weiterbestehen. "Wir streben weitgehende Interaktivität an: Aus passiven Hörern sollen kompetente Mitgestalter werden."
Radio Multicult wird von dem Migrationsforscher Klaus Bade gefördert. Teile des Musikprogramms werden von Radiosendern in Deutschland und der Welt kostenlos zur Verfügung gestellt.
Auf der frei werdenden UKW-Frequenz von radiomultikulti wird künftig das überwiegend vom Westdeutschen Rundfunk produzierte „Funkhaus Europa“ ausgestrahlt.
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