Ausgerechnet in der Woche der Afghanistan-Konferenz blamiert sich das österreichische Verteidigungsministerium mit einem peinlichen Werbespot: Unter dem Slogan "Kommt zum Bundesheer, da könnt ihr Panzer fahren" drehte die Armee einen PR-Clip, über den der Experte für Heeresmarketing, Oberst Johann Millonig, sagt: "Unser Clip ist so deppert, dass er schon wieder genial ist." Sogar die Idee des chauvinistischen Spots ist geklaut – von der ukrainischen Armee. Im Internet reichen die Reaktionen von Häme bis zur Empörung.
Bissig kommentiert blogger Oliver Hauser: "Das österreichische Bundesheer ist ja, wie bekannt, verzweifelt auf der Suche nach neuen Rekruten. Dafür wurde ein sehr eigenwilliger Videospot produziert."

Antreten zum Fremdschämen: Der Austro-
Spot ist wirklich unter aller Kanone
Die Formulierung "eigenwillig" ist noch höchst untertrieben. In dem Clip sieht man einen Mann – Typ Zuhälter – mit vier feschen Mädels an einem Audi R8 lehnen. Der Macho läd die Miezen gerade zu einer Runde in seinem “flotten Flitzer” ein, als aus einer überraschend aufgetachten Nebelbank ein Panzer gerast kommt. Ein junger Soldat fragt die auf Nuttig getrimmten Fräuleins: "Na, Mädels, Lust auf ne Spritztour?” Die Reaktion der Damen hätte heftiger kaum sein können. Begeistert lassen sie den Zuhälter/Sportwagenfahrer stehen und rennen völlig enthemmt dem Panzer hinterher. Werbeslogan des Spots: “Kommt zum Bundesheer, da könnt ihr Panzer fahren”.
Als Schauspieler fungierte in der österreichischen Version – nach Informationen der Süddeutschen Zeitung – ein Türsteher einer Kremser Diskothek als Audi-Fahrer und vier Hotelfachschülerinnen.
Der Original: Identische Story, aber grellere Farben
Der Werbespot ist an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. Noch peinlicher ist nur, dass der Katastrophen-Clip auch noch geklaut ist. Die Austro-Version gleich dem Vorbild aus Kiew in fast allen Details, einzige der Claim ist im Original ein anderer: "Es ist Zeit für neue Helden".
Wenn es die Idee des österreichischen Verteidigungsministers war, mit einem möglichst billigen Spot, ein Höchstmaß an viraler Web-Verbreitung zu erreichen, ging sein Plan auf. Allerdings scheint der Politiker Angst vor der eigenen Courage zu haben. Denn nach dem sich immer mehr über den "Ösi-Clip" lustig machten, wurde der Werbfilm von der Bundesheers entfernen.
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