Während Spiegel Online und Bild.de an der Spitze einsam ihre Runden ziehen, stern.de gewinnt und FAZ.net verliert, hat es der neueste Wettbewerber im Nachrichtengeschäft noch sehr schwer. Laut der aktuellsten Google-AdPlanner-Zahlen verfügt die Website der Leipziger Unister GmbH erst über 78.000 Unique Visitors. Das Mitte Oktober gestartete Angebot befindet sich damit inmitten der Regionalzeitungen und nicht unter den 50 stärksten News-Websites Deutschlands.
Immerhin: Der Pfeil der Google-Trends-Kurve zeigt für das im Oktober gestartete News.de noch steil nach oben. Vielleicht gelingt ja bei der nächsten Auswertung wenigstens der Sprung in die Top 50 - dafür wären derzeit rund 100.000 Unique Visitors nötig. Überholen müsste news.de dafür Angebote wie der Tageszeitungen "Westfälische Nachrichten", "Badische Zeitung" oder "Märkische Allgemeine" - allesamt keine Schwergewichte im Netz.
An der Spitze der Nachrichten-Charts stehen auch diesmal spiegel.de und bild.de. Laut Google haben beide ihre Nutzerzahlen aus dem Vormonat gehalten und verfügen weiterhin über 4,60 Mio. bzw. 3,80 Mio. Unique Visitors. Diese Zahlen beziehen sich wie immer auf einen Monat, der Wertungszeitraum ist die Zeit von Mitte Oktober bis Mitte November. Auch focus.de und welt.de behielten ihre Zahlen aus dem Vormonat, aufgeholt haben hingegen sueddeutsche.de und stern.de. stern.de ist damit wie schon bei den IVW-Zahlen der größte Aufsteiger unter den Nachrichten-Websites, legte um 23,1% von 1,30 Mio. auf 1,60 Mio. Unique Visitors zu. Verlierer gibt es in der Top 15 nur drei: faz.net verlor 7,7%, n-tv.de 8,0% und manager-magazin.de 18,4% gegenüber dem Vormonat:
Auch in der zweiten Hälfte unseres Top-30-Rankings verloren zwei auf Wirtschaftsnachrichten speizialisierte Angebote: ftd.de büßte 9,5% der Nutzerschaft ein, wiwo.de 11,1%. Deutlich gewonnen haben auf den Rängen 16 bis 30 neben n24.de (+23,4%) und heute.de (+19,1%) auch zwei US-amerikanische Websites: cnn.com verfügte im Wertungszeitraum über immerhin 350.000 Unique Visitors aus Deutschland, nytimes.com über 260.000:
Beide profitierten dabei enorm von der Präsidentenwahl am 4. November, die cnn.com in Deutschland laut Google Trends for Websites in etwa das Dreifache der Normalwerte bescherte (siehe Screenshot). Die großen deutschen Websites lagen am Wahltag bzw. am Tag danach ebenfalls klar über den sonst erreichten Zahlen. Und: barackobama.com, offizielle Website des Bald-Präsidenten, legte um 248,8% auf 150.000 Unique Visitors aus Deutschland zu.
Zur Erinnerung ein paar Informationen zu den Google-AdPlanner-Zahlen: Google weist für jede Website, die zumindest über 1.000 Nutzer verfügt, die Zahl der Unique Visitors pro Monat aus. Dabei wird im Unterschied zu Kennziffern wie denen von IVW oder AGOF für jede Einzeldomain ein eigener Unique-Visitors-Wert errechnet. t-online.de, t-home.de, t-mobile.de, etc. werden beispielsweise nicht zusammen ausgewiesen. Das hat den Vorteil, dass sich wirklich für jede einzelne Website die Nutzerschaft analysieren lässt. Ein weiterer Unterschied zur IVW: Die Zahlen aus dem Google-AdPlanner sind keine Messergebnisse, sondern hochgerechnete Zahlen. Die MEEDIA-Analysen der vergangenen Monate haben jedoch ergeben, dass sich die AdPlanner-Zahlen nicht hinter den Zahlen der anerkannten Konkurrenz verstecken müssen. Der große Vorteil der Zahlen: Es gibt sie für alle Websites - außer denen von Google selbst - also nicht nur für Angebote, die Mitglied bei IVW, AGOF, etc. sind.
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