580 Millionen Dollar. So viel hatte Medienmogul Rupert Murdoch 2005 für MySpace gezahlt und es als bestes Investment bezeichnet, das er je getätigt hatte. Heute würde er diesen Satz wohl kaum wiederholen. Das kränkelnde Netzwerk macht seine Büros in Deutschland dicht, kündigt weltweit 500 Mitarbeitern und zieht sich in die USA zurück. Insider vermuten, dass Murdoch verkaufen will. Der Relaunch hatte nicht den gewünschten Effekt. Und zeigt: Das Web-Business ist grausam und belohnt nur den Marktführer.
Einen geordneten Rückzug würde man beim Militär das nennen, was Rupert Murdoch nun in Deutschland plant. Weltweit trennt sich sein Unternehmen News Corp. von rund 500 Mitarbeitern, darunter 30 deutsche Mitarbeiter der Fox Interactive Media Germany GmbH. Neben der Berliner Zentrale sollen Ende Februar auch die Verkaufsbüros in Hamburg, Düsseldorf und Köln geschlossen werden. Der Konzern will sich wieder auf sein Geschäft in den USA konzentrieren, wo MySpace auch die meisten User hat.
Soll MySpace verkauft werden?
Eine „bedeutende organisatorische Restrukturierung“ mache die Streichung von 47 Prozent aller Stellen des Unternehmens nötig, erklärte MySpace-Chef Mike Jones am Dienstag den drastischen Schritt. Die Internet-Plattform werde sich als Treffpunkt und Informationsquelle für kulturinteressierte Menschen unter 35 Jahren neu positionieren und damit ihre Aktivitäten einschränken und vereinfachen.
Für Brancheninsider liest sich das wie: Sparen, verschlanken und für den Verkauf vorbereiten. Jones erklärte, die geplanten Massenentlassungen seien „beschlossen worden, um dem Unternehmen einen klaren Weg zu dauerhaftem Wachstum und Rentabilität zu geben“. Jones verwies auf einen Positivtrend: Über drei Millionen User hatte MySpace seit dem Relaunch im Oktober des vergangenen Jahres hinzugewonnen.
Doch schlussendlich hilft das nur wenig. Denn auch wenn MySpace noch 100 Millionen User stark ist, spielt die Musik längst woanders: auf Facebook. Das weltgrößte Social Network hat mittlerweile fünf Mal so viele Nutzer wie MySpace. Im November hatte der News-Corporation-Manager Chase Carey noch erklärt, MySpace blieben nur ein paar Quartale und nicht mehrere Jahre lang Zeit, um seine Überlebensfähigkeit zu beweisen.
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