Die neue Koalition plant offenbar ein Leistungsschutzrecht für Verlage im Internet. Ein solches Vorhaben ist seit einiger Zeit im Gespräch und heftig umstritten. Medienhäuser fordern ein Gesetz, um an weiteren Verwertungen ihrer publizistischen Inhalte beteiligt zu werden. Demgegenüber steht ein Großteil der Internetgemeinde, der einen solchen erweiterten Schutz ablehnt. Eins steht jetzt bereits fest: Das von der schwarz-gelben Regierung geplante Gesetz wird nicht einfach zu handhaben sein.
Die Forderung der Verlage findet ihren Ausdruck in der "Hamburger Erklärung" zum Schutz geistigen Eigentums, die bereits 166 europäische Medienhäuser unterzeichnet haben. Demnach soll der Staat auf nationaler und auf internationaler Ebene "die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern besser schützen". Dem scheint die neue Regierung jetzt nachzukommen. Im Entwurf des Koalitionsvertrag steht nach Informationen von Carta.info: "Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkmittler. Wir streben daher die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an."
Hauptargument der Verlage ist, dass Internetunternehmen mit den Inhalten der Verlage Geld verdienen, die Urheber finanziell aber nicht beteiligt werden. Ein Leistungsschutzrecht soll diesen Umstand ändern. Ein entsprechendes Gesetz hätte vor allem Auswirkungen auf Suchmaschinen und Nachrichten-Aggregationsdienste wie Google-News. Bislang müssen Verlage ausdrücklich verbieten, von Suchmaschinen und Aggregatoren indexiert zu werden. Das Leistungsschutzgesetz könnte diesen Vorgang umdrehen, Google und Co. müssten jetzt bei den Verlagen anfragen, ob sie Inhalte listen dürfen und müssten dafür unter Umständen auch Geld bezahlen.
Gegen ein solches Gesetz sprechen sich prominente Akteure journalistischer Internetangebote aus. Sie verfassten ein "Internet-Manifest", worin sie begründeten, wie das Web sowohl Gesellschaft als auch den Journalismus verändert. Darin heißt es: "Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert."
"Handelsblatt"-Blogger Thomas Knüwer bezeichnet dieses Gesetz sogar als eine Form der staatlichen Subventionierung, die im Endeffekt zu einem Rückgang regierungskritischer Berichterstattung führe. Denn: "Natürlich wird die Höhe jener Leistungsschutzrechte alle paar Jahre angepasst – und dann sitzen Verlage mit einer Aufsichtsbehörde am Tisch, die unter politischem Einfluss steht. Wer mag es sich da vorher mit den Herren des Geldes verderben?"
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner erklärte bereits im Sommer, dass man ein Leistungsschutzrecht wolle, um nicht in politische Abhängigkeiten zu geraten: "Gerade weil wir keine Subventionen wollen, benötigen wir Unterstützung beim Schutz des geistigen Eigentums."
Strittig dürfte hier auch die Konzentration auf die Presseverlage sein. Ein solches Gesetz müsste für alle publizistischen Angebote im Web gültig sein, damit der Verdacht einer Subventionierung ausgeräumt wird.
Zwischen Medien und Produktionsfirmen gibt es eine Verbeinbarung: Du bekommst von uns ein Interview mit einem Promi, dafür machst du unseren Film bekannter - kostenlos. Doch im Rahmen des Filmfestivals in Cannes scheinen erneut Produktionsfirmen Geld für Interviews mit Prominenten zu verlangen. Alliance Films, in Cannes mit Brad Pitt und Kristen Stewart und den Filmen “Killing them... mehr...
Sie hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie von der Überlegenheit "gemischter Teams" überzeugt ist - was Ursula von der Leyen zu einem gefragten Talkgast in deutschen Medienhäusern gemacht hat. Denn dort wird derzeit intensiv über die Gleichstellung und die Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte in Redaktionen und Verlagsabteilungen diskutiert. Nach einer Visite beim Spiegel... mehr...
Mit äußerst dürren Zeilen hat die Mediengruppe M. DuMont Schauberg Oliver Rohloff von seinen Aufgaben freigestellt. Der neue Chef von Berliner Verlag und Hamburger Morgenpost wird Stefan Hilscher. Bisher leitete der den Unternehmensbereich Köln (u.a. Kölner Stadt-Anzeiger). Ein Nachfolger für Hilscher in Köln werde ernannt, für eine Übergangszeit werde Hilscher aber zwischen Köln und... mehr...
Der Entwurf eines Leistungsschutzrechts für Verlage im Internet lässt weiter auf sich warten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nun in einer Rede durchblicken lassen, dass es sobald mit dem Gesetz nichts werden dürfte. Mit einer "einfachen Rechtssetzung" sei es nicht getan. Bei der "jungen Generation" müsse für den Schutz des geistigen Eigentum geworben werden. Staatsminister Bernd... mehr...
Wenn am Samstag der Eurovision Song Contest in Baku über die Bühne geht, können einem beim Zuschauen gemischte Gefühle beschleichen. In die Freude über schräge Teilnehmer wie die Russen-Omas und die Spannung, wie Roman Lob abschneidet, mischt sich ein ungutes Gefühl. Gerade hat die BBC in einer Reportage eindrucksvoll die Menschenrechtsverletzungen im Vorfeld des Song Contests und die... mehr...
“Was ist das”, werden Sie jetzt eventuell fragen. Streetside war die Antwort des Redmonder Softwareriesen auf Google Streetview. Im vergangenen Jahr mit gleich 50 Städten gestartet scheint Microsoft den Service unerwartet in die Sommerpause geschickt zu haben. Seit dem Wochenende ist der Webdienst nicht mehr erreichbar. Woran lag es? Mangelnde Nutzung? Zu hohe Kosten? In einem Blog gibt... mehr...
Seit einigen Jahren ist die Glamour-Shopping-Week der größte Auflagenbringer für das Magazin, auch in diesem Jahr lief es hervorragend. Ausgabe 4/2012 verkaufte sich dank Rabattkarte für viele Geschäfte so gut wie kein Heft seit zwei Jahren. Mit einem Einzelverkauf, der mehr als 40% über dem Glamour-Normalniveau lag, gewinnt das Heft auch die neueste Ausgabe des MEEDIA-Kiosk-Checks -... mehr...
Mit Empörung hat der Deutsche Journalisten-Verband auf den im Internet kursierenden Mordaufruf eines Islamisten reagiert. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, Redakteure eines Fernsehsenders zu ermorden, die Demonstranten der rechtsextremen Vereinigung Pro NRW mit Mohammed-Karikaturen gezeigt hätten. Urheber des via YouTube und auf zahlreichen Websites verbreiteten Videos ist ein... mehr...
Die Neue Zürcher Zeitung ist gerade dabei, sich digital neu zu erfinden. Die Digital-Abteilung um Peter Hogenkamp hat parallel zur bestehenden Website NZZ Online die Beta-Version des neuen Web-Auftritts live geschaltet. Die Marke NZZ Online soll verschwinden, Online- und Print-Redaktion wurde zusammengelegt, es wird schrittweise eine Paywall nach Vorbild der New York Times eingeführt... mehr...
Während Facebook sich außergerichtlich mit Klägern einigen muss, die juristisch gegen Werbung in ihrem Namen vorgegangen waren, hat Twitter seine Tracking-Pläne offenlegt. In den neuen Datenschutzrichtlinien erklärt das Social Network, an welchen Stellen im Web man plane, Nutzerdaten zu sammeln und was mit ihnen passiere. Vorbildlich: Twitter erklärt, wie man sich diesem Tracking... mehr...