Im gefühlten Kampf zwischen dem Web und Jack Wolfskin bleibt der Bekleidungshersteller hart. Es wird keine Gnade gegen die abgemahnten DaWanda-Mitglieder geben. "Jack Wolfskin als Markeninhaberin", heißt es in der neuesten Unternehmens-Mitteilung "hat daher das Bestreben und die Pflicht, die Marke gegen ähnliche Drittzeichen zu verteidigen, da die Marke sonst geschwächt wird." Damit fährt Wolfskin einen klaren Konfrontations-Kurs.
Hintergrund für die Unternehmens-Reaktion: Am Wochenende wurde bekannt, dass die Anwälte des hessischen Bekleidungs-Unternehmens, das im Besitz der Private Equitiy-Firma Quadriga Capital ist, in den vergangenen Wochen offenbar allen Anbietern von selbstgemachten Produkten (Taschen und Sticker) im Pfoten-Design die Verwendung dieses Logos untersagt haben. Dabei wurden nicht nur Abmahnungen an die Handarbeitsplattform DaWanda verschickt, sondern auch an zwei Mitglieder. Kostenpunkt: bis zu 991 Euro.
"Leider ist es notwendig, auch verhältnismäßig kleine Anbieter mit einer Abmahnung und entsprechender Kostenerstattung zu kontaktieren. Auch derartige Kleinanbieter sind, wenn sie sich mit Produkten in den geschäftlichen Verkehr begeben, dazu verpflichtet, vor Bewerbung und Verkauf dieser Produkte die Verletzung von Markenrechten zu überprüfen. Dies ist in den vorliegenden Fällen nicht erfolgt", heißt es in der Erklärung von Jack Wolfskin.
Auch die entstandenen Kosten hält das Unternehmen für gerechtfertigt. Bei den Abmahngebühren handelt sich "nicht um eine Strafzahlung, sondern um die Kosten, die Jack Wolfskin durch die Einschaltung der Anwälte entstanden sind und die im Falle der begründeten Abmahnung stets vom Markenverletzer übernommen werden müssen."
Nach Bekanntwerden des Falls rollte eine Protestwelle durch deutsche Blogs. "Lernen Anwälte und PR-Menschen eigentlich nichts aus den Vorgängen der Vergangenheit?", fragt Ralf Schwartz im Blog Werbeblogger. "Mit Jack Wolfskin vergreift sich wiedermal eine weltweit agierende und sich selbst für integer haltende Marke an den kleinsten und schwächsten Gliedern des Long Tails."
Die harte Haltung von Wolfskin wird sicherlich nicht zur Deeskalation des Falls beitragen. Möglicherweise könnte das Web-Image des Unternehmens langfristig Schaden nehmen.
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Letzte Kommentare
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BANKSDIONNE20 BANKSDIONNE20 Website
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20.10.09 16:05
Harald Schmitt Website
Richtig, Benedikt Metzen, das Fälschen von Adidas oder Puma wird auch verfolgt - aber darum geht es nicht.
Es geht hier nicht um gefälschte Produkte und nicht um nachgemachte Markenprodukte.
Es geht darum, dass JW Kleingewerbebetreiber mit teuren Abmahnungen fertig macht, weil sie z.B. irgendwelche Stoffsachen mit Katzenpfötchen-Motiv darauf herstellen und über Plattformen im Internet vertreiben.
Mit nicht unbedingt ähnlichen Pfotenabdrücken auf Sachen, die es eh nicht bei JW gibt.
Und dafür habe nicht nur ich null Verständnis.
20.10.09 14:48
luther blissett
@Rolf Medienbär:
Nur für den Fall, dass Du es nicht inzwischen selbst herausgefunden hast:
1. JW hat bereits mehrfach (erfolgreich) gegen die taz prozessiert.
2. Das Logo der taz war zuerst da, der Urheber hat seinerzeit lediglich versäumt, die Markenrechte zu sichern. Wenn überhaupt jemand "geklaut" hat, dann JW bei der taz ;-).
Alles nachzulesen in diversen Artikeln, die um dieses Thema kreisen.
Btw.: Ich besitze einen Rucksack von JW (knapp 10 Jahre alt). Ist das erste und letzte Produkt, was ich von dieser Marke kaufe. Die Firmenpolitik fand ich seit dem Funktionsjacken-Test von Stiftung Warentest schon zweifelhaft. Diese Aktion und das Vorgehen gegen die taz, von dem ich erst jetzt erfahren habe, lassen mich endgültig zu dem Schluss kommen:
JW - kauf ich nicht!
Schönen Tag allerseits und Glück auf für die fleißigen Kleingewerbetreibenden.
20.10.09 13:47
Benedikt Metzen
Und wieder einmal spielt sich das Netz als Anwalt für die Schwachen auf. Ob die Abmahnungen gerechtfertigt sind, sollen Gerichte prüfen. Alles andere ist für mich nur heiße Luft. Wenn eine Markenrechtsverletzung vorliegt, dann muss sie geahndet werden - und das geht nicht per einfachem Schreiben. Das Fälschen von Adidas oder Puma wird auch verfolgt.
Anders als der Autor prophezeie ich, dass das Image des Herstellers weder kurz- und auf keinen Fall langfristig Schaden nehmen wird.
20.10.09 13:46
Thomas Gutteck Website
Es ist ja ganz außer Frage das Jack Wolfskin damit Recht hat und auch seine Ansprüche geltend machen sollte, aber ob die Abmahnung dafür das richtige Mittel ist? Aus meiner Sicht nicht!
Als treuer Jack Wolfskin Kunde, weil man muss ehrlich sein, die Sachen sind gut, kann ich dies aber nicht gutheißen. Die Konsequenz ist für mich ich werde mich nach Alternativen umschauen.