Verlängerung eines heißen TV-Duells: Während der gesamten gestrigen Anne Will-Sendung beharkten sich Alice Schwarzer und die Spiegel-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen auf schärfste. Jetzt legt die Emma-Herausgeberin in ihrem Blog nach. Das Besondere dabei: In dem Posting zitiert die Feministin auch aus einer E-Mail, die ihr Jörg Kachelmann direkt nach der Talkshow schickte. Schwarzers Antwort an den Moderator: "Auch nette Männer vergewaltigen manchmal, Kollege Kachelmann. Leider."
Am Sonntag hatte die Chefredakteurin im ARD-Talk bereits mit Friedrichsen über deren Kommentar auf Spiegel Online von vergangener Woche gestritten. Schwarzer kritisierte, dass die Gerichtsreporterin zu milde mit dem Vorwurf der Vergewaltigung umgehe und sich dementsprechend auf die Seite Kachelmanns stelle - so, wie sie es generell bei Tätern von Sexualdelikten und/oder Frauenmorden tue.
Und auch im Schwarzer-Blog bekommt Friedrichsen ihr Fett weg: Die Journalistin würde sich schon lange als "Richterin der Richter" aufführen. Auch der Spiegel wird von der Kritik nicht verschont: "Hinter ihr (Gisela Friedrichen, Anm. der Redaktion) steht eine Millionen-Auflage – und eine Redaktion, die bei den Friedrichsen-Texten schon lange auf journalistische Minimalansprüche zu verzichten scheint, wie Objektivität und Recherche. Meinung genügt." Und weiter heißt es: "Der Fall Kachelmann ist keineswegs nur wegen der sensationshungrigen Boulevardpresse, sondern nicht zuletzt auch dank solcher Journalisten längst zu einer Medienschlacht ausgeartet, bei der sich die Lager verfestigen: hier Anhänger der Unschuldsvermutung von Kachelmann – da Anhänger der Wahrheitsvermutung des Opfers."
Über die Mail des Wetterexperten schreibt die Journalistin, dass sie eine Stunde nach der Will-Sendung an ihre Sekretärin gegangen sei. "Er erinnerte daran, dass wir ihn vor drei Jahren um einen Kommentar zum Emma-Jubiläumsbuch gebeten hatten und wollte sich nun schon mal 'höchstvorsorglich darum bewerben', die Redaktion zu besuchen. Um zu berichten, 'wie sich vier Monate unschuldig im Knast so anfühlen'. Seiner 'geschätzten Kollegin Schwarzer' ließ der wegen Vergewaltigung Angeklagte offenbar noch 'schöne Grüße' ausrichten.
Schwarzers Blog-Kommentar daraufhin: "Es ist richtig, Kollege Kachelmann, dass ich Sie eigentlich immer geschätzt habe – und dasselbe gilt für die ganze Emma-Redaktion. Ihnen ist vielleicht auch aufgefallen, dass Emma sich bisher zurückgehalten hat im Fall Kachelmann." Schwarzer wirft dem Moderator vor, dass er sich, sollte der Vorwurf der Vergewaltigung nicht stimmen, auf Kosten des Opfers verteidige. "Vielleicht geht Ihnen aufgrund Ihrer Sexualpraktiken aber auch alles durcheinander. Vielleicht wissen Sie gar nicht, dass das kein Spielchen ist, wenn eine Frau im Ernstfall Nein sagt, sondern Ernst."
"Die süße Falle: Diabetes" titelte der Focus am 16. April und bewegte damit deutlich mehr Menschen als in den Wochen zuvor, dass Münchner Magazin zu kaufen. Bei den am Dienstag veröffentlichten IVW-Zahlen für die Verkaufswoche 16 kommt der Focus damit auf 140.324 Heftverkäufe im Einzelhandel (Kiosk, Supermärkte, Tankstellen & Co.) bei einem Gesamtverkauf von 581.419 Exemplaren. Weniger... mehr...
Die US-Firma Visual Revenue hat eine Analysesoftware entwickelt, mit der die Durchschlagskraft von Online-Überschriften getestet werden kann. Das "Instant Headline Testing" soll die Klickraten auf Websites deutlich erhöhen. Die Empfehlungen, wo und wie lange Artikel online stehen sollen, werden laut Unternehmensangaben in Echtzeit gegeben, auf Basis der Nutzerschaft eines... mehr...
Nach hundert Tagen als Besitzer des Deutschen Fernsehballetts sagt Peter Wolf: "Das ist ein Himmelfahrtskommando". Der Berater und TV-Produzent hatte dem MDR das Ballett zum Jahresbeginn abgekauft, die neue Intendantin Karola Wille muss sparen. Reue, Willes Angebot angenommen zu haben, sagt Wolf, verspüre er zwar nicht. Aber die Aufgabe, aus der bisher gebührensubventionierten Truppe... mehr...
5000 Folgen in 20 Jahren. Das sind Zahlen, die im schnelllebigen Medienbusiness für beeindruckende Konstanz stehen. “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” feiert in dieser Woche Jubiläum. Keine andere Serie hat sich im deutschen Free-TV so lange so gut gehalten. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. Am Mittwoch lädt RTL zur 5000. Episode. MEEDIA blickt auf das Phänomen "GZSZ", bei dem die... mehr...
Seit der Talk-Reform in der ARD leiden die Talksendungen im Ersten an Themen-Armut und miesen Quoten. Die geballte Ladung von fünf konzeptionell sehr ähnlichen Gesprächssendungen an fünf Tagen hintereinander war keine gute Idee. “Hart aber fair” rettet sich immer öfter in Gaga-Themen, “Anne Will” sucht noch immer ihre Nische und “Beckmann” leidet unter dem Donnerstag-Sendeplatz. Wir... mehr...
Als die ARD ihre "Markenchecks" im Januar aus dem WDR Fernsehen ins Erste verschob, sorgten die ersten Ausgaben für eine Quoten-Sensation. Mehr als 6 Mio. Leute sahen den "Lidl-Check", darunter mehr als 2 Mio. 14- bis 49-Jährige. Doch die drei neuesten Ausgaben kamen im Mai längst nicht mehr an diese Zahlen heran. Nutzt sich das Konzept schon ab? Und welches waren bisher die... mehr...
Die zweite Staffel von "Rachs Restaurantschule" könnte schon die letzte gewesen sein. Nur 1,82 Mio. 14- bis 49-Jährige wollten das Finale am Montag sehen - ein unbefriedigender Marktanteil von 15,5%. Das erste Staffel-Finale sahen im Herbst 2010 noch 2,69 Mio. (19,9%), fünf der sechs Folgen der zweiten Staffel landeten unter den RTL-Normalwerten. Gewonnen hat den Dienstag die Soap... mehr...
Transparenz sieht anders aus: Die "Landespressestelle Bremen" der Piratenpartei hat über ihren jüngsten Landesparteitag Halbwahrheiten verbreitet. Sie berichtete in einer Pressemitteilung über die Wiederwahl des Landesvorsitzenden, unterließ dabei aber jeden Hinweis auf eine Kampfabstimmung um den Vorsitz. Mehrere Medien verließen sich auf die verschleiernde Mitteilung, viele Bremer... mehr...
Google soll der EU-Kommission möglichst in wenigen Wochen Rede und Antwort stehen. Die Kommission hatte Ende 2010 ein Kartellverfahren gegen den Internetkonzern eingeleitet. Vorwurf: Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt der Suchmaschinen. Joaquín Almunia, Vizepräsident der Europäischen Kommission, hat am Montag einen Zwischenstand gegeben – und fordert... mehr...
Bei einem Auftritt an der Humboldt Uni in Berlin, in einem Stern-Porträt und im aktuellen Focus verarbeitet Thomas Gottschalk sein Scheitern mit “Gottschalk Live”. Die Selbstkritik, die er zur Schau trägt, kratzt aber, wenn überhaupt, nur an der Oberfläche. Mal seien Gäste schuld gewesen, mal habe man sein Konzept nicht richtig umgesetzt, mal hat das Publikum nicht kapiert, was er... mehr...