Das US-Magazin Women's Wear Daily hat in seiner Online-Ausgabe Zahlen der amerikanischen Auflagenkontrolle Audit Bureau of Circulations (ABC) über die Verkäufe von iPad-Ausgaben von Zeitschriften veröffentlicht. Und diese Zahlen sind nicht sehr ermutigend. Demnach sinken die Verkaufszahlen bei allen iPad-Versionen von Print-Magazinen wie Wired, GQ oder Vanity Fair deutlich. Gründe für die Entwicklung könnten die zu hohen Preise und ein nachlassendes Innovationstempo der Verlage sein.
Das US-Magazin Wired war einer der ersten Titel mit einer aufwändigen iPad-Ausgabe. Die erste Nummer auf Apples Tablet-Computer mit der Titelgeschichte zum Animationsfilm “Toy Story 3” wurde über 100.000 mal auf dem iPad verkauft. Die Euphorie war groß. Die folgenden Wired-Ausgaben verkauften sich den ABC-Zahlen zufolge dann im Durchschnitt 31.000 mal - mit sinkender Tendenz. Im Oktober setzte Wired nur noch 22.000 Exemplare auf dem iPad ab, im November waren es 23.000 Exemplare.
Ähnlich nüchtern fällt die erste Bilanz der us-amerikanischen Condé-Nast-Magazine auf dem iPad aus. Vanity Fair verkaufte im Schnitt 10.500 Exemplare fürs iPad, die November-Ausgabe luden nur noch 8.700 Nutzer runter. Die iPad-Verkäufe von Glamour sanken um 20 Prozent im Oktober und nochmal um 20 Prozent auf 2.775 im November. GQ verkaufte im November 11.000 Exemplare auf dem iPad. Von Mai bis Oktober konnte das Männermagazin immerhin noch durchschnittlich 13.000 iPad-Exemplare verkaufen.
Men's Health verkaufte im Durchschnitt 2.800 iPad-Ausgaben im Frühjahr. Im September und Oktober waren es jeweils nur 2.000 Exemplare. Viele andere Magazine, wie The New Yorker, Esquire und People melden ihre iPad-Verkäufe gar nicht an die Auflagenkontrolle.
Das Online-Magazin Mashable hat die Zahlen ebenfalls analysiert und nennt einige gute Gründe für die Rückgänge. So sei der Preis der iPad-Ausgaben in vielen Fällen schlicht zu hoch gewählt. Außerdem seien die einzelnen iPad-Ausgaben zu groß. Sie brauchen zu lange, um zu laden und belegen zu viel Platz auf dem iPad. Die Magazine seien im Gewühl des riesigen App-Stores zwischen all den Spielen und Gratis-Apps zu schwer zu finden. Mashable fordert eine eigene Anwendung für Magazine nach dem Vorbild des iBook-Store oder wenigstens einen eigenen Bereich im App-Store für Magazine. Und schließlich hätten die Verlage das Innovationstempo gedrosselt. Die meisten Ausgaben enthielten die gleichen Gimmicks und Techniken wie zu Beginn.
All diese Gründe sind stichhaltig. Das bedeutet: Ja, die iPad-Verkäufe sinken, aber das muss nicht so bleiben. Wenn Apple den Magazinen ein eigenes Digital-Kiosk einrichtet und die Verlage ein hohe Innovationstempo beibehalten, gibt es Hoffnung. In Kürze wird zudem erwartet, dass Magazin-Abos via App-Store abgeschlossen werden können und im nächsten Jahr wird es eine neue, verbesserte Version des iPad geben, die noch mehr Geräte unters Volk bringt. All dies spricht dafür, dass die Magazin-Verkäufe auf dem iPad langfristig auch wieder steigen könnten.
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