Wenn am Donnerstag die neuen Zahlen der AGOF-Studie internet facts erscheinen, werden zahlreiche Anbieter nach dem ersten Blick in Jubel ausbrechen. Die Unique-User-Zahlen werden klar über denen aus der Vergangenheit liegen. Doch der Sprung hat nicht unbedingt mit einem Boom bei der Internet-Nutzung zu tun, sondern damit, dass die AGOF Anpassungen und Neuerungen in der Berechnung durchgeführt hat. Sie drückt damit quasi den Reset-Schalter und macht die neuen Zahlen unvergleichbar mit denen aus der Vergangenheit.
Wenn am Donnerstag die neuen Zahlen der AGOF-Studie internet facts erscheinen, werden zahlreiche Anbieter nach dem ersten Blick in Jubel ausbrechen. Die Unique-User-Zahlen werden klar über denen aus der Vergangenheit liegen. Doch der Sprung hat nicht unbedingt mit einem Boom bei der Internet-Nutzung zu tun, sondern damit, dass die AGOF Anpassungen und Neuerungen in der Berechnung durchgeführt hat. Sie drückt damit quasi den Reset-Schalter und macht die neuen Zahlen unvergleichbar mit denen aus der Vergangenheit.
Auch in der MEEDIA-Berichterstattung zu den neuen Zahlen wird sich dieser Neustart der AGOF-Zahlen niederschlagen. Sie werden in unseren Analysen am Donnerstag keine Vergleiche mit den bisherigen Zahlen und Rankings finden, da die Änderungen in der Berechnungsgrundlage zu groß sind, um einen solchen Vergleich sinnvoll zu machen. Doch wie genau sehen die Änderungen und Anpassungen aus, wegen denen die AGOF-Zahlen so anders als bisher sind? Im Detail gibt es einen kleinen und zwei große, wichtigere Faktoren:
1. Bei den internet facts 2010-I kommt eine neue CATI-Welle zum Einsatz. Die "Computer Assisted Telephone Interviews" haben ergeben, dass die Internetnutzerschaft weiter gestiegen ist und nun bei 75,5% der Gesamtbevölkerung liegt. Diese Tatsache allein wäre allerdings noch kein Grund, eine Vergleichbarkeit mit bisherigen AGOF-Zahlen auszuschließen, denn die Netz-Nutzerschaft steigt seit Jahren kontinuierlich an. Wichtiger sind daher die beiden weiteren Punkte:
2. Die Definition des so genannten MultiClient-Modells musste angepasst werden. Hinter diesem Begriff versteckt sich die Tatsache, dass Internet-Nutzer immer mehr verschiedene Rechner, bzw. unterschiedliche Browser auf einem Rechner verwenden. Ein MultiClient-User ist künftig jemand, der das Internet von mehr als einem Ort nutzt und/oder es mit mehr als einem Browser pro Rechner nutzt. Lag der Anteil von MultiClient-Usern in der AGOF-Studie bisher bei 37%, sind es nun 75%. Da die Anzahl der Fälle, die für die internet facts herangezogen werden, mit 100.000 Usern gleich bleibt, erhöht sich die Zahl der Clients, die ausgewertet werden, von 138.000 auf 250.000. Dadurch steigt die Anzahl der pro User genutzten Angebote fast automatisch und die Zahl der Unique User der AGOF-geprüften Angebote gleich mit.
3. Ebenfalls für einen Sprung der Unique-User-Zahlen verantwortlich ist der dritte Punkt. Wie schon bei den anderen ma-Studien - zuletzt bei der ma Radio - gibt es in den internet facts eine neue Grundgesamtheit. Die besteht künftig aus Deutschen, EU-Ausländern und anderen deutschsprachigen Ausländern, die in Deutschland leben. Die Grundgesamtheit vergrößert sich durch die hinzugekommenen Ausländer um ca. 12% von 43,5 Mio. auf 48 Mio. Internet-Nutzer. Auch dadurch werden zahlreiche AGOF-Angebote deutlich höhere Unique-User-Zahlen haben als bisher.
Fazit: Die Anpassungen der Berechnungsgrundlage an die veränderten Realitäten und die Aufnahme von 4,5 Mio. neuen Nutzern macht die AGOF-Zahlen also auf der einen Seite noch besser und realistischer, auf der anderen Seite verhindern sie aber einen sinnvollen Vergleich mit der Vergangenheit. In drei Monaten - mit den internet facts 2010-II - wird es dann wieder Vergleiche geben können, allerdings auch dann natürlich nur mit den in dieser Woche erscheinenden internet facts 2010-I.
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