Michel Friedman hat das Internet für sich entdeckt. Gemeinsam mit Margaret Heckel, einer Kollegin aus gemeinsamen Tagen bei der „Welt“, hat der 53-Jährige das Autoren-Portal Starke-Meinungen.de gegründet. Das Konzept: Qualitätsjournalismus für jedermann und zwar meinungsstarken. Es gibt keine Redaktion und keine Ressorts und auch kein Geld. „Die Texte werden aus Leidenschaft am Diskurs verfasst“, sagt Friedman. Als Autoren sind u. a. dabei: Bärbel Schäfer, Ursula Weidenfeld und Klaus Kocks.
Das Non-Profit-Portal soll zu einer Marke der Unabhängigkeit werden – der „Anarchie“, sagt Friedman. Damit meint der promovierte Jurist, dass Texte lediglich auf Rechtschreibung kontrolliert werden. Inhaltlich gebe es keinerlei Einschränkungen. Die einzige Ausnahme: Beiträge dürfen nichts Illegales enthalten.
Starke-Meinungen.de ist vor allem eins: ein Gegenentwurf zu den Paid-Content-Gedanken der deutschen Verlegerschaft von Springer bis Burda. Es sei "geil", so Friedman: „Man kann heute Zeitung machen, ohne Geld reinstecken zu müssen.“ Kostenfreier Qualitätsjournalismus sei im Internet möglich: aber nur, wenn man selbst kein Geld damit verdienen will – wie Friedman und Heckel.
Ein wenig konnte man bei Friedmans Darlegungen den Eindruck gewinnen, dass das Projekt ein wenig zu elitär geraten sein könnte. So, als gönne man der Welt der Normalen etwas von den dezidierten Meinungen der über alles thronenden Medien-Elite. Doch Friedman weist derlei gleich von sich: „Wir sind kein journalistischer Selbstbefriedigungsladen. Unsere Autoren verbindet der Spaß am Diskurs.“ Ein Diskurs, an dem die Leser nur bedingt teilnehmen können, denn Nutzerkommentare werden gefiltert. Die Auswahl trifft Margaret Heckel, die die Rolle der Herausgeberin übernommen hat.
Das Portal ist wie ein Blog gestaltet, Ressorts gibt es keine, das Themenspektrum ist dementsprechend breit gefächert. Die Site ist auf der Open Source-Software Wordpress aufgebaut, programmiert wurde sie von der Berliner Agentur Quintact, die das Konzept offenbar großartig findet und deshalb kein Geld für die Programmierung genommen hat.
Seit fast acht Wochen ist die Site online, in einem halben Jahr will man schauen, ob es weitergeht. Die Nutzerzahlen sollen monatlich um zehn Prozent wachsen, zudem will man weitere Autoren gewinnen.
"Die süße Falle: Diabetes" titelte der Focus am 16. April und bewegte damit deutlich mehr Menschen als in den Wochen zuvor, dass Münchner Magazin zu kaufen. Bei den am Dienstag veröffentlichten IVW-Zahlen für die Verkaufswoche 16 kommt der Focus damit auf 140.324 Heftverkäufe im Einzelhandel (Kiosk, Supermärkte, Tankstellen & Co.) bei einem Gesamtverkauf von 581.419 Exemplaren. Weniger... mehr...
Die US-Firma Visual Revenue hat eine Analysesoftware entwickelt, mit der die Durchschlagskraft von Online-Überschriften getestet werden kann. Das "Instant Headline Testing" soll die Klickraten auf Websites deutlich erhöhen. Die Empfehlungen, wo und wie lange Artikel online stehen sollen, werden laut Unternehmensangaben in Echtzeit gegeben, auf Basis der Nutzerschaft eines... mehr...
Nach hundert Tagen als Besitzer des Deutschen Fernsehballetts sagt Peter Wolf: "Das ist ein Himmelfahrtskommando". Der Berater und TV-Produzent hatte dem MDR das Ballett zum Jahresbeginn abgekauft, die neue Intendantin Karola Wille muss sparen. Reue, Willes Angebot angenommen zu haben, sagt Wolf, verspüre er zwar nicht. Aber die Aufgabe, aus der bisher gebührensubventionierten Truppe... mehr...
5000 Folgen in 20 Jahren. Das sind Zahlen, die im schnelllebigen Medienbusiness für beeindruckende Konstanz stehen. “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” feiert in dieser Woche Jubiläum. Keine andere Serie hat sich im deutschen Free-TV so lange so gut gehalten. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. Am Mittwoch lädt RTL zur 5000. Episode. MEEDIA blickt auf das Phänomen "GZSZ", bei dem die... mehr...
Seit der Talk-Reform in der ARD leiden die Talksendungen im Ersten an Themen-Armut und miesen Quoten. Die geballte Ladung von fünf konzeptionell sehr ähnlichen Gesprächssendungen an fünf Tagen hintereinander war keine gute Idee. “Hart aber fair” rettet sich immer öfter in Gaga-Themen, “Anne Will” sucht noch immer ihre Nische und “Beckmann” leidet unter dem Donnerstag-Sendeplatz. Wir... mehr...
Als die ARD ihre "Markenchecks" im Januar aus dem WDR Fernsehen ins Erste verschob, sorgten die ersten Ausgaben für eine Quoten-Sensation. Mehr als 6 Mio. Leute sahen den "Lidl-Check", darunter mehr als 2 Mio. 14- bis 49-Jährige. Doch die drei neuesten Ausgaben kamen im Mai längst nicht mehr an diese Zahlen heran. Nutzt sich das Konzept schon ab? Und welches waren bisher die... mehr...
Die zweite Staffel von "Rachs Restaurantschule" könnte schon die letzte gewesen sein. Nur 1,82 Mio. 14- bis 49-Jährige wollten das Finale am Montag sehen - ein unbefriedigender Marktanteil von 15,5%. Das erste Staffel-Finale sahen im Herbst 2010 noch 2,69 Mio. (19,9%), fünf der sechs Folgen der zweiten Staffel landeten unter den RTL-Normalwerten. Gewonnen hat den Dienstag die Soap... mehr...
Transparenz sieht anders aus: Die "Landespressestelle Bremen" der Piratenpartei hat über ihren jüngsten Landesparteitag Halbwahrheiten verbreitet. Sie berichtete in einer Pressemitteilung über die Wiederwahl des Landesvorsitzenden, unterließ dabei aber jeden Hinweis auf eine Kampfabstimmung um den Vorsitz. Mehrere Medien verließen sich auf die verschleiernde Mitteilung, viele Bremer... mehr...
Google soll der EU-Kommission möglichst in wenigen Wochen Rede und Antwort stehen. Die Kommission hatte Ende 2010 ein Kartellverfahren gegen den Internetkonzern eingeleitet. Vorwurf: Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt der Suchmaschinen. Joaquín Almunia, Vizepräsident der Europäischen Kommission, hat am Montag einen Zwischenstand gegeben – und fordert... mehr...
Bei einem Auftritt an der Humboldt Uni in Berlin, in einem Stern-Porträt und im aktuellen Focus verarbeitet Thomas Gottschalk sein Scheitern mit “Gottschalk Live”. Die Selbstkritik, die er zur Schau trägt, kratzt aber, wenn überhaupt, nur an der Oberfläche. Mal seien Gäste schuld gewesen, mal habe man sein Konzept nicht richtig umgesetzt, mal hat das Publikum nicht kapiert, was er... mehr...