Tatsächlich: Seit einem halben Jahrzehnt gibt es das gefragte soziale Netzwerk nun schon – und ein Ende des Booms scheint nicht in Sicht zu sein. 160 Millionen User tummeln sich bereits auf dem Web 2.0-Angebot – wenn Facebook in dem Tempo weiter wächst, ist bald der Großteil aller Internetnutzer miteinander vernetzt. Wie keinem zweiten Angebot der Web 2.0-Ära ist es Facebook gelungen, die soziale Interaktion im Internet selbstverständlich zu machen.
Es war eine jener dunklen Nächte, die gar nicht lang genug sein konnten. "Wenn ich es nicht an dem Tag herausgebracht hätte, hätte ich es vermutlich auf den Müll geworfen", erklärte der 19-jährige Harvard-Student Mark Zuckerberg über seine wahren Programmierorgien im Wintersemester 2003 / 2004.
"Es" war nichts anderes als die Erstversion einer Networking-Seite, die Harvard-Studenten miteinander verbinden sollte und einst als facemash.com wenige Monate zuvor ihr Eigenleben begonnen hatte.
Fünf Jahre und viele durchgearbeitete Nächte später ist Facebook die größte Erfolgsgeschichte, die das Internet in diesem Jahrzehnt gesehen hat – von Google einmal abgesehen.

Auf 160 Millionen registrierte Nutzer ist das Social Network inzwischen angeschwollen. Tendenz: Rasant steigend. Erst im September vergangenen Jahres wurde die magische 100-Millionenmarke überschritten. Inzwischen gewinnt Facebook alle 23 Tage 10 Millionen neue Nutzer hinzu. Das macht unglaubliche 430.000 Neuregistrierungen am Tag.
Welches Ausmaß die weltweite Vernetzung inzwischen angenommen hat, verdeutlicht das individuelle Nutzungsverhalten: 15 Millionen Nutzer – also fast jeder Zehnte – aktualisieren ihr Profil mindestens einmal am Tag. 24 Millionen Inhalte wie Links, Nachrichten, Blogs Posts, Anmerkungen, Fotos werden jeden Monat gemeinsam genutzt und miteinander geteilt. Und enorme 850 Millionen Fotos inzwischen hochgeladen.
120 Freunde besitzt der Facebook-Nutzer inzwischen bereits im Durchschnitt. Darunter selbst so prominente Gesichter wie Prinz Harry, mit dem vor wenigen Wochen auf die pragmatischste aller modernen Kommunikationsformen Schluss gemacht wurde: Freundin Chelsy Davy änderte schlicht ihren Beziehungsstatus bei Facebook in "Single".

Der Eindruck täuscht nicht: Längst ist Facebook nicht nur in der Popkultur, sondern auch im Mainstream verankert. Und sogar in der Zeitgeschichte: Erst zwei Wochen ist es her, dass CNN.com Facebook zur Amtseinführung von Barack Obama mit auf die Webseite holte.
Nutzer des Social Networks konnten die Inauguration so mit ihren Freunden erleben – und im Status Update kommentieren. "Was für eine großartige Werbung für Facebook", adelte TechCrunch-Gründer Michael Arrington die Einbindung des Social Networks in das Online-Angebot des renommierten Nachrichtensenders, "großartig gemacht!"
Entsprechend stolz blickt der immer noch erst 24-jährige Mark Zuckerberg auf das Erreichte zurück: "Facebook wurde 2004 gegründet, um den Leuten Werkzeuge zu geben, die sie miteinander und die Welt um sie herum verbindet", schrieb Zuckerberg gestern im Facebook-Blog. 
Die eigentliche Leistung des einst jüngsten Milliardär des Silicon Valleys besteht jedoch nicht nur im gigantischen Wachstum, das Facebook vorgelegt und es fraglos zum erfolgreichsten Internetstart-up des Jahrzehnts gemacht hat – es besteht im sozialen Wandel, den Facebook als prägendstes Angebot in der Web 2.0-Ära eingeleitet hat.
"Unsere Kultur hat sich ziemlich dramatisch in den letzten fünf Jahren verändert", erklärt Zuckerberg. "Vorher haben es Nutzer nicht in Betracht gezogen, ihre wahre Identität online preiszugeben. Facebook jedoch bietet ein sicheres und vertrauendwürdiges Umfeld für Menschen, um online miteinander in Verbindung zu treten. Für Millionen ist es inzwischen selbstverständlich, sich auf diese Weise mitzuteilen."
Für 160 Millionen Menschen sogar. Das ist viel für fünf Jahre – ein wahrer Meilenstein. Um inen ähnlich überlebensgroßen Fußabdruck in der Onlinewelt zu hinterlassen wie Google, das erfolgreichste Dot.com-Unternehmen aller Zeiten, muss in den nächsten Jahren nun nur noch gelingen, was ein erfolgreiches Unternehmen am Ende des Tages ausmacht: Das Geschäftsmodell zu monetarisieren.
Herzlichen Glückwunsch, Facebook! Auf die nächsten fünf – oder 50 Jahre!
Wie die Facebook-Story einst begann, können Sie hier lesen.
Wie das Facebook-Universum funktioniert, wie die ganze Welt auf Facebook zum globalen Dorf wird, und warum das soziale Netzwerk zwischenzeitlich mit 15 Milliarden Dollar bewertet wurde, lesen Sie in unserem großen Facebook-Special.
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