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Fünf Argumente für und gegen die iPhone-Firma

Apple: die große Hassliebe-Liste

An kaum einer andere Technikfirma scheiden sich die Geister derart wie an Apple. Die einen verehren Apple-Chef Steve Jobs als iGod und zahlen jeden Preis für neue iPhones, iPods, iPads oder Macs. Die anderen spotten über die schafsköpfigen Apple-Fanboys und geißeln den goldenen Design-Käfig, in den Apple seine Nutzer sperrt, und die sprichwörtliche Arroganz der Apfel-Firma. MEEDIA hat fünf Gründe zusammengetragen, warum man Apple-Fan sein sollte. Und fünf genauso gute Gründe, warum nicht.

Fünf Gründe, Apple zu hassen:

1. Die geschlossene Religionsgemeinschaft und der iGod

Apple-Neukunden glauben gerne, dass sie mit dem Kauf ihres ersten Produktes mit Apfel-Logo, auch gleichzeitig Mitglied in einer Art Geheimbund geworden sind. Tatsächlich haben sie sich bereitwillig dem Alleinherrscher Steve Jobs I. unterworfen. In seinem Reich duldet der iGod keine weiteren Götter neben sich. Will heißen: Geräte anderer Hersteller laufen nicht richtig. Software ist nicht kompatibel. Selbst das hin- und herschieben von Dateien innerhalb der eigenen Apple-Geräte ist kompliziert. Das geschlossene Apple-System ist eine Horrorwelt für freiheitsliebende Web-Aktivisten und ein Garten Eden für Medienunternehmen, die ihre Inhalte verkaufen wollen. Wie in jeder Theokratie verdient dabei jedoch immer der höchste Priester, sprich Steve Jobs, kräftig mit.

2. Wie der Herr, so's Gescherr: die extreme Apple-Arroganz

Ja, ja, es ist richtig: iTunes hat – zumindest ein Stück weit – die Musikindustrie gerettet. Dasselbe passiert gerade mit den Medienhäusern und dem App-Store. Allerdings ist es schlechter Stil, dass Apple sich die größte Mühe gibt, seine Geschäftspartner diese vermeintliche Überlegenheit viel zu oft spüren zu lassen. Die Arroganz der Company aus Cupertino kennt keine Grenzen. Beispiel: Obwohl längst klar war, dass das neue iPhone 4 Probleme mit dem Empfang hat, taten die US-Manager noch immer so, als ob die Nutzer nur zu dumm wären das Smartphone richtig zu halten. Bayern München strahlt verglichen mit Steve Jobs und Co. eine geradezu positive Arroganz aus. Bei Apple scheint die permanente Selbstüberschätzung längst zu Größenwahn gekippt zu sein.

3. Viel zu teuer für billige Hardware

Bei Apple zahlen Sie nicht für das Produkt, sondern für das Design und den Namen. IT-Experten formulieren das gerne so: "Die Apfelprodukte sind zu teuer für ihre billige Hardware". Beispiel iPod oder Laptops: Die Konkurrenzprodukte mit derselben Ausstattung sind oftmals bis zu einem Drittel günstiger, als die Hardware aus Cupertino. Will heißen: Für einen Laptop oder Musik-Spieler in derselben Preisklasse wie die überteuerten iDinger, bekommt jeder Nutzer, egal ob Experte oder Anfänger, viel mehr Produkt für dasselbe Geld. Nicht-Apple-Nutzer wissen: Auf die inneren Werte kommt es an, nicht bloß auf die Verpackung.

4. Schnüffel-Company: Big Steve is watching you

Wenn es nicht so dramatisch wäre, wäre es komisch: Es gibt eine gewisse Schnittmenge an Nutzern, die gleichzeitig für Datenschutz und gegen einen starken Überwachungsstaat sind und trotzdem mit einem iPhone telefonieren und ihre Proteste über einen Apple-Rechner formulieren. Alleine die neuesten Pläne zur Überwachung, äh, Diebstahlsicherung des iPhones zeigen: Apple will wissen, wo der Kunde ist und was er gerade macht. Mit Hilfe eines neuen Patentes können die Amerikaner künftig über iPhone und iPad das Aussehen, die Stimme und sogar den Herzschlag eines Nutzers unbemerkt erfassen. Big Brother war ein Waisenknabe gegen Big Steve.

5. Unpraktische Rentner-Rechner

Der letzt Grund gegen Apple ist ganz und gar praktischer Natur: Die Geräte aus Cupertino sind einfach unpraktisch. Auf den ersten Blick sind die Dinger toll gemacht und die Nutzerführung ist klasse. Doch die Rechner haben schlicht zu wenig Steckplätze, das iPhone überhaupt keinen USB-Anschluss und jeder, der schon einmal probiert hat einen Akku zu wechseln, hat garantiert schon einmal aus ganzen Herzen Apple verflucht. Denn spätestens jetzt zeigt sich: Steve Jobs ist nicht Gott und seine Produkte haben – genauso wie die Geräte von Dell oder die Software von Microsoft – ihre Macken und Tücken. Die wahre Magie der iGadgets liegt in ihrer intuitiven Handhabe. Das macht sie zur idealen Hardware für ältere Nutzer. Doch wer will schon denselben Rechner wie seine Eltern benutzen?

Fünf Gründe, Apple zu lieben:

1. Es sind die Produkte, Stupid!

Da können Nörgler und PC-Jünger noch so viel meckern, dass ein Mac keine 25 USB-Anschlüsse besitzt, man keinen E-Sate-Festplatten-Tralala-Anschluss findet und man mit dem iPad keine Fotos schießen kann undsoweitundsofort. Die Produkte der Kalifornier tun stets genau das, was sie sollen. Und das exzellent! Die Produkt-Designer machen sich wirklich Gedanken darüber, wie Leute einen Computer, ein Smartphone oder einen Tablet nutzen und setzen dies konsequent um. Keine andere Firma richtet ihre Produkte derart konsequent auf die Bedürfnisse der Endverbraucher aus. Dafür wird Apple von seinen Nutzern geliebt. Zurecht.

2. iPad und Co. sind einfach schön

Es macht Spaß, sich auch bei der Arbeit mit schönen Dingen zu umgeben. Man muss nur mal eines dieser schwarz-silbernen oder schlachtschiffgrauen PC-Ungetüme anschauen, die da unter den Tischen der Mikro-Sklaven brummen. Oder man riskiere einen Blick darauf, wie Smartphones ausgehen haben, bevor Apple mit dem iPhone die Branche auf den Kopf gestellt hat. Schlipsträger, mit einem Blackberry, der ungefähr 167 Winz-Tasten besitzt hängt wie früher der Colt im Hartschalen-Etui am Kroko-Imitatgürtel. Solche Leute haben keinen Sinn für Ästhetik. Mit denen möchte man sich nicht gemein machen.

3. Apple bietet alles aus einer Hand - und es funktioniert

Das Genöle über das proprietäre System, in dem Apple seine Nutzer einsperrt, ist wirklich das schwächste Argument, das sich Apfel-Gegner ausdenken konnten. Welcher iPhone, Mac oder iPad-Nutzer hätte jemals wirklich etwas von der großen Freiheit, die andere Anbieter versprechen, vermisst? Apple-Geräte und Software sind hervorragend aufeinander abgestimmt. Wer einmal seine Musik- und Videos mit iTunes verwaltet hat, will kein anderes Programm mehr. Weil Apple Hard- und Software aus einem Guss bietet, funktioniert das Zeug schlicht und ergreifend auch. Die von anderen Herstellern oft proklamierte Freiheit, ist meistens die Freiheit, Nutzer mit unausgereifter Hard- und Software zu behelligen.

4. Apple rettet die Musik-, Film- und Verlagsindustrie

Okay, das mag jetzt ein ganz kleines bisschen überspitzt formuliert sein - aber erst Apple hat der Musikindustrie gezeigt, wie man erfolgreich Musik online vermarkten kann. Die Firma hat die Regeln des digitalen Zeitalters verstanden. Während die Musik-Bosse Kunden noch mit digitalem Kopierschutz gängeln, forderte Apple längst, Musik kopierschutzfrei zu verkaufen. Warum? Weil es besser für die zahlende Kundschaft ist! Mit iTunes etablierte Apple den Medien-Kaufladen im Internet schlechthin. Einfach zu bedienen, einfach bei der Abrechnung. Rundum kundenfreundlich. Der App-Store ist ein florierende eigener Wirtschaftszweig geworden, dass die Firma aus Cupertino die Kontrolle über das von ihr aufgebaute Geschäft nicht in die Hand von Stümpern geben will, ist nur allzu verständlich.

5. Apple ist ganz einfach sexy

Das hat das Dating-Portal OK Cupid jüngst in einer Online-Befragung herausgefunden. Demnach haben die Nutzer von Apples iPhone mehr Sex als Blackberry-Nutzer. Hormonell auf den hintersten Rängen bei der Befragung landeten die Technik-Nerds mit ihren versponnenen Android-Telefonen.  Dreimal darf man raten warum.

red

24.08.2010
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