Burda beweist Mut: Mit dem neuen Anlage-Portal Finanzen100 wagt sich die Tomorrow Focus AG in einen komplett neuen Markt. "Voraussichtlich in der kommenden Woche wechseln wir von der closed in die open Beta", verrät Geschäftsführer Oliver Eckert gegenüber MEEDIA. Mit Finanzen100 könnte der Tomorrow Focus-Tochter ein großer Wurf gelungen sein. Denn wie ein erster Blick auf das Angebot offenbart, überzeugt die Plattform durch einfache Bedienung, gute Übersicht und eine erstaunliche Nachrichten-Tiefe.
Die Seite zeigt schon beim schnellen Check, dass Nachrichten das Kernangebot des neuen Dienstes bilden werden. "Zum Entwicklungsstart haben wir drei Punkte definiert, an denen wir uns orientieren", sagt Eckert. "Wir sind überzeugt, dass das Bedürfnis nach Nachrichten und Informationen – spätestens seit der Finanzkrise – stark zugenommen hat." Diesen Wunsch will und kann das Portal erfüllen.
Nachrichten stehen im Mittelpunkt der Startseite
Denn die Newssuche aggregiert zum Start bereits Inhalte aus rund 12.500 Quellen. Sie setzten sich zusammen aus 450 Pressequellen (aus Deutschland und England), Foren-Inhalten, Blog-Postings und Adhoc-Meldungen. Darüber hinaus durchstöbert der Finanzen100-Suchagent die Inhalte von Tausenden von Investor Relations-Seiten kleinerer Aktienfirmen. "Vor allem für Nebenwerte ist dies ein spannendes Angebot. Denn die meiste mediale Berichterstattung konzentriert sich noch immer auf die Blue Chips", sagt Eckert.
Zum Start sind die Nachrichten noch der wichtigste USP des Portals. Später sollen vor allem noch eine Vielzahl an Analyse-Tools für Wertpapiere oder Zertifikate für weitere Alleinstellungsmerkmale sorgen. Zur Einordnung der Relevanz einer Nachricht setzt das Start-up nicht auf eine Redaktion, sondern ausschließlich auf einen Algorithmus. Diese Lösung entspricht einem weiteren Punkt von Eckerts Grundüberlegung. "Als Zweites war uns wichtig, ein Portal zu gestalten, das effizient arbeitet. Technologie ist hierzu der Schlüssel."
Die Rubrik "Top100" informiert unter anderem
über die 100 meistgehandelten Aktien
Passend dazu kommen die Kölner auch nur mit einem Zehn-Mann-Team aus. Obwohl das Portal in der Domstadt entwickelt und betrieben wird, gehört es zu 60 Prozent der Münchener Tomorrow Focus AG. Weitere Anteile halten unter anderem der OnVista-Gründer Stephan Schubert, der auch die Idee zu dem neuem Dienst hatte. "Unsere Kernzielgruppe sind aktive Privatanleger, Investoren und Vermögensverwalter", sagt Eckert.
Zum Start wird Finazen100 direkt bei Focus.de angebunden. "Diese Kooperation verschafft uns schnell eine spürbare Reichweite", hofft Eckert. Für Focus.de-Chefredakteur Jochen Wegner ist der Launch ein wichtiger Meilenstein in seinem Beiboot-Konzept. Der Münchener glaubt, dass es die Zukunft vieler Medienmarken sein wird, neben ihren Hauptangeboten, wie Focus.de, noch viele Spezial-Dienste anzubieten. Finanzieren soll sich das Angebot ausschließlich über Werbung.
Die Unterseite "Märkte": Übersichtlich und
klar geordnetes Info-Angebot
Die dritte wichtige Grundüberlegung von Eckert und seinem Team war es, ein Portal zu bauen, dass durch eine einfache Usability überzeugt. Das ist gelungen. Zumindest in der closed Beta-Version erscheint die Seite übersichtlich. Alle Features wie interaktive Flash-Charts, Watchlists und Portfolios lassen sich selbst von Neulingen intuitiv bedienen.
"Auch wenn wir bis Weihnachten das Beta-Schild von unserer Seite nehmen, heißt das noch lange nicht, dass wir fertig sind. Den Ausbau des Portals wollen wir noch über viele Jahre konsequent und schnell vorantreiben", sagt Eckert.
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Letzte Kommentare
28.08.09 14:58
Luciola Lazilia
Zu der gespaltenen Zunge fällt mir nur eins ein: "Kommst du nicht gegen den Strom an, schwimme mit ihm." ;)
27.08.09 10:42
Hans Meier
Da soll Herr Winners (CEO TomorrowFocus) Herrn Burda doch mal erklären, warum hier andere Gesetze als bei Google gelten. Und im Gegensatz zu Google wird neben den Nachrichten sicherlich auch Werbung geschaltet. Es wäre doch interessant, wenn Meedia Herrn Winners dazu in einem Interview mal befragt. Abwarten, ob der sich auch traut, Auskunft zu geben und zu erklären, warum das Haus Burda mit "gespaltener Zunge" spricht.
27.08.09 09:32
Max Franke
Danke für den Kommentar Herr Breitinger!
Ist sowieso verwunderlich, dass Burda sich derart engagiert. Sind doch nur "lousy pennies" im Web zu verdienen ;)
27.08.09 00:56
Matthias Breitinger
"Denn die Newssuche aggregiert zum Start bereits Inhalte aus rund 12.500 Quellen."
Aha - kürzlich hat Herr Burda ebensolches Vorgehen durch Google noch scharf kritisiert... da war doch noch davon die Rede, Google enteigne die Verlage... und nun macht Burda das gleiche. Bemerkenswert.