Gruner + Jahr ist auf der Suche nach neuen Erlösquellen. Eine dieser Quellen vermutet der Vorstandschef Bernd Buchholz im Professional Publishing, also im weiteren Sinne: Fachinfos. Nun hat G+J in seinem weit verzweigten Reich bereits einen erfolgreichen Professional Publisher: den Entertainment Media Verlag, der u.a. Magazine wie "Blickpunkt Film" oder "Musikwoche" herausgibt. Jüngst haben die Hamburger einen Vertreter des EMV zu sich eingeladen und sich viel versprechende Online-Konzepte vorstellen lassen.
Thorsten Heger ist Produktmanager Online Entertainment Media beim EMV und hat bei der G+J-internen Veranstaltung "Breakfast.Net" einige Online-Konzepte vorgestellt. Dabei brachte der Onliner aus Dornach bei München (da sitzt der EMV) Erkenntnisse mit, die die Hamburger Herren sehr interessiert haben dürften.
Den viel beschworenen User-Generated Content könne man viel stärker für die Inhalte-Produktion nutzen, so Heger, außerdem könne man mit einer besseren Ausnutzung der Technik auch online zahlreiche Innovationen vorantreiben, ähnlich wie bei den Zeitschriften. Ein kleiner Seitenhieb darauf, dass in Sachen Online-Experimentierfreude beim großen Print-Haus G+J hier und da noch gewaltig hapert.
Als Vorbild nannte Heger das Angebot www.gamespot.com des US-Konzerns CNet (gehört mittlerweile zu CBS). Viele Inhalte dieser Spiele-Website werden von den Nutzern selbst erstellt. Gleichzeitig gibt es dort einen einzigartigen Erlösmix: Werbung, E-Commerce, Mikro-Transaktionen und Marktforschungsdaten, die an Business-Kunden verkauft werden. Gerade letzteres ist so etwas wie das Erfolgsgeheimnis von CNet.
Auf zahlreichen Entertainment-Websites, neben Gamespot u.a. die umfangreiche Fernseh-Site TV.com, werden Unmengen an Daten über die Nutzervorlieben gesammelt und aggregiert. Die Daten, zum Beispiel über die Akzeptanz neuer TV-Formate oder die Downloadzahlen von Demos noch nicht veröffentlichter Computerspiele, werden dann zu Analysen verarbeitet und für teures Geld an Geschäftskunden verkauft. Der Mix aus kostengünstig erzeugten Nutzer-Inhalten und dem Aggregieren wertvoller Marktdaten macht diese Websites zu einem profitablen Geschäft. Paid Content mal anders: Die Nutzer zahlen nicht für die Inhalte, sondern steuern selbst Inhalte und wertvolle Informationen bei. Und für die sind dann Firmen bereit gutes Geld zu zahlen. Insofern die Daten gut aufbereitet sind, versteht sich. "Das Angebot stellt eine geniale Brücke von B2C zu B2B dar. CNet gewinnt riesiges Know-How sowohl über die Vorlieben der User als auch über die Bedürfnisse seiner Geschäftskunden", sagte Heger bei der G+J-Veranstaltung "Breakfast.Net".
Als weiteres Beispiel nannte er www.hobnox.com. Die Website gibt Nutzern ein Audio- und ein Video-Tool an die Hand, mit dem sie professionell Musik und Videos produzieren können. Die produzierten Stücke können dann über die Website in einer Community präsentiert und vernetzt werden. Die dritte Website, die Heger bei G+J präsentierte, war die holländische Site www.sellaband.com. Dort können Nachwuchsmusiker Fans finden, die ihre Projekte mit kleinen Geldbeträgen unterstützen. Eine Möglichkeit für Musiker, jenseits von Plattenfirmen eine Fan-Basis aufzubauen.
Der Entertainment Media Verlag berücksichtigt die eigenen Ratschläge auch selbst. So soll für die Publikumswebsites Kino.de und Video.de eine Film-Community aufgebaut werden. Als Vorbild könnte das CNet-Angebot TV.com fungieren. Nutzer-Bewertungen sollen außerdem beim EMV, genau wie bei CNet, in Zukunft aggregiert und als Marktanalysen Geschäftskunden angeboten werden. Neue Geschäftsideen liegen oft näher als man denkt. Manchmal sogar im eigenen Konzern.
10.11.2009Die Idee klingt nach einem spannenden Stück Fernsehen: Nach Terror-Anschlägen und sozialen Unruhen kämpfen Rechtsradikale und Linksradikale in Mecklenburg-Vorpommern um die Macht, eine Abspaltung von Deutschland droht. Die Umsetzung der Idee, zu sehen ab Montagabend im Sat.1-Zweiteiler "Die Grenze", gleitet durch Überzeichnung und übertriebene Klischees jedoch leider allzu oft in... mehr...
Bei der Quote steht der TV-Gewinner dieses Montags bereits fest: Es wird die Sat.1-Megaproduktion "Die Grenze" (20:15 Uhr) sein. Zeitgleich gibt Arnold Schwarzenegger den "Kindergarten Cop", während Günther Jauch fragt "Wer wird Millionär?". Das Thema bei Beckmann (22:45 Uhr) ist diesmal: Stalking - bedroht, verfolgt und tyrannisiert. Zu Gast sind die Schauspieler Yvonne Catterfeld und...
Für die Mainstream-Wirtschaftspresse ist die aktuelle Krise keine gute Zeit. Der Auflagen- und Anzeigenschwund belastet ein ganzes Segment. Beste Voraussetzungen also für flexible Projekte, die von einer klaren publizistischen Idee getrieben sind und nur eine Marktnische besetzen. Das ist der Plan von Enorm, dem neuen Magazin für nachhaltiges Wirtschaften sowie Social-Business und... mehr...
Der Perlentaucher feiert sein zehnjähriges Jubiläum – und ist mittlerweile eine Institution. Für die einen ist das "unabhängige Kultur- und Literaturmagazin im deutschsprachigen Internet" tägliche Informationsquelle. Andere – vor allem Vertreter des traditionellen Journalismus – werfen dem Perlentaucher vor, lediglich die Früchte anderer Leute Arbeit zu ernten. Chefredakteur Thierry... mehr...
Der Berg ruft: Zum morgigen Dienstag wird die vom atlas Verlag herausgegebene Zeitschrift allMountain in Berglust umbenannt. Das Heft, das sich an Leser "mit bergsportlichen Interessen" richtet, ist inhaltlich und optisch weiterentwickelt worden. Mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren erscheint das Bergblatt im zweimonatlichen Rhythmus zu einem Copypreis von 4 Euro. Ein Fünftel der... mehr...
Das Programm des neuen Frauensenders der Pro-Sieben-Sat.1-Gruppe wird vorerst nicht mit Werbung unterbrochen. Bei Sixx sollen lediglich zwischen den einzelnen Sendungen Spots laufen, sogenannte Scharnierwerbung. Verdienen will der Konzern mit innovativen Sonderwerbeformen, die von der Vermarktereinheit Seven-One Ad Factory entwickelt werden. Das Programm des Senders besteht vor allem... mehr...
Schlechte Fotos, maue Texte, ein dürftiges Layout: Der Sport-Tag, die neue Tageszeitung über und rund um die Leibesübungen, startet äußerst dünn - und sucht mit fragwürdigen Textanzeigen weiteres Personal. Zum Start hat es das Blatt noch nicht einmal geschafft, ordentliche Anzeigen zu akquirieren und wirbt stattdessen vor allem für sich selbst. Kommt auf die Zeitungs-Branche ein... mehr...
James Camerons "Avatar" ist trotz Oscar-Niederlage nicht zu stoppen. Auch an seinem 13. Wochenende nach Start belegt das Fantasy-Epos in Deutschland noch Platz 3 der aktuellen Kinocharts und hat unterdessen weitere Rekorde gebrochen. Vor einigen Tagen durchbrach "Avatar" in Deutschland sowohl die 10-Mio.-Besucher-Marke als auch die 100-Mio.-Euro-Umsatzmarke. Letzteres schaffte zuvor... mehr...
Der "Tatort" in der ARD ist ein Vorzeige-Produkt des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Jeden Sonntag hat der Krimi Millionen von Zuschauern. Junge Leute versammeln sich zum gemeinsamen "Tatort"-Gucken in Kneipen. Doch die Qualität der Fernseh-Krimis kann mit dem Kult um den "Tatort" nicht mithalten. Der "Tatort" ist bei genauer Analyse längst nicht so gut wie sein Ruf. Der jüngste... mehr...
Jubelstimmung bei RTL. Das Formel-1-Comeback von Michael Schumacher war mit 10,51 Mio. Zuschauern der große Quotenhit des Sonntags. Erstmals seit 2007 sahen damit wieder mehr als 10 Mio. ein Formel-1-Rennen. Damals war es das Prime-Time-Rennen in Brasilien. Am Nachmittag erreichte zuletzt 2004 ein Grand Prix die 10-Mio.-Marke. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen begeisterte die Formel 1... mehr...
Letzte Kommentare