Glänzendes Finish für den größten Medienkonzern der Welt: Dank des großen Erfolges von Kinoschlagern wie "Toy Story 3" und "Iron Man 2" hat Walt Disney im abgelaufenen zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010 deutlich mehr umgesetzt und verdient als von Analysten vorausgesagt worden war. Erlöse und Erträge zogen zweistellig an, Konzernchef Robert Iger sprach von starken Zahlen. Börsianer sahen das genauso und schickten die Aktie nachbörslich um zwei Prozent nach oben.
Wenn es läuft, dann läuft’s. Auf diesen Nenner lässt sich die Berichtssaison der amerikanischen Medienunternehmen bringen, die heute nach Handelsschluss mit Vorlage der Geschäftsbilanz für das zweite Quartal von Dow Jones Konzern-Mitglied Disney seinen würdigen Abschluss fand. Vergangene Woche hatten bereits Time Warner, News Corp und CBS bessere Geschäftszahlen als erwartet vorgelegt.
Erwartungsgemäß aber toppte die Walt Disney Company, die mit einem Börsenwert von 69 Milliarden Dollar mit Abstand wertvollster Medienkonzern der Welt ist, die Bilanzen der Wettbewerber noch: Unterm Strich verdiente der in Burbank, Kalifornien, ansässige Unterhaltungspionier 1,33 Milliarden Dollar oder 67 Cent je Aktie, was einem Gewinnsprung von 40 Prozent entspricht. Vor einem Jahr verdiente Disney noch 954 Millionen Dollar oder 52 Cent je Aktie. Analysten hatten im abgelaufenen Dreimonatszeitraum mit lediglich 58 Cent je Anteilsschein gerechnet.
Umsätze und Gewinne deutlich besser als Wall Street-Schätzungen
Auch die Umsätze wuchsen zweistellig: Nach 8,597 Milliarden Dollar im Vergleichszeitraum zogen die Erlöse nunmehr auf exakt 10 Milliarden an. Auch hier wurden die von Thomson Reuters ermittelten Analystenschätzungen, die im Durchschnitt bei 9,38 Milliarden Dollar gelegen hatten, sehr deutlich geschlagen.
Maßgeblichen Anteil an der starken Geschäftsentwicklung hatte die TV-Sparte. Vor allem das Unternehmensflaggschiff ABC profitierte von deutlich steigenden Werbeerlösen; insgesamt zogen die Umsätze des Geschäftsbereichs um 19 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar an. "Die Kabel-TV-Sparte ist der Treiber", erklärte David Bank, Analyst bei RBC Capital.
Analyst: "Das war ein beeindruckendes Quartal"
Ebenfalls bemerkenswert war auch die Rückkehr in die schwarzen Zahlen des Film-Segments. Dank Blockbustern wie "Toy Story 3", "Iron Man 2" und "Alice im Wunderland" konnte der im Vorjahr noch schwächelnde Geschäftszweig in die schwarzen Zahlen zurückkehren und ein Profit von 123 Millionen Dollar erwirtschaften.
"Das war ein beeindruckendes Quartal", ordnete RBC-Analyst Bank das Quartal in der Gesamtheit ein. Anleger teilten die Einschätzungen des Volkswirts und schickten die Disney-Aktie nachbörslich um knapp 2 Prozent auf 36 Dollar nach oben. Seit Jahresbeginn liegt das Papier um knapp 11 Prozent vorne - und hat sich damit deutlich besser geschlagen als der Vergleichsindex Dow Jones.
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