Am Berliner "taz"-Gebäude prangt seit Sonntag ein ganz besonderes Kunstwerk: ein 16 Meter großer Penis. Das Relief ist von "Bild"-Büros direkt zu sehen. Laut "taz"-Blog soll "Bild"-Chef Diekmann daran erinnert werden, dass er nicht das "Urheberrecht für seine Penisvergrößerung" besitze und demnach auch nicht sein Blog damit schmücken dürfe. Diekmanns Reaktion folgte prompt: Via Blog gratulierte er der "Tageszeitung", behauptet aber, dass nicht er, sondern "taz"-Anwalt Johannes Eisenberg zu sehen sei.
Das Kunstwerk von Peter Lenk zeigt eine Gestalt, die auffällige Ähnlichkeiten mit dem Bild-Chefredakteur aufzeigt. Die nackte Figur steht mit gespreizten Beinen auf Höhe des Ergeschosses, ihr primäres Geschlechtsteil wächst bis in 16 Meter Höhe. An der Spitze verwandelt sich der Phallus in eine Kobra. Auf Höhe des vierten Stockwerks ist eine Frau zu sehen, die die Schlange mit der Flöte beschwört. Bei der "taz" glaubte man, dass Diekmann "über seinen Megapimmel über die Maßen entzückt sein" werde. Zumindest hat die "taz" genauso wie der Künstler Peter Lenk die Hoffnung, dass das der überdimensionale Kunstpenis so etwas wie eine “Therapie für die sexuellen Obsessionen der Bild-Zeitung” auslöse.
Diekmann reagierte schnell und wie erwartet mit Humor. Allerdings mit einer ganz anderen Interpretation des Kunstwerks: "Die Genossen haben ihrem Rechtsanwalt Jony Eisenberg ein Denkmal gesetzt. Außen am Berliner taz-Gebäude, wuchtig über vier Stockwerke, ein Werk des Bodmaner Künstlers Peter Lenk vom Bodensee. Als Erinnerung an den 'ersten bedeutenden Penis-Prozess in Deutschland', wie Lenk dem 'Südkurier' anvertraute, prangt Jony nun in biblischer Nacktheit an der Fassade, umringt von 'Bild'-Schlagzeilen und ausgestattet mit einer ungefähr 16 Meter hohen…Trophäe. Erst dachte ich, das sei ja vielleicht ICH. Aber nein, das hat der Künstler höchstpersönlich dementiert", so der "Bild"-Chef in seinem Blog. Sollte es sich tatsächlich um eine "Hommage" an den "Penis-Prozess" handeln, dann bliebe da ja nur einer übrig: der Jony", so sich Diekmann.
Zum Hintergrund: Der "Bild"-Chef veröffentlichte in seiner Rolle als Blogger einen "taz"-Text von 2002, gegen den er selbst seinerzeit gerichtlich vorgegangen war. Unter der Überschrift "Sex-Schock! Penis kaputt?" hatte Gerhard Henschel eine Satire über eine missglückte Penisverlängerung Diekmanns verfasst, für die der Betroffene zwar kein Schmerzensgeld, wohl aber eine Unterlassungserklärung erwirkt hatte - die er später selbst unterlief.
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