Unangenehme Datenpanne für Deutschlands renommierteste Wochenzeitung: Der Verlag der Zeit hat seine Leser darüber informiert, dass die Abo-Datenbank für seinen Premiumbereich im Netz gehackt wurde – und damit etwa für das E-Paper und die Audio-Ausgaben. Ausspioniert worden seien vor allem Namen und E-Mail-Adressen, durchaus aber auch Kontodaten. Bei der Leserschaft der Zeit wäre das ohne Zweifel ein lukrativer Fang für Adresshändler. Dem Verlag droht nun ein Imageschaden.
Am Freitag landete abends eine E-Mail des Abo-Services der Zeit in den Posteingängen vieler Abonnenten. Hinter der harmlosen Betreffzeile "Leserinformation" verbarg sich indes eine große Gefahr: "Wir möchten Sie darüber informieren, dass vor kurzem ein unerlaubter Zugriff auf einen Server des Zeitverlags stattgefunden hat", hieß es. Und weiter: "Dabei wurden illegal Kundendaten aus unserem Premiumbereich (E-Paper und Audio) entwendet." Die Rede war von Namen, von Postanschriften und von E-Mail-Adressen. Allein das ist schon ein riesiges Problem. Doch weiter informierte der Aboservice seine Leser: "Sofern der Kunde in seinem Profil auch Kontodaten (Kontonummer, BLZ) hinterlegt hatte, sind diese ebenfalls betroffen."
Der Verlag, der die Echtheit des Schreibens auf Anfrage bestätigte, gibt an, sofort Anzeige erstattet und die Datenbank "vor weiteren Zugriffen gesichert" zu haben - für Wiederholungstäter oder falls sich die Hacking-Methode herumsprechen sollte. Zu hören ist, dass der Täter rasch vom Hamburger Landeskriminalamt gefasst wurde. Unklar ist derzeit, ob er die Daten zuvor noch weiter verbreiten konnte oder ob sie nun gänzlich unter Verschluss sind. In der Kundenmitteilung der Zeit heißt es dazu jedenfalls: "Aufgrund der uns gegenwärtig bekannten bisherigen Ermittlungsergebnisse der ermittelnden Behörden kann davon ausgegangen werden, dass die Daten in keiner Weise weiterverbreitet worden sind oder anderweitig missbräuchlich genutzt wurden." Dennoch forderte der Verlag seine Leser auf, sich bei unerwarteten Kontobewegungen zu melden.
Diese Datenpanne kratzt zweifellos am Image der Zeit, deren Kundendaten bei der oft hoch gebildeten und vermögenden Leserschaft bei Adresshändlern gerne gesehen sein dürften - obwohl ihm zugleich zugute zu halten ist, seine Leser rasch und aus eigenem Antrieb heraus informiert zu haben. Der Verlag notierte in seinem Kundenmailing abschließend: "Wir bedauern den Vorfall natürlich sehr. Seien Sie versichert, dass wir alles in unserer Macht Stehende unternehmen werden, um Ihnen Unannehmlichkeiten zu ersparen." Dennoch muss er sich fragen, wie sicher seine Systeme vor Hacking sind.
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