Am Donnerstag präsentierte Burda seine Bilanz. So weit, so gewöhnlich. Das Besondere an der Kommunikation des Verlagsergebnisses war jedoch der Fakt, dass nicht nur eine Pressemitteilung verschickt wurde, sondern dass der Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard Kallen das Zahlenwerk via YouTube-Clip erklärte. Eine Aktion, die perfekt ins Bild eines modernen Medienhauses passt, als dass sich Burda gerne präsentiert. Tatsächlich: Als einziger deutscher Groß-Verlag haben die Münchener einen Social Media-Newsroom.
Hinter dem hippen Begriff verbirgt sich ein Web-Portal, dass die gesamte Außendarstellung eines Unternehmens aus allen Web 2.0-Kanälen bündelt. Der Social Media-Newsroom der Münchener zeigt den Verlags-Flickr-Stream, die YouTube-Clips des Hauses, die Facebook- und Twitter-Postings von Burda und natürlich – ganz altmodisch – die Pressemitteilungen.
Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard Kallen
erklärt die Bilanz
Neben dem Kallen-Clip bietet der Newsroom noch ein weiteres Video zur Verlagsbilanz, in dem der Vorstand Philipp Welte über die "neue Realität" der Verlage spricht.

Vorstand Philipp Welte über die "neuen Realitäten"
Ein Social Media Newsroom ist ein reines PR-Tool, das vor allem zwei Funktionen hat: Zum einen sollen die eigenen Mitarbeiter informiert werden und gezeigt bekommen, in welch einem modernen und bestens in der Web 2.0-Welt vernetzten Unternehmen sie arbeiten, und nach außen sollen vor allem Journalisten und Blogger schnell und unkompliziert mit Kontakten, Informationen und Material beliefert werden.
Für Stefan Krüger, den ehemaligen Chefredakteur von Werben & Verkaufen und Gründer der PR-Agentur Cocodibu, gehört der Burda-Newsroom von Burda zu den besten seiner Art. Denn er ist "tagesaktuell, biete vielfältige Verlinkungen auf zahlreiche Web 2.0-Plattformen und ist dennoch übersichtlich und klar strukturiert". Einziges kleines Manko für den PR-Experten: "Der Link zu den Ansprechpartnern mit Kontaktmöglichkeiten für Journalisten und Blogger steht ganz unten rechts, etwas versteckt auf der Seite."
Allerdings: Ein Social Media-Newsroom bleibt ein Spielzeug. Auch mit Videos und Flickr-Stream konnte der Verlag nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass man im vergangen Jahr ein Minus von rund 10 Prozent gemacht hat.
Wie viel ein gut gemachter YouTube-Clip bringen kann, bewies auch bereits Springer CEO Mathias Döpfer. Seine Videobotschaft, dass der Berliner Verlag auf Apple-Rechner umstellt, wurde bereits über 90.000 Mal angesehen. Für ein schnödes Firmenvideo ein Top-Wert. Bislang ist der zwei Jahre alte Clip jedoch ein einmaliger Versuch.
Erfolgs-Video: Springer-Chef Döpfner erklärt die
Umstellung auf Apple-Rechner
Netter Nebeneffekt eines Social Media-Newsrooms: Ein solcher PR-Raum wirkt unheimlich offen, obwohl alle Informationen komplett vom jeweiligen Unternehmen kontrolliert werden.
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