Noch in diesem Jahr bringt Time Warner seine Internettochter AOL an die Börse. Am 9. Dezember soll die endgültige Herauslösung aus dem Mutterkonzern erfolgen, um AOL am nächsten Morgen an den amerikanischen Aktienmärkten zu platzieren. Time Warner-Aktionäre erhalten dabei für elf eigene Anteilsscheine ein neues AOL-Papier. Allerdings macht Medienriese Time Warner mit dem Spin-Off alles andere als einen guten Schnitt: AOL wird nämlich lediglich mit 3,2 Milliarden Dollar bewertet.
Wenn es einen günstigen Zeitpunkt gibt, um den einstigen Internetgiganten AOL wieder zum Leben zu erwecken, dann diesen Montagabend, den 16. November. Die amerikanischen Aktienmärkte haussierten erneut, als wäre die Finanzkrise nicht gerade erst ein Jahr alt, sondern eine Kuriosität aus einer vergangenen Ära. Neue Jahreshochs wurden stattdessen an der Wall Street markiert – vor allem die Technologiebörse Nasdaq legte kräftig zu.
Doch für AOL scheinen die guten Vorzeichen nicht gut genug gewesen zu sein: Lediglich mit 3,2 Milliarden Dollar taxiert Mutterkonzern TimeWarner den Firmenwert des einst höchst bewerteten Internetkonzerns der Welt – ein Bruchstück der knapp 200 Milliarden Dollar, die AOL Anfang 2000 einmal wert war. Branchenexperten hatten AOLs Marktwert zuletzt auf zumindest 4 bis 5 Milliarden Dollar taxiert.
AOL-Aktien nehmen Handel ab 10. Dezember auf
Tatsächlich jedoch gibt TimeWarner nur für jede elfte eigene Aktie ein neues AOL-Papier aus. Bei einer Marktkapitalisierung von 38 Milliarden Dollar per heutigem Börsenschluss kommt AOL als ein Zwölftel des gemeinsamen Unternehmens damit nur auf die Börsenbewertung von lediglich 3,2 Milliarden Dollar. Die Papiere werden AOL-Anteilseignern nach Börsenschluss am 9. Dezember in ihre Depots eingebucht und am 10. Dezember zum Handel an der Wall Street zugelassen.
TimeWarner-CEO Jeff Bewkes hatte im Frühjahr nach ziemlich genau einem Jahrzehnt der Irrungen, Wirrungen und massiven Wertvernichtungen bekannt gegeben, die einst als Traumhochzeit bejubelte Fusion zwischen- On- und Offlinewelt endgültig wieder aufzulösen. "Wir glauben, dass die Trennung das beste Ergebnis für Time Warner und AOL ist", erklärte Bewkes den Schlussstrich. Ob das tatsächlich so ist, werden Anleger ab dem 10. Dezember entscheiden, wenn wieder beide Aktien an der Börse notieren.
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