Die Deutschen gelten als echte Vereinsmeier. Zu jedem Hobby gibt es hierzulande den passenden Club. Nur für die einheimische Blogosphäre fehlt noch eine offizielle Organisation – bislang. Aktuell wird viel über Sinn und Unsinn einer "IG Blog" diskutiert. MEEDIA hat einige bekannte Blogger nach ihrer Meinung zu einer Verbands-Gründung und einem möglichen Vorsitzenden gefragt. Mit dabei sind unter anderem Robert Basic, Sascha Lobo, Anke Gröner, Markus Beckedahl und viele mehr.
Robert Basic Robertbasic.de
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
Die Blogger brauchen eine DBG nicht, einen DBV schon.
Warum?
Viele Einzelkämpfer machen gemeinsam Mühe, als gemeinsame Einzelkämpfer noch mehr.
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog" werden?
Wer sich berufen fühlt und berufen wird.
Sascha Lobo SaschaLobo.de
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
Die Bloglandschaft bräuchte theoretisch unbedingt eine Interessenvertretung. Praktisch habe ich bisher drei Versuchen in dieser Richtung mit anderen Bloggern beigewohnt, von denen ganz offensichtlich keiner realisiert wurde - aus verschiedenen zumeist organisatorisch-bürokratischen Gründen.
Was Nutzen und Ziele eines solchen Verbandes angeht, sehe ich zwei große Felder: die politische Hintergrundarbeit, die aber nur ein sehr kleiner Teil der Blogger überhaupt leisten könnte, und die alle neun Monate wieder aufkommende Bloggerversicherung. Wir haben mit dem Blogvermarkter adnation einen Topf, der die Hälfte der Kosten aus Rechtsstreitigkeiten bezahlt. Dieser Topf ist auch für Nicht-adnation-Blogger zugänglich, die Entscheidung für oder gegen eine Unterstützung behalten wir uns im Einzelfall aber selbst vor. Geld aus diesem Topf ist schon mehrfach an Blogger ausgezahlt worden. Eine Versicherung wäre in der Tat ein besserer Weg als ein Fonds. Ich habe auch mit einigen Versicherern gesprochen, die aber alle nur mäßig interessiert waren. Es scheint mir auch zu leicht, diese Versicherung durch die Absprache eines Bloggers, eines Rechtsanwalts und eines Scheinabmahners zu betrügen.
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog"werden?
Es gibt fünf, sechs, sieben Personen im deutschsprachigen Raum, die im Blogkontext vor allem von Aussenstehenden als blogszenerelevant wahrgenommen werden. Dazu gehören neben anderen Johnny Haeusler, Katharina Borchert, Peter Hogenkamp, Stefan Niggemeier und ich. Von diesen wäre Peter Hogenkamp in meinen Augen am besten dafür geeignet. Politische Arbeit könnten Katharina Borchert oder ich machen. Repräsentative Funktionen nach innen könnten Johnny Haeusler oder Stefan Niggemeier übernehmen.
Fazit: Generell zu selten in Erwägung gezogen wird die Spielart des Schicksals, dass Dinge, die es geben sollte, manchmal nicht sinnvoll möglich sind. Es kann gut sein, dass es sich bei einem Deutschen Blogverband um ein solches Phänomen handelt. Noch gebe ich aber die Hoffnung nicht auf.
Anke Gröner ankegroener.de
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
„Die deutsche Blogosphäre“ ist genauso ein grütziges Gedankenkonstrukt wie „alle deutschen Internetbenutzer“. Das Schöne an Bloggern ist ihr heterogenes Dasein – heißt: jeder, wie er will. Wie sich da jemals ein Dachverband oder eine Gewerkschaft drum kümmern sollte, ist mir schleierhaft. Muss ich da Mitglied werden? Krieg ich ein Parteibuch? Muss ich wieder Kommentare zulassen, wenn die Mehrheit der Mitglieder das will? Blödsinn.
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog" werden?
Mal abgesehen davon, dass ich nicht wüsste, welche Interessen diese Gewerkschaft vertreten sollte. Das weiß „die deutsche Blogosphäre“ ja nicht mal selbst.
Nico Lumma Lumma.de
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
Eine Interessenvertretung ist völlig unnötig. Hinter nahezu jedem Blog steckt eine Person, die aus völlig eigenen Motiven dieses Blog führt. Ich glaube nicht, dass mit einem zentralen Sprachrohr die unterschiedlichsten Interessen vertreten werden können. Ich glaube, hier geht es primär um die Profilierung von einigen handelnden Personen.
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog" werden?
Das ist mir völlig egal, dieser Vorsitzender wird nicht wirklich über das Mandat der Blogosphären zur Interessenvertretung verfügen.
Markus Beckedahl Netzpolitik.org
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
Blogs sind Werkzeuge, die von Menschen total unterschiedlich verwendet werden. Warum braucht man für die Nutzung eines Werkzeuges eine eigene Interessenvertretung? Was kommt als nächstes: Eine Interessenvertretung der Youtube-Nutzer? Viel wichtiger ist: Wir brauchen bessere Gesetze, die weniger Tretminen beinhalten. Der Gesetzesrahmen für das Internet ist voller Tretminen für dort publizierende Bürger. Für eine Veränderung dieses Zustandes brauchen wir eine Reform des Urheberrechts und des Telemediengesetzes. Bei einer vernünftigen Reform wird es auch weniger Abmahnungen und mehr Rechte für Bürger geben.
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog" werden?
Erübrigt sich.
Mike Schnoor Sichelputzer.de
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
Die konvergierenden Medien und die sinkenden Eintrittsbarrieren zur individuellen Publikation im Internet ermöglichen unzähligen Menschen, ihre Meinung öffentlichkeitswirksam kundzugeben. Wir erleben bereits seit Jahren diese neue Kommunikation in aller Vielfalt. Hierbei nehmen viele Blogger immer stärker journalistische Aufgaben wahr und steuern wertvolle Aspekte unserer Informationsgesellschaft bei. In den Augen vieler klassischer Medien, aber auch für manche Politiker werden Blogger als unermüdliche Individualisten wahrgenommen und in einen Topf geworfen. Eine Vereinigung der Blogger hilft dabei, in vielen Kreisen ein Bewusstsein für ihre Professionalität und ihre Interessen in der Medienwelt zu entwickeln.
Warum?
Ich sehe für einen gut durchdachten und strukturierten Verband sehr viel Potential, mit alten Vorurteilen aufzuräumen und den allgemeinen Interessen der Blogger eine Stimme zu geben. Rückhalt ist für den einzelnen Autoren sehr wichtig. Der Schulterschluss zwischen allen teilnehmenden Bloggern bildet hierfür die Grundlage der Organisation auf Verbandsebene. Ein wirtschaftlicher und politischer Austausch mit anderen Organisationen und Verbänden, aber auch mit Vermarktern und Agenturen, sollte hierbei nicht fehlen.
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog" werden?
Die Herausforderung ist, dass alle Mitglieder sich über ihren Repräsentanten einig sein müssen. Ich persönlich sehe die bundesweite Vertretung von Bloggern nur in einem echten Verband angesiedelt. Eine Interessengemeinschaft würde ohne die nötige Bindung nicht transparent und stark genug wahrgenommen werden. Es steht mir nicht frei, hier eine einzelne Person deutlich zu benennen. Vielmehr spricht es für die Vertretung der Blogger, wenn der Vorsitzende ein erfahrener Mensch ist, der sich nicht nur mit Bloggen auskennt und sich nicht auf seinen Erfolgen als Blogger ausruht, sondern viel Zeit in diese neuen Aufgaben steckt.
Carsten Knobloch Stadt-Bremerhaven.de
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
Nein.
Warum?
Wie definiert man Blogger? Sind das alles Leute, die privat was ins Netz stellen? Ich mag keine Schubladen. Interessanter sind allgemeine Bürgerrechte im Netz. Freedom of speech sag ich nur...
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog" werden?
Siehe 1.
David Nelles ethority.de/weblog
Braucht die Deutsche Blogosphäre eine eigne Gewerkschaft oder Interessensvertretung?
Auf jeden Fall, ich bin dafür, dass der Verband BVDB genannt wird. Dann haben wir neben dem AK und der AG Social Media auch noch einen BVDW und den BVDB. Die Verwirrung wäre perfekt. Nein, völlig im Ernst, ich denke nicht, dass wir in Deutschland eine allgemeine Bloggervertretung brauchen.
Warum?
Das Medium Weblog ist nur eine Plattform. Entscheidend ist das Individuum welches sich über dieses Medium äußert. Ich denke die Interessen und die Themen sind zu vielfältig als dass ein Verband ein allgemeines Sprachrohr zur Interessenvertretung bilden könnte. Jeder einzelne Blogautor hat seine ganz persönlichen oder professionellen Hintergründe, weshalb er seine Gedanken publiziert. Eine Verbandstruktur würde daher diese Medienlandschaft nie wirklich zusammenfassen und vertreten können.
Wer sollte Vorsitzender der neuen "IG Blog" werden?
Nico Lumma oder Roland Kühl-v.Puttkamer. Beide haben so eine staatsmännische Ausstrahlung.
Mit äußerst dürren Zeilen hat die Mediengruppe M. DuMont Schauberg Oliver Rohloff von seinen Aufgaben freigestellt. Der neue Chef von Berliner Verlag und Hamburger Morgenpost wird Stefan Hilscher. Bisher leitete der den Unternehmensbereich Köln (u.a. Kölner Stadt-Anzeiger). Ein Nachfolger für Hilscher in Köln werde ernannt, für eine Übergangszeit werde Hilscher aber zwischen Köln und... mehr...
Der Entwurf eines Leistungsschutzrechts für Verlage im Internet lässt weiter auf sich warten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nun in einer Rede durchblicken lassen, dass es sobald mit dem Gesetz nichts werden dürfte. Mit einer "einfachen Rechtssetzung" sei es nicht getan. Bei der "jungen Generation" müsse für den Schutz des geistigen Eigentum geworben werden. Staatsminister Bernd... mehr...
Wenn am Samstag der Eurovision Song Contest in Baku über die Bühne geht, können einem beim Zuschauen gemischte Gefühle beschleichen. In die Freude über schräge Teilnehmer wie die Russen-Omas und die Spannung, wie Roman Lob abschneidet, mischt sich ein ungutes Gefühl. Gerade hat die BBC in einer Reportage eindrucksvoll die Menschenrechtsverletzungen im Vorfeld des Song Contests und die... mehr...
“Was ist das”, werden Sie jetzt eventuell fragen. Streetside war die Antwort des Redmonder Softwareriesen auf Google Streetview. Im vergangenen Jahr mit gleich 50 Städten gestartet scheint Microsoft den Service unerwartet in die Sommerpause geschickt zu haben. Seit dem Wochenende ist der Webdienst nicht mehr erreichbar. Woran lag es? Mangelnde Nutzung? Zu hohe Kosten? In einem Blog gibt... mehr...
Seit einigen Jahren ist die Glamour-Shopping-Week der größte Auflagenbringer für das Magazin, auch in diesem Jahr lief es hervorragend. Ausgabe 4/2012 verkaufte sich dank Rabattkarte für viele Geschäfte so gut wie kein Heft seit zwei Jahren. Mit einem Einzelverkauf, der mehr als 40% über dem Glamour-Normalniveau lag, gewinnt das Heft auch die neueste Ausgabe des MEEDIA-Kiosk-Checks -... mehr...
Mit Empörung hat der Deutsche Journalisten-Verband auf den im Internet kursierenden Mordaufruf eines Islamisten reagiert. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, Redakteure eines Fernsehsenders zu ermorden, die Demonstranten der rechtsextremen Vereinigung Pro NRW mit Mohammed-Karikaturen gezeigt hätten. Urheber des via YouTube und auf zahlreichen Websites verbreiteten Videos ist ein... mehr...
Die Neue Zürcher Zeitung ist gerade dabei, sich digital neu zu erfinden. Die Digital-Abteilung um Peter Hogenkamp hat parallel zur bestehenden Website NZZ Online die Beta-Version des neuen Web-Auftritts live geschaltet. Die Marke NZZ Online soll verschwinden, Online- und Print-Redaktion wurde zusammengelegt, es wird schrittweise eine Paywall nach Vorbild der New York Times eingeführt... mehr...
Während Facebook sich außergerichtlich mit Klägern einigen muss, die juristisch gegen Werbung in ihrem Namen vorgegangen waren, hat Twitter seine Tracking-Pläne offenlegt. In den neuen Datenschutzrichtlinien erklärt das Social Network, an welchen Stellen im Web man plane, Nutzerdaten zu sammeln und was mit ihnen passiere. Vorbildlich: Twitter erklärt, wie man sich diesem Tracking... mehr...
Peter-Matthias Gaede zieht gegen die Gegner des Urheberrechts ins Feld: Der Geo-Chef hat eine Erklärung verfasst, in dem er die Chefredakteure in Deutschland dazu aufruft, den Wert des geistigen Eigentums offensiv zu verteidigen. Immer mehr Musiker, Autoren und Künstler bezögen Position "gegen das Freibeutertum", nur die Chefredakteure schwiegen bislang. Gaede schweigt nicht - und... mehr...
Es ging sportlich zwar um gar nichts, aber trotzdem war der Fußball am Dienstagabend wieder das dominierende TV-Programm. 5,07 Mio. Fans sahen im Ersten das Freundschaftsspiel zwischen Bayern München und der Nationalmannschaft der Niederlande - ein starker Marktanteil von 18,5% und der klare Tagessieg. Auch im jungen Publikum war das Spiel ein Hit, hier siegte aber die RTL-Serie "CSI:... mehr...