Aldi geht den nächsten Schritt: Nachdem der Discounter seine Anzeigenschaltung in vielen Zeitungen Baden-Württembergs, darunter Südkurier, Stuttgarter Zeitung und Schwarzwälder Bote, stoppte, weitet der Konzern aus Mülheim seinen Rückzug aus der Presse aus. Die Lebensmittel Zeitung berichtet, dass Aldi seit April im Großraum München und dem Rhein-Main-Gebiet in Tageszeitungen auf Werbung verzichtet, darunter die Frankfurter Rundschau und die Rhein-Main-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Von dem Rückzug sind auch die Offenbach Post, die Mainzer Allgemeine Zeitung, der Münchner Merkur, der Donaukurier, die TZ sowie in Teilen die Augsburger Allgemeine Zeitung betroffen.
Vor gut einem Jahr hatte Aldi in Baden-Württemberg die regelmäßige Wochenwerbung in 13 Regionalzeitungen, darunter die Stuttgarter Zeitung, der Südkurier und der Schwarzwälder Bote, storniert. Die Meldung von dem Rückzug aus der Printwerbung hatte damals für Verunsicherung in der Verlagsbranche gesorgt. Was bei Aldi entschieden werde, habe Signalwirkung für einen ganzen Markt, sagte ein Manager damals gegenüber der Lebensmittel Zeitung.
Aldi will mit dem Rückzug Alternativen zur Werbung erproben, weil die Tageszeitungen aufgrund des Verlustes an Auflage und Leserschaft offenbar nicht mehr die attraktivste Werbefläche bieten. Möglich ist dabei die Verlagerung der Reklame nur auf ein Prospekt, das Tageszeitungen oder kostenlosen Anzeigenblättern beigelegt oder direkt an die Haushalte verteilt wird. Dies hatte der Discounter bereits in den Regionen Oberhausen, Bottrop und Duisburg erprobt. "Es geht Aldi darum, möglichst viele Haushalte zu erreichen. Das ist eindeutig keine Sparmaßnahme. Es wird eher etwas teurer", kommentiert ein Experte für Handelswerbung.
Die alternative Werbung kommt auch die Verlage teuer zu stehen. Das Werbeaufkommen von Händlern liegt bei Zeitungen zwischen 30 und 40 Prozent. Laut Nielsen Media Research haben beispielsweise Aldi und Konkurrent Lidl zusammen im Jahr 2009 fast 650 Millionen Euro brutto für klassische Werbung ausgegeben.
Ganz wollen sich die Mülheimer aber nicht aus der Tagespresse zurückziehen. Ein Verlagsmanager sagte, dass es statt 110 bis 120 Seiten nun nur noch 20 bis 30 Seiten seien, auf denen Aldi-Angebote vorgestellt werden.
"Die süße Falle: Diabetes" titelte der Focus am 16. April und bewegte damit deutlich mehr Menschen als in den Wochen zuvor, dass Münchner Magazin zu kaufen. Bei den am Dienstag veröffentlichten IVW-Zahlen für die Verkaufswoche 16 kommt der Focus damit auf 140.324 Heftverkäufe im Einzelhandel (Kiosk, Supermärkte, Tankstellen & Co.) bei einem Gesamtverkauf von 581.419 Exemplaren. Weniger... mehr...
Die US-Firma Visual Revenue hat eine Analysesoftware entwickelt, mit der die Durchschlagskraft von Online-Überschriften getestet werden kann. Das "Instant Headline Testing" soll die Klickraten auf Websites deutlich erhöhen. Die Empfehlungen, wo und wie lange Artikel online stehen sollen, werden laut Unternehmensangaben in Echtzeit gegeben, auf Basis der Nutzerschaft eines... mehr...
Nach hundert Tagen als Besitzer des Deutschen Fernsehballetts sagt Peter Wolf: "Das ist ein Himmelfahrtskommando". Der Berater und TV-Produzent hatte dem MDR das Ballett zum Jahresbeginn abgekauft, die neue Intendantin Karola Wille muss sparen. Reue, Willes Angebot angenommen zu haben, sagt Wolf, verspüre er zwar nicht. Aber die Aufgabe, aus der bisher gebührensubventionierten Truppe... mehr...
5000 Folgen in 20 Jahren. Das sind Zahlen, die im schnelllebigen Medienbusiness für beeindruckende Konstanz stehen. “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” feiert in dieser Woche Jubiläum. Keine andere Serie hat sich im deutschen Free-TV so lange so gut gehalten. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. Am Mittwoch lädt RTL zur 5000. Episode. MEEDIA blickt auf das Phänomen "GZSZ", bei dem die... mehr...
Seit der Talk-Reform in der ARD leiden die Talksendungen im Ersten an Themen-Armut und miesen Quoten. Die geballte Ladung von fünf konzeptionell sehr ähnlichen Gesprächssendungen an fünf Tagen hintereinander war keine gute Idee. “Hart aber fair” rettet sich immer öfter in Gaga-Themen, “Anne Will” sucht noch immer ihre Nische und “Beckmann” leidet unter dem Donnerstag-Sendeplatz. Wir... mehr...
Als die ARD ihre "Markenchecks" im Januar aus dem WDR Fernsehen ins Erste verschob, sorgten die ersten Ausgaben für eine Quoten-Sensation. Mehr als 6 Mio. Leute sahen den "Lidl-Check", darunter mehr als 2 Mio. 14- bis 49-Jährige. Doch die drei neuesten Ausgaben kamen im Mai längst nicht mehr an diese Zahlen heran. Nutzt sich das Konzept schon ab? Und welches waren bisher die... mehr...
Die zweite Staffel von "Rachs Restaurantschule" könnte schon die letzte gewesen sein. Nur 1,82 Mio. 14- bis 49-Jährige wollten das Finale am Montag sehen - ein unbefriedigender Marktanteil von 15,5%. Das erste Staffel-Finale sahen im Herbst 2010 noch 2,69 Mio. (19,9%), fünf der sechs Folgen der zweiten Staffel landeten unter den RTL-Normalwerten. Gewonnen hat den Dienstag die Soap... mehr...
Transparenz sieht anders aus: Die "Landespressestelle Bremen" der Piratenpartei hat über ihren jüngsten Landesparteitag Halbwahrheiten verbreitet. Sie berichtete in einer Pressemitteilung über die Wiederwahl des Landesvorsitzenden, unterließ dabei aber jeden Hinweis auf eine Kampfabstimmung um den Vorsitz. Mehrere Medien verließen sich auf die verschleiernde Mitteilung, viele Bremer... mehr...
Google soll der EU-Kommission möglichst in wenigen Wochen Rede und Antwort stehen. Die Kommission hatte Ende 2010 ein Kartellverfahren gegen den Internetkonzern eingeleitet. Vorwurf: Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt der Suchmaschinen. Joaquín Almunia, Vizepräsident der Europäischen Kommission, hat am Montag einen Zwischenstand gegeben – und fordert... mehr...
Bei einem Auftritt an der Humboldt Uni in Berlin, in einem Stern-Porträt und im aktuellen Focus verarbeitet Thomas Gottschalk sein Scheitern mit “Gottschalk Live”. Die Selbstkritik, die er zur Schau trägt, kratzt aber, wenn überhaupt, nur an der Oberfläche. Mal seien Gäste schuld gewesen, mal habe man sein Konzept nicht richtig umgesetzt, mal hat das Publikum nicht kapiert, was er... mehr...