Job-Kahlschlag in München: Die Abendzeitung will in ihrer Redaktion 22 von derzeit rund 80 Stellen abbauen. Als Grund nennt Geschäftsführer Dieter Schmitt die "schwierige wirtschaftliche Situation". Vor wenigen Wochen erst verkaufte Verleger Johannes Friedmann den Nürnberger AZ-Ableger an den fränkischen Medien-Unternehmer Gunther Oschmann. Gegenüber MEEDIA bestätigte der Geschäftsführer, dass sich die AZ aktuell in Kooperationsverhandlungen mit dem Süddeutschen Verlag befindet.
"Wir müssen sparen, weil wir erhebliche bei der Auflage und bei den Anzeigen verloren haben", sagte Schmitt gegenüber MEEDIA. In den vergangen fünf Jahren verlor die Abendzeitung 15 Prozent ihrer Auflage. Aktuell kommt das Boulevard-Blatt auf einen Gesamtverkauf von 134.049 Exemplare. Das bedeut in den vergangenen zwölf Monaten ein Minus von vier Prozent.
Von den Streichungen soll das Layout, sowie die Text- und -Bildredaktion betroffen sein. In einer Pressemitteilung teilte der Verlag mit, dass sich die Münchener Boulevard-Zeitung noch stärker auf die Lokalberichterstattung konzentrieren will. "Auch mit weniger Redakteuren als bisher werden wir ein Produkt in der gewohnten journalistischen Qualität herausbringen", sagt Chefredakteur Arno Makowsky. "Dazu wir ein eines redaktionelles Konzept entwicklt."
Wie dieses Konzept im Detail aussieht, ist allerdings noch nicht bekannt. Möglich ist, dass die Abendzeitung stärker als bisher mit der Süddeutschen Zeitung kooperiert. Bereits im vergangen November hatte der damals neue AZ-Geschäftsführer, Dieter Schmitt, eine engere Zusammenarbeit mit der SZ angekündigt.
Neben der Abendzeitung hält Verleger Friedmann auch 18,75 Prozent am Süddeutschen Verlag (SV). Im November war von einem Kooperations-Modell die Rede, bei dem die AZ Dienstleistungen des SV "nach Bedarf abrufen kann". Geplant wurde offenbar eine engere Zusammenarbeit bei Technik, Organisation, Vertrieb, im Internet und auch in der Redaktion.
Bislang kam es allerdings noch zu keiner engeren Zusammenarbeit zwischen dem Boulevard-Blatt und der Qualitätszeitung. "Wir sprechen mit dem Süddeutschen Verlag über mögliche Kooperationen", sagt Schmitt gegenüber MEEDIA. "Doch das ist alles nicht so einfach. Beispielsweise können wir als Boulevardzeitung kaum Texte aus der SZ nachdrucken."
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