Am gestrigen Montag ging "Gottschalk Live" erstmals mit Studio-Publikum und improvisierter Umbau-Kulisse auf Sendung. Zwar ist die Sendung immer noch weit davon entfernt gut zu sein - es war aber auch keine solche Katastrophe wie sonst üblich. In der Tat war die erste “Gottschalk Live”-Ausgabe mit Publikum und einer Portion Selbstironie inhaltlich wahrscheinlich die bisher beste. Befeuert von Neugier und dem “Großstadtrevier” zeigten sich auch leichte Verbesserungen bei der Quote.
Von den “Blühenden Landschaften”, die Thomas Gottschalk aus der viel beschworenen Quoten-Todeszone am Vorabend machen will, ist die Sendung zwar noch weit entfernt - aber die erste Show mit Publikum zeigte zumindest inhaltlich in die richtige Richtung. Das Fahrige, Hektische war weg. Sogar Wetter und Werbung wurden ohne zu holpern anmoderiert. Dass man solche Selbstverständlichkeiten schon hervorheben muss, spricht Bände. Gottschalk ruhte diesmal mehr in sich und nahm sich sogar richtig lustig auf die Schippe.
Um zu beweisen, dass in den ersten Wochen “Gottschalk Live” nicht alles schlecht war, zeigte er statt eines “Best of” einen Beitrag der NDR-Satiresendung “extra drei”, die die peinlichsten Pannen der ersten “Gottschalk Live” Sendungen als eine Art Moderatoren-Schule zusammengeschnitten hatten. Seinen Gästen Jan Hofer und Oliver Pocher heftete er zudem Namensschildchen an, damit er sie nicht verwechselt. Das zeigte Größe und war witzig.
Ansonsten beschränkte sich Thomas Gottschalk auf harmloses Geplauder. Pocher steuerte noch einen halb-lustigen Einspieler bei, in dem er sich auf dem Berliner Alexanderplatz auf die Suche nach einer weiblichen Co-Moderatorin für Gottschalk machte. Von der Internet-Integration blieb noch ein Mini-YouTube-Fundstück übrig. Das war alles keine Sensation, aber wenigstens fokussiert und ohne Schmerzen anschaubar.
Zumindest die Richtung stimmt jetzt. Auch quotenmäßig ging es leicht bergauf. Mit 1,41 Mio. Zuschauern im Gesamtpublikum und 5,2 % Marktanteil erreichte die Show den besten Wert seit drei Wochen. Dass solch magere Zahlen bei “Gottschalk Live” einmal Anlass sein würden, von einer Besserung zu sprechen, hätte man sich vor dem Start der Sendung nicht träumen lassen.
Schwierig bleibt es trotzdem. Die Montagsquoten waren bisher tendenziell immer die besten, da “Gottschalk Live” hier mehr Zuschauer als an den übrigen Tagen vom “Großstadtrevier” rübergereicht bekommt. Abwarten, wie es an anderen Tagen läuft. Und natürlich ist es immer noch ein Armutszeugnis für Moderator, Redaktion und nicht zuletzt auch die Produktionsfirma Grundy LE, dass man erst Wochen nach Sendestart anfängt, on air einen Hauch von einem Sendungskonzept zu entwickeln.
Tickets für “Gottschalk Live” gibt es übrigens zum Preis von 5 Euro direkt bei Grundy Light Entertainment.
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