Die Blogosphäre diskutiert über Robert Basic: Wie viel ist sein Blog wert, wer würde es kaufen und was kann ein potentieller Investor mit der Seite überhaupt anfangen? MEEDIA fragte Online-Promis, Internet-Kenner und Web-Worker nach ihrer Meinung. 14 haben geantwortet. Mit dabei Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan, Sascha Lobo, Stefan Glänzer und Qype-CEO Stephan Uhrenbacher. So viel sei jetzt schon verraten: Keiner von Ihnen würde BasicThinking.de kaufen wollen.
Sascha Lobo, Blogger und Autor
Würden Sie das Blog kaufen?
Auf keinen Fall. Die von den entsprechenden amerikanischen Blogs aufgesammelten Neuigkeiten, die Basic aufschreibt, sind relevant - die Art, wie er das tut - insbesondere sein Schreibstil - ist weitgehend unerträglich. Ich kann keine zehn Zeilen lesen, ohne Zitterkrämpfe zu bekommen, bei den Kommentaren sind es in der Regel sogar nur drei Zeilen. Man sollte aber dazu erwähnen, dass ich Robert Basic a) nicht besonders mag und ihn b) für unmutig und nicht besonders intelligent halte, vielleicht trübt das mein Urteilsvermögen über seine Leistungen ein kleines bisschen.
Wenn nein: Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Der einzige Kaufgrund, den ich mir vorstellen kann, wäre PR. Es wäre aber eher ein Lach- als ein Schachzug, denn wer eine personengetriebene Oneman-Show ohne den One Man kauft, braucht schon besonders wenig Blogsachverstand oder aber den festen Glauben an das Funktionieren einer Noneman-Show. Erst recht, wenn diese Person auch noch ankündigt, woanders zu den gleichen Themen weiterzubloggen.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Ich halte die Verkaufsabsichten für den ungeschickt versteckten Versuch, sich von eigenen Fehlern und vor allem zweifelhaften Handlungen aus der Vergangenheit zu distanzieren. Es kann natürlich sein, dass jemand das Blog kauft, um mit den Verlinkungen etwas anzufangen, irgendwie lässt sich da sicher etwas herauspressen. Insofern könnte Basic bestimmt ein paar tausend Euro herausschlagen, wenn ihm völlig egal ist, wer die Seite kauft und was er damit macht. Was die Menschen, die ihn vorher verlinkt haben, davon halten, steht auf einem anderen Blatt.
Stefan Glänzer, Serien-Unternehmer
Würden Sie das Blog kaufen?
Nein, wir haben auf myblog.de ja schon einige hunderttausend Blogs - wenngleich ich auf keinen Fall einen Qualitaetsvergleich hier anstellen möchte, das wäre mehr als vermessen.
Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Ein E-Commerce-Anbieter könnte mit der Linkjuice schon einiges anfangen, denke ich.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Seine Schatzung ist realistisch, ich nehme mal die Mitte, 50.000 Euro.
Robin Meyer-Lucht, carta.info
Würden Sie das Blog kaufen?
Nein, Basicthinking.de ohne Robert Basic ist wie Matussek-Podcast ohne Matussek.
Wenn nein: Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Ein Searchengine-Optimierer, um den Pagerank auszumelken.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
4.000 Euro.
Ibrahim Evsan, Gründer von Sevenload
Würden Sie das Blog kaufen?
Nein, mit einem Blog assoziiert man immer die Person dahinter. Das Blog lebt von dem Schreiber und von der Idee der Person. Ein basicthinking.de ohne Robert ist kein Basic Thinking mehr.
Wer sollte das Blog kaufen, was sollte er damit anfangen?
Wenn es einer kaufen könnte, wäre es ein Verlag. Heute sind Verlage auf gute Blogkonzepte angewiesen. Ob sich der gewünschte Effekt nur durch die bloße Übernahme der Domain und womöglich aller Inhalte einstellt, ist jedoch sehr fraglich. Aber ich glaube, dass mittlerweile sehr viele Blogger sich zu guten Autoren entwickelt haben und ein Blog wie Basic Thinking konsequent weiterführen können.
Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Ich wünsche ihm mehr als nur 100.000 Euro. Gemessen an seiner Bekanntheit müsste sich die Summe verdreifachen.
Peter Hogenkamp, Gründer und CEO der Blogwerk AG
Würden Sie das Blog kaufen?
Nein, wir würden es auf keinen Fall kaufen. Basics Blog, das ja auch noch so heißt, ohne Basic bringt nichts. Selbst geschenkt wüsste ich nicht, was wir damit anfangen sollten, als thematisches "Sammelsuriumsblog" passt es schlicht nicht in unser Portfolio von Themenblogs.
Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Keine Ahnung. Vielleicht ein SEO, der etwas mit der Domain anfangen kann. Oder ein ambitionierter Blogger, der in der Frequenz weitermachen will – der wird allerdings nicht viel zahlen, denn mit einem Jahr harter Arbeit kann man in Deutschland auch aus dem Stand viel erreichen.
Der Ruhm des "meistverlinkten Blogs" verblasst sehr schnell, denn die Links haben bekanntlich eine Verfallsdauer von sechs Monaten. Den meisten Traffic hat er ja ohnehin nicht, laut Blogoscoop liegt er nur auf Platz 25. Deswegen finde ich das Thema ziemlich overhyped, auch wenn ich Respekt vor Roberts Konsequenz habe.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Keine Ahnung. Ich gönne ihm viel, aber objektiv ist es nicht viel wert. Andererseits hat der alte Golf von Ratziger auch 200.000 Euro gebracht. Nur wenn sich zwei aus Prestigegründen ein Wettbieten liefern, wird es nennenswert teuer.
Thomas Pyczak, Geschäftsführer und Chefredakteur Chip
Würde Chip das Blog kaufen?
Das wäre Handeln nach Web 1.0 - ausgerechnet bei einem Blog. Ein Blog lebt eigentlich nur von der Person, die es betreibt. Hier eben Robert Basic. Die URL ist nicht die 10.000 Euro wert, die Robert minimal vorschweben (laut seinem Eintrag). Die Verlinkungen (Grund für die gute Platzierung in den Blog-Charts) werden natürlich abnehmen, wenn jemand anderes das Blog mit (vermutlich) einem anderen Themenschwerpunkt weiterführt. Also... wozu die URL kaufen.
Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Niemand. Die URL kann man kaufen, das Blog wäre für den Käufer meiner Meinung nach wertlos.
Stephan Uhrenbacher, Gründer und CEO von Qype
Würde Qype das Blog kaufen?
Kaufen: Nein – es wird immer Leute geben, denen ein Blog ohne den Autoren mehr Wert ist als uns.
Wenn ja, warum?
Ich sehe für Nicht-Blogger eigentlich nur einen Sinn darin im Bereich Suchmaschinenoptimierung. Der Pagerank des Blogs würde sogar für den Vertrieb von Waschmaschinen reichen.
Für Blogger dürfte die Herausforderung sein, den Erwartungen gerecht zu werden, die Robert Basic weckt. Wer so gut ist, braucht Basic's leer abgestreifte Blog-Hülle nicht, und wer nicht so gut ist, wird mit ihr auch nicht erfolgreicher.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Es gibt genug Verrückte... Ich tippe auf 100000 Euro, vor einem Jahr wären es auf jeden Fall noch mehr gewesen.
Jens Kunath, Gründer von Rabattschlacht.de
Würden Sie das Blog kaufen?
Das Blog lebt von der Person Robert Basic. Wenn er es nicht mehr persönlich betreibt, werden die Nutzer nicht mehr in dem Umfang wiederkommen. Insbesondere wenn er ein neues Blog eröffnet, werden viele User zu diesem neuen Blog wechseln.
Aus SEO-Gesichtspunkten ist das Blog auch nur mittelmäßig spannend, da Google das Blog offenbar abgestraft hat. Robert gibt ja offen zu, dass er Links verkauft.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Robert mehr als 10.000 Euro für sein Blog erhalten wird. Aber ich lag mit solchen Schätzungen schon oft daneben. Ich wünsche ihm, dass er möglichst viel Geld dafür bekommt.
Martin Ötting, TRND
Würde TRND das Blog kaufen?
Nein.
Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Gute Frage, keine Ahnung: es ist ja doch sehr stark an die Person Robert Basic gebunden – finanziell können hierzulande, anders als in den USA, kaum Blogprojekte wirkliche Teams ernähren, einfach weil das Bloggen noch immer sehr stark in der Nische sitzt. Daher bleibt selbst ein großes Blog wie das von Robert eine Ein-Mann-Veranstaltung. Und damit prägt ein Mensch das Blog. Wenn dieser Mensch geht ... dann ist's auch nicht mehr dasselbe Blog.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
34.450 EUR. ;)
Max Wittrock, Mit-Gründer von MyMüsli
Würde MyMüsli das Blog kaufen?
Nein.
Wenn nein: Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Puh, schwierige Frage, der Reiz des Blogs liegt vor allem in der Person Roberts als Autor begründet. Aber vielleicht hat jemand eine gute Idee.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Da sind wir selbst sehr gespannt, aber kein Ahnung: Das wird sich zeigen...
Axel Jockwer, HolidayCheck
Würde HolidayCheck das Blog kaufen?
Nein, HolidayCheck würde das Blog nicht kaufen. Das Blog ohne den Blogger verfügt zwar noch über eine hohe SEO-Relevanz, ist aber langfristig wie eine Zeitung von gestern ohne Redaktion. HolidayCheck besteht aus UGC, wir haben also jede Menge kleiner Reisejournalisten, die hier ihre Erfahrungen veröffentlichen.
Wer sollte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Wer das Blog kauft, sollte es im Sinne von Robert Basic fortführen und für Aktualität und Spannung sorgen. Warum nicht mal ein technisch affiner Politiker. Steinmeier? ;-)
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
50.000 Euro wären angemessen, allerdings weiß man gerade nicht, bei wem das Geld locker sitzt…
Sten Franke, CEO von Ethority
Würde Ethority das Blog kaufen?
Ethority würde basicthinking.de nicht kaufen. Wir sind der Überzeugung, das der Wert eines Weblogs im ganz erheblichen Maße von dem Autor abhängt und weniger mit der technischen Oberfläche. Es ist nicht abzustreiten das der Blog von Robert Basic eine immense Reichweite besitzt. Diese Reichweite liegt aber an der Person Robert Basic, an seiner Art zu schreiben, an seinen Themen etc. Daher gehe ich davon aus, dass die Reichweite der leeren Bloghülse nach der Versteigerung nach kurzer Zeit in den Keller fallen wird.
Wer sollte das Blog denn Kaufen, was sollte er damit anfangen?
Ein Kauf des basicthinking blogs würde sich für ein Unternehmen nur dann lohnen, wenn der Käufer auch den Kopf hinter dem Blog dazu engagieren würde. Nur dann würde sich die Investition in eine nachhaltig große Reichweite umsetzen lassen.
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Den Preis für basicthinking.de ohne Robert Basic würde ich in einen niedrigen fünfstelligen Bereich platzieren, allein wegen der wegen dem den Aufbau und die grafischen Gestaltung. Mehr sollte in den Wert, aus genannten Gründen nicht reinzählen. Ohne den Blogger Basic gibt es auch keine Reichweite.
Sachar Kriwoj, Roccatune
Würde roccatune das Blog kaufen?
Nein, würden wir nicht. roccatune ist in erster Linie eine Musikplattform. Da wir aber auch externe Seiten vermarkten, wäre eine Vermarktung von Basic Thinking für uns zwar nicht uninteressant, allerdings würden wir dann das Blog, wie Robert es betrieben hat, nicht weiterführen können, weil das nicht unserer Kernkompetenz entspricht.
Wer sollte das Blog kaufen, was sollte er damit anfangen?
Da gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Engagierte B- oder C-Blogger könnten sich zusammentun und versuchen, Basic Thinking in der Form weiterzuführen, wie wir es kennen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine einzelne Person Robert Basic gleichwertig ersetzen kann, also müsste die Verantwortung auf mehrere Schultern übertragen werden.
2. Für Dienste wie Linklift oder auch trigami könnte ein Kauf von Basic Thinking zumindest kurzfristig nicht uninteressant sein, weil sie damit eine zumindest heute stark besuchte Seite hätten, die sie für ihre Vermarktungszwecke optimal nutzen könnten. Auch für Dienste wie blog.de wäre Basic Thinking eine Überlegung wert, weil BT wie kaum eine andere Seite in Deutschland für das Bloggen steht.
3. Für große Konzerne (HP, Apple oder auch Starbucks) könnte Basic Thinking nicht uninteressant sein. Unter der Domain könnten sie ein Corporate Blog aufziehen und ihr Ideenmanagement sowie einzelne Bereiche des Konzerns vorstellen.
4. Grundsätzlich all solche Unternehmen, die entweder selber oder deren Marken im Namen die Wörter "Basic" oder "Thinking" führen. Sie würden in Sachen Suchmaschinenoptimierung eine sehr gesunde Basis vorfinden.
Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
Das ist wohl die schwierigste Frage, weil analog an ihr der Wert der gesamten deutschsprachigen Blogosphäre bemessen werden könnte. Dass Basic Thinking kein reines Fachblog sondern sehr eng mit der Person Robert Basic verbunden ist, könnte den Preis durch seinen Weggang schmälern. Dass sich für ein deutsches Blog sehr viel Traffic auf der Domain befindet, die URL viele Verlinkungen aufweist und somit bei Google und anderen Suchmaschinen sehr gut gelistet ist, spricht für einen hohen Verkaufspreis. Die Summen, die in der Blogosphäre kolportiert werden, also etwas zwischen 30.000 und 100.000 Euro, halte ich für durchaus realistisch. Wir bei roccatune drücken Robert jedenfalls fest die Daumen, dass er den Betrag erhält, den er sich selber wünscht und freuen uns schon jetzt auf seine neuen Projekte - und natürlich auch auf das neue Basic Thinking, wie auch immer es aussehen wird.
Christian Grötsch, Geschäftsführer von Preisbock
Würden Sie das Blog kaufen?
Nö, weil es nur mit Robert etwas wert ist.
Wer könnte das Blog denn kaufen, was sollte er damit anfangen?
Irgendein durchgeknallter deutscher Großverlag, z.B. Holtzbrinck!?
Ihre Schätzung: Wie viel bekommt Robert Basic für sein Blog?
100.000 Euro.
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Letzte Kommentare
10.02.10 15:27
paul hotsz Website
sehr guter Beitrag
02.01.10 11:35
charles brooks
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13.01.09 21:02
christina sattler
war jetzt gerade zum ersten mal auf der seite von robert basic und kann dem herrn sascha lobo nur recht geben...
man kann keine 5 minuten lesen ohne dass man sich mit dem schreibstihl quält. grauenvolle art und weise wie der gute herr schreibt und umso mehr wundert mich, dass andere blogger und medien die seite so toll finden.. seltsam .. finde es aber toll, dass herr lobo solch klare und angemessenen worte findet.
13.01.09 19:32
Mark Lich Website
Bei dem Medienrummel stellt sich doch die Frage am Rande, ob Google nichts von dem Verkauf mitbekommt. Da es vor allem um den Seo-Technischen Wert des Blogs geht erkauft sich der Ebay Bieter sozusagen links. Es köntne somit durchaus sein, dass Google diesen Verkauf als eine Art "SEO-Spam" einordnet und ausgehende No-Follow Links des Blogs in Zukunft nicht mehr so stark werten.