Die Twittersphäre ist um einen Scoop reicher – und der Microblogging-Dienst um einen neuen Star: Ashton Kutcher, Ehegatte von Hollywood-Ikone Demi Moore, bringt es als erster Nutzer auf eine Million Follower. Dabei sah es vor wenigen Tagen nicht danach aus, als könnte Kutcher den Platzhirsch CNN noch abfangen. Doch dank 150.000 neuen Verfolgern in weniger als zwei Tagen gelang Kutcher das Kunststück, das er live im Web ausgiebig feierte. Heute Abend geht die Party auf der Couch von Oprah Winfrey weiter.
Die Inszenierung war besser als jeder der eher mittelmäßigen Hollywood-Streifen, in denen Ashton Kutcher bislang zu sehen war. Schier hoffnungslos lag der 31-Jährige noch vor zwei Tagen nach Followern beim immer beliebteren Mikroblogging-Dienst gegen Platzhirsch CNN zurück, dann muss dem US-Schauspieler ("Bobby", "The Butterfly Effect") eingefallen sein, dass David-und-Goliath-Geschichten doch ziemlich an den Emotionen rühren.
Also inszenierte Kutcher seine eigene: Als er die 850.000-Follower-Marke übersprungen und realisiert hatte, dass sein Twitterkanal aplusk am Tag fast doppelt so viele Follower gewann wie CNN mit seinem Breaking News-Account cnnbrk, rief er den Endspurt aus. Wenn er doch noch vor dem größten Nachrichtensender der Welt die 1-Million-Marke knacken sollte, werde Kutcher CNN-Gründer Ted Turner persönlich einen Klingelstreich spielen, feixte der beliebte Ex-MTV-Moderator ("Punk'd").
Kutcher düpiert CNN: Knapper Sieg trotz Larry King, Anderson Cooper und TV-Aufrufen
Das bescherte schnell einen neuen Follower-Regen und die echte Verärgerung von CNN: Das eher spaßig gemeinte Twitter-Wettrennen drohte zu eskalieren. Talkshow-Anchor Larry King polterte in einer persönlichen Videobotschaft gegen Kutcher, News-Anchor Anderson Cooper zog in Tweets nach. Kutcher indes feixte weiter – und kündigte neue Preise an. In Kooperation mit dem Computerspielehersteller EA wurden Preise für die letzten Follower ausgeblobt – am Ende gar ein Scheck über 10.000 Dollar zugunsten der Malaria-Hilfe.
Und es half: Gegen 21.38 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit war es dann so weit: Kutchers Twitteraccount aplusk wies 982.489 Follower auf – cnnbrk 982.486. Kutcher hatte CNN doch noch abgefangen – und feierte den Sieg wie ein ausgelassener Teenager via Webcam und Champagner. "Es geht hier nicht um mich, es geht um uns alle" rang Kutcher mehr als bei mancher Preisverleihung mit den Worten.
Twitter kommt im Mainstream an: Ashton Kutcher erklärt Oprah Winfey den Microblogging-Dienst
Rund vier Stunden später war der Sieg komplett: 1000.000 zu 998.826 Follower lautete der Endstand des Twitter-Wettrennens um kurz vor zwei Uhr amerikanischer Ostküstenzeit. "Der Sieg ist unser!!!" feierte Kutcher das Ergebnis, das am Ende doch noch knapp ausfiel, weil CNN via TV noch einmal Follower zu mobilisieren versuchte.
Heute Abend geht Kutchers Party auf der Couch von Oprah Winfrey weiter. Der neue Twitter-König wird der Talkshow-Queen dann nicht nur den boomenden Microblogging-Dienst erklären, sondern auch dabei behilflich sein, Winfreys ersten Tweet zu versenden. Oprah-Fans können die erste 140-Zeichen-Nachricht offenbar kaum mehr erwarten: Bereits zwei Tage nach der Anmeldung auf Twitter kommt Winfrey auf 64.000 Follower. Spätestens seit heute ist Twitter damit endgültig im Mainstream angekommen.
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