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Montag 16. Februar 2009 11:07

Zehn Dinge, die an Twitter nerven

Twitter ist toll, Twitter ist hip, keine Frage. Man kann Nachrichten verfolgen, lustige Kurzbotschaften von Freunden lesen und bekommt einen direkten Draht zu twitternden Promis. Aber wie das so ist: Wenn viele Leute aufeinandertreffen, dann gibt es auch Reibungspunkte. Hier ist eine total subjektive Liste mit zehn Twitter-Marotten, die einem ganz schön auf die Nerven gehen können und von denen bestimmt jeder schon mal selbst die eine oder andere verbrochen hat. Der Autor eingeschlossen.

1. Der „Guten Morgen - gute Nacht“-Tweet

Okay, Twitter ist für alle da und für alle Lebenslagen. Aber warum um Himmelswillen fühlen sich so viele Twitterer bemüßigt, die Gemeinde ihrer Follower exakt über Aufsteh- und Zubettgeh-Zeiten zu informieren. Tweets mit einem ultra-banalen „Guten Morgen!“, gerne auch lautmalerisch mit mehreren „o“ geschrieben, oder „Gehe jetzt ins Bett“, „Nacht“ oder, besonders schlimm, „nighty Night“ häufen sich. Rufen wir uns in der nächste Eskalationsstufe via Twitter „Guten Appetit“ oder „Mahlzeit“ beim virtuellen Kantinengang zu? Wird die Follower-Schar bald auch über den Zustand des persönlichen Verdauungsapparates auf dem Laufenden gehalten? Obwohl - Letzteres wäre immer noch interessanter als das „Guten Morgen - gute Nacht“-Gezwitscher.

2. Die PR-Tröte

Twitter kann man prima für Eigen-PR nutzen. Das haben nicht nur zahlreiche Medienunternehmen gemerkt, sondern auch Blogger, Journalisten, Autoren und sonstiges Medienvolk. Also werden Links getwittert ohne Ende, bevorzugt natürlich auf eigene Ergüsse im Netz. Aber aufgepasst: Wer bald nur noch Links zu eigenen Artikeln oder denen des geschätzten Arbeitgebers in die Welt hinausposaunt, macht sich irgendwann zur penetranten PR-Tröte, die gnadenlos un-followed wird. Wenn ich erfahren will, was es neues auf der Website xy gibt, dann abonniere ich den RSS-Feed, verdammt! Ausnahme: Twitter-Accounts, die explizit nur für die Verbreitung von News eingerichtet sind, wie z.B. „Spiegel_eil“. Denen kann ich followen oder auch nicht. Jedenfalls weiß ich, was mich erwartet.

3. Der Dauer-Tweeter

Wer alle drei Minuten einen Tweet absetzt, der nervt. Nicht wenige Zeitgenossen, nutzen Twitter-Desktop-Tools wie Twhirl, um sich sofort über neue Tweets zu informieren. Folgt man nun aber einem irren Twitter-Maniac, dann macht es alle paar Minuten auf dem Rechner „pling pling pling“, bloß weil man erfährt, dass der Herr nun aus dem Oberholz rausgerannt ist und zwei Minuten später ist er wieder reingerannt und jetzt hat er dieses gelesen und nun findet er den neuen „Freitag“ doof etc. pp. Twitter ist prima, um unterhaltsame Alltäglichkeiten zu verbreiten - aber wie mit Allem, kommt es auf die Dosierung an. Und Twitter-Alltagsgesabbel im Minutentakt ist auf Dauer ungenießbar.

4. Show-Twittern auf Englisch

"Ich hab ja so viele Follower in „den Staaten“, bzw. „im Valley“, da muss ich unbedingt auf Englisch twittern. Sonst können die US-Boys und Girls ja gar nicht meine witzigen Tweets verstehen und un-followen mich gleich wieder." So oder so ähnlich mag sich mancher denken. Ist im Prinzip nix dagegen zu sagen, wenn man auf Englisch twittert, weil man diesen international Approach hat, aber wenn sich zwei Deutsche via Twitter auf englisch unterhalten, wirkt das bisweilen wie Show-Twittern. Und warum mancher anfängt, englisch statt deutsch zu twittern, sobald er oder sie den englischsprachigen Kulturkreis betritt, erscheint ein wenig rätselhaft. Will man damit anzeigen, dass man jetzt irgendwo ist, wo englisch gesprochen wird? Oder denkt man, dass jetzt ganz viele Leute aus dem Land einem ganz plötzlich followen? Ein ungelöstes Twitter-Rätsel.

5. Der Ego-Twitterer

Selbst-Marketing und Eigen-PR müssen wohl sein. Und was wäre dafür besser geeignet als Twitter? „Wow, wir sind im Pitch!“, „Auftrag für ein großes Medienunternehmen an Land gezogen.“ „New PP-Presentation was a overwhelming success, client is impressed!“ undsoweiter undsofort. Trunken vom eigenen Arbeitseifer und getrieben von medialer Selbstüberschätzung werden Angeber-Tweets verschickt, dass sich die Balken biegen. Ein paar Nummern kleiner täten es manchmal auch. Und immer dran denken: Vielleicht liest auch der Kunde mit...und ist not amused.

6. Der Follower-Grüßaugust

Fällt in eine ähnliche Kategorie wie der „Guten Morgen, gute Nacht“-Tweet. „Ich begrüße meinen 300. Follower, vielen Dank!“ „Schon 1.000 Follower! Danke für das Interesse“ usw. Es ist ja schön, wenn man sich freut. Aber warum diese Ranschmeiße? Stille Freude ist auch eine Freude.

7. Twitter-Spielchen

Twitter-Spielchen wie #movietweet oder #toplügen, die manchmal den ganzen Twitter-Kosmos für Stunden ungenießbar machen können. Für alle, die es nicht kennen: Bei solchen Spielchen sammelt die Twitter-Gemeinde zu einem Schlagwort lustige Formulierungen oder Verballhornungen zu Irgendwas. Bei #movietweet werden bekannte Filmtitel mit Twitter-Begriffen gekreuzt. Das kann mal mehr („Sleepy follow“), mal weniger („Beautiful Tweet“) witzig sein. Bei #toplügen werden Aussagen mit seltenem Wahrheitsgehalt gesammelt (z.B. „Ich freue mich mit Dir!“). Anfangs ist sowas manchmal unterhaltsam, aber es gibt halt einige, die nicht aufhören können. Und spätestens wenn der gleiche Witz zehnmal getweetet wurde, nervt‘s gewaltig.

8. Langeweiler-Tweets

Langeweile liegt im Auge des Betrachters. Was für den einen öde ist, mag für andere eine messerscharf formulierte „Alltagsbeobachtung“ oder ein virtueller Schenkelklopfer sein. Doch es gibt Grenzen. „Endlich Mittagessen. Lecker.“ Oder: „Wechsle gleich am Potsdamer Platz die S-Bahn.“ Man muss nicht alles wissen.

9. Der Twitter-Lurker

Es gibt sie immer und überall. Zeitgenossen, die gerne mitlesen, was andere so von sich geben, sich selbst aber bedeckt halten. Klar, es gibt kein Gesetz, das verbieten würde, sich bei Twitter anzumelden und einfach nur mitzulesen ohne selbst etwas beizutragen. Und solche Leute nerven auch nicht wirklich, sie tun ja gar nichts - außer mitzulesen. Aber der Gedanke, dass da welche mitlesen, ohne sich selbst aus der Deckung zu wagen, das ist dann doch irgendwie, na ja, unangenehm.

10. Der Polit-Trittbrett-Twitterer

Riesen-Buhei um Barack Obama und seine Online-Wahlkampf-Strategie. Der coole US-Präsident hat fast 280.000 Follower und schickte (oder ließ schicken) während des Wahlkampfs einen Tweet nach dem nächsten raus. Jetzt: Funkstille. Obamas letzter Tweet datiert vom 20. Januar. Gut, der Mann hat gut zu tun, Wirtschaftskrise usw. Aber kann er nicht einen Dödel vom Presse-Stab abkommandieren, der ab und zu in seinem Namen was absetzt? Und was ist eigentlich mit TSG - dem Hessen-Obama Thorsten Schäfer-Gümbel? Der hat nach der planmäßig verlorenen Wahl noch seine 2014. Followerin zum Essen nach Wiesbaden eingeladen und danach: Funkstille. Hat sich Schäfer-Gümbel an einer Gräte verschluckt? Erst auf den Twitter-Hype aufspringen, ein bisschen Polit-PR-Wirbel machen und hinterher nix mehr von sich hören lassen: lahm.

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Letzte Kommentare

Anzeige: 1 - 59 von 59

02.10.09 23:36

xcitcatx cat Website

ich twitter weil es alle machen basta

17.07.09 07:40

Gerd Kreidler

Ich schätze die Deutschen, die in Englich twittern meist sehr, da sie nicht solch aufgeblasene Abschreiberei von englischen Originalatikeln verzapfen. #PEINLICH, dieser Post.

16.07.09 14:33

uwe u

11. der wetter-twitter!

05.04.09 13:21

Rudi Lehnert Website

"Twitter ist toll, Twitter ist hip, keine Frage."

Keine Frage? Doch! Wenn Twitter toll ist, dann allenfalls tollwütig mit viel Nonsense-Schaum vorm Mund. Um's deutlicher zu sagen: Twitter ist fürn A...! Paßt aber bestens in diese hirn- und niveaulose Gesellschaft. Wer nichts im Hirn und nichts zu sagen, kann vielleicht gerade noch 140 Zeichen stammeln twittern simsen...

09.03.09 19:33

Alexander S. Website

Nur mal so als Frage: Was darf ich Ihrer Meinung nach den überhaupt noch Twittern?

09.03.09 18:30

Johannes Frisch Website

Wenn jeder alle deine 10 Ratschläge beachtet und danach tweetet, wirds auf twitter gähnend leer werden...

Wie ein Vorredner schon sagte, die Mischung machts!

06.03.09 19:05

Jochen Hunold Website

...das ist dann doch irgendwie, na ja, unangenehm...

If you can't stand the heat, stay out of the kitchen ;-)

05.03.09 11:02

Stefan Winterbauer

@Ralph Schneider Nun ja, zunächst einmal bleibt es ja jedem selbst überlassem was er oder sie in 140 Zeichen von sich gibt. Twitter ist das, was man daraus macht. Und wie bei jeder Form der zwischenmenschlichen Kommunikation kann man sich dem einen oder anderen reiben. Ist ja alles nicht schlimm.

Für mich persönlich ist Twitter ein charmanter Mix aus News-Dienst, Chat, Mail und SMS. Ich kann damit auf dem Laufenden bleiben, was Freunde und Bekannte so anstellen oder meinen. Ich erfahre schnell neue News, ich kann Leuten followen, die ich für geistreich oder witzig halte oder über die ich mich aufregen will. Ja, auch das gibt es.

Und natürlich ist klar, dass man unfollowen kann oder es gleich lassen. Das trifft m.E. nicht den Punkt. Ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass es in so einer recht neuen Kommuniktionsform auch neue Reibungspunkte geben kann, die man aber um Gotteswillen nicht überbewerten sollte.

05.03.09 07:25

Ralph Schneider

Eigentlich umfassen die 10 Punkte alles, was Twitter ausmacht. Und ich stimme vollkommen zu: Das nervt. Das Paradoxe ist: Genau das will ich zugleich. Es kommt nur drauf an, von wem.

Diese Guten-Morgen-Tweets: Sie nerven bei Unbekannten, sind willkommen bei jenen, die mir nahe sind.

Die PR-Tröte: Gerade die Linkempfehlungen machen Twitter wertvoll. Tausend RSS-Feeds habe ich längst abonniert - die Linkempfehlungen von Experte XY oder Freund Z sind oft Gold wert. Aber: Manche Twitterer nerven tasächlich, indem sie lediglich ihren RSS-Feed auf Twitter umleiten. Unfollow.

Frage (Ernst gemeint): Was sollte man sonst in 140 Zeichen von sich geben, wenn nicht jene Dinge, die Sie in Ihren 10 Punkten aufgeführt haben?

03.03.09 10:50

fALk Gaertner Website

Und wer genau bist du der mir erklären will wie ich ein kommunikationsmittel einsetze?

Ich glaube jeder kann damit machen was er will - wenns dich nervt geh woanders hin.

25.02.09 15:15

Jörg Klemme Website

So weit, so nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz des Twitters Kern getroffen. Klar ist Microblogging ein anderer Schnack als Chatten, und Werbung für eigene Elaborate kann man auch übertreiben, aber die Mischung macht's. Wo sonst kann man etwas wie hier tun -- nämlich kommentieren, was man gelesen hat --, direkt und schnörkellos? (Wer das mit dem @ für Chatten hält, hat Extremexemplare erwischt.) Der Sinn des Netzes ist Kommunikation und Information, beides hat seine Daseinsberechtigung und wird m.E. bei Twitter gut gemischt. Ich habe noch keinen Fall von "Un-Following" erlebt, poste abe auch normalerweise nicht im Sekundentakt. Mit Twitter ist es wie im richtigen Leben: Es kommt auf die Ausgewogenheit an. Und sind wir doch mal ehrlich: Wenn keiner Ihre Artikel lesen würde, wär's doch auch nicht recht -- also darf auch mal selbstpromotet werden. Ihr Artikel ist nicht grundfalsch, aber wie bei Schreiberlingen üblich: Pointiert und überspitzt. Ich werde den Beitrag hier gerne verlinken in der Tagesnachlese, ein bisschen Traffic schadet nie, aber ich mache das nur, damit mein Kommentar Beachtung findet. (Gut, war jetzt ein Scherz...)
In diesem Sinne

25.02.09 15:11

Der Hering

Nur kurz zum kritisierten "protecten": Finde, dass Twitter eine wunderbare Möglichkeit gibt, auf dem laufenden zu sein was Freunde und Bekannte gerade so umtreibt. Mit diesen Freunden und Bekannten möchte ich dann auch teilen, was mich umtreibt. Wissend, dass dies nicht immer die ganze Welt interessieren muss, finde ich es gut, dass ich meine Tweets in einen "begrenzten Orbit" hinauspusten kann. Dass indirekt mitgelesen werden kann, finde ich dann wiederum gut. Denn so kommen auch immer mal follower zustande, die einen kennen, der einen kennt.

21.02.09 13:40

Stefan Winterbauer

@Hendrik Spree: Sehr gut, das nervt mich auch sehr mit dieser Reply-Wut. Und auch dass Leute meinen ihre Tweets "protecten" zu müssen ist eigentlich unverständlich. Ansonsten freue ich mich über die lebhafte Diskussion hier. Zumal sich die Herren Trolle mit unqualifizierten Beleidigungen doch sehr in Grenzen halten. Nur nochmal fürs Protokoll: Ich mag Twitter sehr und ich habe selbst sicher auch schon Leute ein bisschen genervt. Es ging mir nur darum, die kleinen Nickeligkeiten im kommmunikativen Umgang miteinander in diesem recht neuen Medium mal aufzugreifen.

Also: Bitte nicht alles allzu dogmatisch sehen, ich tue es auch nicht ;-)

Was die Begrenzung der Kommentaranzeige betrifft: Das verstehe ich auch nicht. Leider läuft dieses Blog nicht über Wordpress sondern über das besch....eidene Typo3 CMS, das die gesamte Website betreibt. Wenn wir mal Dinge aufschreiben würden, die an Typo3 nerven, würde man sicher nicht mit zehn Punkten hinkommen.

21.02.09 08:38

pauline pauline Website

kleiner tipp: man kann die anzeige von @replys regulieren ... guck mal in die settings!

20.02.09 23:38

Hendrik Spree Website

Sehr gut beobachtet, stimme in allen zehn Punkten zu und erhöhe noch:

11. Der Reply-Twitterer
Ein gewisses Maß an Austausch muß sein, da gebe ich Ihnen recht. Aber Leute, deren Tweets nahezu ausschließlich mit einem @-Zeichen beginnen und die über die Unterhaltung hinaus keinen Mehrwert für andere Follower bringen, empfinde ich dann doch als störend.

12. Account-Protecter
Sehr subjektiv, ich weiß. Aber gerade in Verbindung mit dem Reply-Twittertum gar nicht so selten anzutreffen und mir völlig unverständlich. Wieso lasse ich die Öffentlichkeit meine Tweets nicht lesen, wenn ich Microblogging dann doch mit einem Chat verwechsele und man aus dem unprotecteten Part der Unterhaltung problemlos auf den eigentlich geschützten Inhalt des Widerparts schließen kann? Wofür gibt es DMs?

Diesen beiden Gruppen ist zum Glück durch konsequentes Unfollowen ziemlich leicht auszuweichen. Aber bei vielen Ihrer zehn Punkte besteht ja das Problem, wie ein Vorkommentierer auch schon richtigerweise angemerkt hat, daß die von Ihnen genannten Twitterspezies selten in Reinform auftauchen. Da heißt es dann abwägen.

Hier hat jeder seine eigene Schmerzgrenze. Selbst die brillantesten Aphorismen und Haikus lasse ich für meine Person mir gerne entgehen, wenn ich sie mir zwischen Starbucksbesuchen und U-Bahnfahrten mühsam herauspicken muß.
(Apropos: mit der Nennung einiger Namensbeispiele könnten die Kommentare hier zu einer schönen Schlammschlacht ausarten.)

13. Dialekt-Twitterer
Sind jetzt keine twitterspezifischen Senkelgeher, sondern nerven überall im Netz, stören mich persönlich aber ungemein. Im Twitterversum bin ich noch gar nicht so oft auf sie gestoßen, man bemüht sich hier um ein gepflegtes Hochdeutsch. Aber wenn bei jemandem auch nur in jedem zwanzigsten Tweet ein "nicht" zu einem "ned" wird, dann ist bei mir Schicht im Timeschacht.

So weit, so Twitter.
Aber wissen Sie, Herr Winterbauer, was beim Bloggen so richtig nervt? Durch die Begrenzung von fünf Kommentaren pro Seite, den Lesefluß so dermaßen zu stören, nur um die Klickzahlen in die Höhe zu treiben.

20.02.09 23:28

-drik S. Website

Sehr gut beobachtet, stimme in allen zehn Punkten zu und erhöhe noch:

11. Der Reply-Twitterer
Ein gewisses Maß an Austausch muß sein, da gebe ich Ihnen recht. Aber Leute, deren Tweets nahezu ausschließlich mit einem @-Zeichen beginnen und die über die Unterhaltung hinaus keinen Mehrwert für andere Follower bringen, empfinde ich dann doch als störend.

12. Account-Protecter
Sehr subjektiv, ich weiß. Aber gerade in Verbindung mit dem Reply-Twittertum gar nicht so selten anzutreffen und mir völlig unverständlich. Wieso lasse ich die Öffentlichkeit meine Tweets nicht lesen, wenn ich Microblogging dann doch mit einem Chat verwechsele und man aus dem unprotecteten Part der Unterhaltung problemlos auf den eigentlich geschützten Inhalt des Widerparts schließen kann? Wofür gibt es DMs?

Diesen beiden Gruppen ist zum Glück durch konsequentes Unfollowen ziemlich leicht auszuweichen. Aber bei vielen Ihrer zehn Punkte besteht ja das Problem, wie ein Vorkommentierer auch schon richtigerweise angemerkt hat, daß die von Ihnen genannten Twitterspezies selten in Reinform auftauchen. Da heißt es dann abwägen.

Hier hat jeder seine eigene Schmerzgrenze. Selbst die brillantesten Aphorismen und Haikus lasse ich für meine Person mir gerne entgehen, wenn ich sie mir zwischen Starbucksbesuchen und U-Bahnfahrten mühsam herauspicken muß.
(Apropos: mit der Nennung einiger Namensbeispiele könnten die Kommentare hier zu einer schönen Schlammschlacht ausarten.)

13. Dialekt-Twitterer
Sind jetzt keine twitterspezifischen Senkelgeher, sondern nerven überall im Netz, stören mich persönlich aber ungemein. Im Twitterversum bin ich noch gar nicht so oft auf sie gestoßen, man bemüht sich hier um ein gepflegtes Hochdeutsch. Aber wenn bei jemandem auch nur in jedem zwanzigsten Tweet ein "nicht" zu einem "ned" wird, dann ist bei mir Schicht im Timeschacht.

So weit, so Twitter.
Aber wissen Sie, Herr Winterbauer, was beim Bloggen so richtig nervt? Durch die Begrenzung von fünf Kommentaren pro Seite, den Lesefluß so dermaßen zu stören, nur um die Klickzahlen in die Höhe zu treiben.

20.02.09 17:58

Puh (ohne) Website

Der bekloppte Autor hat scheinbar nicht verstanden worum es in Twitter geht und wie Twitter funktioniert.

Pack dir mal an Kopp Stefan Winterbauer, wenn du Twitter nicht magst, dann bleib dem Dienst bitte fern - zwingt dich ja Niemand zu twittern.

Pappköppe gibts

20.02.09 17:37

Annika Kremer Website

Was mich ja höllisch nervt (ist allerdings in Twitter selbst begründet) sind diese ganzen tinyurl- und Co-Links. Man sieht nie, worauf man klickt. Gut, mit Linux kann ich mir jetzt wohl nicht großartig was einfangen, aber was ist mit Windows-Nutzern? Oder illegalen Seiten? Ich würde echt lieber selbst entscheiden, was ich besuche.

20.02.09 17:27

julia seeliger Website

finde die aufzählung auch sehr treffend, wobei ich mich bei diesem schnelltwitter-punkt auch sehr getroffen fand (insbesondere, weil es am beispiel des neuen "freitag" durchexerziert wurde).

19.02.09 18:16

Stephan Sachs Website

Tach.

Wenn es Dich nervt - folge den Leute, die es dir recht machen oder lösche doch deinen Account. Du hast immerhin die Wahl, ob du mitmachst, oder nervt - deswegen wundert mich der Artikel hier ein wenig.

Grüße.

18.02.09 14:46

Johannes Dachsel Website

Letzendlich bleibt es doch jedem selbst überlassen, wie man Twitter benutzt. Einige Punkte sind richtige Beobachtungen, aber ob das Ganze nervt oder unterhält, muss jeder selbst entscheiden.

Ansonsten empfehle ich, sich nochmal das Twitter-Einführungsvideo anzuschauen.

Zum Thema PR: Dass man sich mit so einem Artikel einer großen (Twitter-)Leserschaft gewiss sein kann, zeugt doch auch von Kalkül, oder? ;)

18.02.09 13:55

Thomas Renger Website

Wenn man die 10 aufgezählten Dinge mal weglässt -- wofür genau ist twitter dann nochmal da?

17.02.09 21:54

Thomas Pfeiffer Website

Zu den Deutschen, die auf Englisch twittern:
Ich glaube, die machen das, weil es sich auf Deutsch gar so langweilig anhören würde: "Go home to Munic", "Preparing a presentation".
Ach ja? Auf deutsch zu twittern zwingt die Leute zu wenigstens halbwegs intelligenten Tweets.

17.02.09 21:31

Claudia Klinger Website

Gute Aufzählung! Und natürlich ziehst du dir den Zorn derjenigen zu, die sich hier betroffen fühlen, weil sie Twitter eben genau SO nutzen, wie du es kritisierst.

Beides ist voll ok - das ist das Schöne an Twitter! Du wirst alle "unfollowen", die Noise-Meldungen absetzen, stundenlang rumwitzeln oder langweilen, All from Hell wird gewiss nicht DIR folgen, um sich noch mehr "suckende" Sachen reinzuziehen! :-)

Twitter kann eben alles sein: Chat-Box, News-Kanal, Aktions-Infrastruktur (->Grundeinkommen), Spielfeld für Literaten, Laufsteg für Promis, Wahlkampf-Arena, Kundensupport-Tool, etc. usw.

Und ja, ich finde es gut, wenn auf den Blogs dann die Gedanken der Leute in Langform erscheinen!

http://twitter.com/HumanVoice

17.02.09 19:25

Marcus Lutz Website

Hmmm, ich denke, das wird sich alles von selbst regeln, für Deutsche ist twittern ja meist noch sehr neu - es gibt eben fans von allen privaten dingen, es gibt fans von business-dingen und es gibt viel misch-masch - aber das schöne ist, jeder kann selbst entscheiden, wem er folgt und wem nicht...

17.02.09 18:15

Al From Hell Website

Gott ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr dieser Artikel suckt! Am Anfang dachte ich, ah ja stimmt, aber irgendwann zählst du alles auf, was Twitter ausmacht!?! WTF!? Was ist gegen #Movietweets einzuwenden? Ist doch witzig...

Schade um Zeit die ich mit Lesen und Kommentieren deines geistigen Dünnschisses vergeudet habe. Sorry und nichts für Ungut.

AL FROM HELL.

17.02.09 15:58

Frank Stein

11. Selbsternannte Twitteretikettenprediger

An sich gibt es einen Entfollowbutton. Den könnte man halt einfach drücken, aber dann hat man auf seinem Blog nix zu schreiben. Blöd.

17.02.09 15:16

Sigrid Diva Website

Ein sehr schöner Leitfaden für Twitter-User und solche, die es werden wollen. Pflichtlektüre sozusagen. Müsste man glatt als AGB bei der Anmeldung einfügen.

17.02.09 13:58

Susanne Minneker Website

Ich selber unterscheide zwischem privaten und beruflichen Twittern.Im Business geht es um Fakten, interessante Kommentare und Networken und im persönlichen Twitter mit Freunden kann ich über meinen persönlichen Tag berichten. Viele unterscheiden hier nicht so sehr und das ist eine persönliche Lebenseinstellung. Ich werde besser beobachten wem ich folge, dann bekomme ich auch wenger unnötige Twitter-Messges.

17.02.09 10:40

Renate Blaes Website

P. S.:
Im Grunde sind doch die von Stefan aufgeführten (monierten) Punkte genau das, was Twittern ausmacht ... oder seh ich das was falsch?

17.02.09 10:36

Renate Blaes Website

Ich sehe alle Punkte genauso. Und offen gestanden habe ich bisher noch keinen richtigen Grund entdecken können, der fürs Twittern generell spricht. Gibt es denn einen? Einen wirklich sinnvollen?
Das fragt sich - Renate

17.02.09 10:24

Johannes Slotta

Punkt 9 empfinde ich als harmlos, solange diese Leute wenn sie etwas von sich geben auch etwas sinnvolles sagen kann man die durchaus akzeptieren. Falle selbst ein wenig in diese Kategorie (unter anderem weil mir das Erfüllen der anderen Punkte keinen Spaß machen würde), bin daher sicher etwas voreingenommen ;-)

17.02.09 10:22

Marc Pfeil

Vielleicht twittert TSG deswegen nicht mehr: Thorsten Schäfer-Gümbel und die “Twitter-Affäre”

http://www.danielflorian.de/2009/01/28/thorsten-schaefer-guembel-und-die-tw[..]

17.02.09 09:46

Sebastian Starke Website

Ein wirklich sehr passender Artikel. Bei einigen Punkten habe ich mich selbst wiedergefunden. Ich gelobe aber Besserung. *g*

Einen Begrüßungstweet finde ich persönlich nicht so schlimm.

Nervig sind eher die Leute die sich über Twitter selbst bewerben oder selbst beweihräuchern. Das nervt wirklich. Ansonsten lass sie doch machen. *g*

17.02.09 09:12

Torsten Herrmann Website

Danke für diesen Beitrag. Ich hatte mich gestern ja auch schon über das Guten Morgen aufgeregt und niemand versteht das. Meines Erachtes hat Twitter ohne diese Regeln (bei manchen ist einfach auch Maß halten angesagt) keinerlei Bedeutung haben wird. Zudem sollte man mal eine Untersuchung machen: Ich wette eine Flasche Champus, dass die so-called Social-Media-Experten am meisten gegen diese Regeln verstoßen.

17.02.09 06:05

Roland Kopp-Wichmann Website

Ist mir aus der Seele geschrieben. Bei ein paar Sachen habe ich mich auch erwischt (Selbstmarketing etc.). Verspreche Besserung.

16.02.09 23:52

@ dieGoerelebt Website

Ok, ich habe 8 von 10 der Twitter-Sünden bereits begangen... Das gehört wohl alles zum Findungsprozess dazu.

16.02.09 23:49

Julia Stern Website

Ich glaube gerade all die Dinge macht Twitter bis jetzt einfach aus und besteht aus nichts anderem. Dafür hat man einfach zu wenig Zeichen (für etwas anderes) und genau um das geht es ja bei Twitter, anderen mitteilen, was man gerade macht, denkt, tut, etc.. Ist nicht jedem sein Fall, ich hatte Twitter am Anfang auch nicht begriffen. Mittlerweile finde ich es aber echt toll. Hat man die richtigen Follower und folgt man den richtigen Leuten kann es einem auch sehr viel nützen.

Liebe Grüße
Julia

16.02.09 23:38

David A

Haha, ich find den Artikel großartig. Fast so gut wie die Kommentare, die alles für bare Münze nehmen.

Mein Favorite ist eindeutig #5. Es gibt echt leute, die machen nichts anderes. Die twittern Banalitäten, aber hinter jeder steckt ein "Hach bin ich geil."

"Heute zu nix gekommen, ganzen Tag das Telefon [Mann, ich bin so gefragt, dass ich ständig angerufen werde!]

Sollte begreifen, dass das auch Call Center Agents sagen können...

"So, jetzt noch die Präsentation für den neuen Kunden..." [Ich bin so gut, ich werde gebucht! Erneut!]

"Muss los zum Flughafen, *genervt*" [Ich bin so ein nimmermüder Kosmopolit, ich fahre zum Flughafen! Fliege vielleicht sogar irgendwo hin. Oder doch nur n Kaffee und den Leuten zusehen...]

Die Liste ließe sich fortsetzen... gradezu beliebig.

16.02.09 22:25

Andreas Naurath

Auf der nach oben hin offenen "Bedenkenträger-Skala" eine glatte Zehn! Wenn man nur lange genug sucht, wird man immer zehn Punkte finden, alles in Grund und Boden zu reden/schreiben.
Wie sagte Vic Dorn (Loriot) einst: "Vielleicht bin ich ihnen einfach zu DEUTSCH?!"
Ja. bist du!

16.02.09 22:02

Jean-Paul Hinz Website

Ich seh das auch so wie Michael Reuter.
Wirklich penetrant waren US Twitterer aus dem Marketing und Designbereich die quasi nur aus Punkt 5 + Retweets von Punkt 5 und Eigen Links bestehen.

Punkt 10 find ich auch mies. Eine Simple Erklärung "Hey Leute, ich twitter jetzt nicht mehr" wäre besser als das gewesen....

16.02.09 20:42

Monika T-S Website

Oooops!
ich twitter einfach.
Mal von mir, mal als Reaktion auf andere, mal 3-6 mal hintereinander, mal ne ganze Woche nicht.

Mal verlink ich meine Seiten, mal andere -
rede ich mit Codern aus Australien - tu ichs in English.

Hmmm ich werde in mich gehen!
Dort forschen und erkunden und mir all die Twitter Knigges zu eigen machen. Stricherllisten führen was ich wie oft tu und wozu und was ich nicht tun darf.


Komm ich dann in den Twitter Himmel?


frag ich so ganz ernst am Montag Abend nach...


lg

16.02.09 18:32

gerald angerer Website

auffällig durchsichtig sind auch noch super-orginelle tweets, die allesamt bei der nächsten twitterlesung in der ersten reihe sitzen - naja, mir egal..

16.02.09 17:37

Bernd Sommerfeld Website

Ja alles richtig, (m)eine Ergänzung: Mag neue Twitterer nicht, die an einem Tag 1000 Leute followen nur um schnell viel Follower zu bekommen. Ich suche mir doch die Leute aus, die zu mir passen. Und obwohl mir einige nicht (wieder-) folgen liebe ich deren Beiträge besonders. Gerade heute ist so ein neues (Twitter) Projekt entstanden. :-) Bernd
und /lehmanns

16.02.09 16:35

Jutta Westphal Website

Hi Stefan :-).
Nice to read. Habe geschmunzelt, drüber nachgedacht und festgestellt, dass ich Twitter wegen all dieser nervigen Punkte liebe. Es ist wie ein Besuch in der Stammkneipe. Manche Infos braucht man, manche nicht - und hinterher ist es doch immer ein gelungener Abend mit vielen neuen Eindrücken.
Jutta

16.02.09 16:28

Stefan Winterbauer

Hoppla, das mit dem Namen ist natürlich blöd, hab's korrigiert...Danke für den Hinweis.

16.02.09 16:22

Andrea Juchem Website



Der Beitrag spricht mir aus der Seele (auch wenn ich mich für schuldig im Sinne der Anklage bei Punkt 2 erkläre)

Meine Top 3:

Platz 3: Langeweiler-Tweets (Halbwertzeit beim unfollowen 5 Tweets)

Platz 2: Der Follower-Grüßaugust
am liebsten in der automatischen Version die einen auch noch darüber informiert, dass man automatisch begrüßt wird.


Platz 1: Der „Guten Morgen - gute Nacht“-Tweet
Leider zieht da das Unfollow Argument nicht, da viele sehr interessante Twitterer unbedingt über Ihren Wachheitszustand berichten müssen. Aber für gute Tweets nehme ich das in Kauf

16.02.09 16:21

Christian Ritter Website

Auch nervig (zu Punkt 10): Nachdem man erst mit "der hat nen komischen Namen"-Berichten, dann mit "alle schreiben, er habe einen komischen Namen und reduzieren ihn darauf"-Berichten bombardiert wurde, gibt es immer noch Leute, die entweder den Namen nicht korrekt schreiben können oder versuchen, ihn weiterhin durch bewusste Falschschreibung ins Lächerliche zu ziehen. Der Mann heißt -Gümbel.

Den Rest finde ich wenig erhellend. Weiß man doch alles und man kann sich helfen.

16.02.09 16:20

Stefan Winterbauer

Huhu, ist doch alles nicht so ernst gemeint...

16.02.09 16:14

Thomas Boley

Zu den Dinger, die nicht an Twitter, aber an Deutschen nerven: Oberlehrerhafte Besserwisserei.

16.02.09 16:11

Jörg Glinka Website

Punkt 1-10:
Push the Unfollow-Button und gut ist.

16.02.09 16:03

Thomas Television Website

Ich habe grad angefangen Twitter zu nutzen, und hatte mir auch gedacht, obs sowas wie einen Twitter-Knigge gibt. Hier isser sozusagen. Das meiste kann man sich ja denken. Am allernervigsten finde ich die Hardcore-Twitterer, denen followe ich nicht. Banale Tweets, wie das angesprochene Straßenbahn wechseln finde ich dagegen toll (zu lesen). Wenn man das gut formuliert und es eine interessante Person ist (Webpromi), dann lese ich das gerne.

16.02.09 16:03

Peter Claus Lamprecht Website

Danke für den 'Hessen-Obama', diese Bezeichnung ließ mich lächeln.
Ansonsten gilt für mich: twittern und twittern lassen.

16.02.09 16:02

Tapio Liller Website

Tja, so isses eben mit einem Einer-zu-vielen-Medium, bei dem man sich seinen persönlichen Nachrichtenfluss zusammenstellen kann. Kommt halt auch Quatsch dabei raus.

Heute morgen hatte ich zum Stichwort "Guten Morgen"-Tweets eine Begebenheit, die mit zu diesem Post gebracht hat. Meine These: Wer's doof finde, soll halt enfolgen.

http://www.opensourcepr.de/2009/02/16/guten-morgen/

16.02.09 15:56

Vincent Vega

@Michael Reuter: Word!

Sehr unnötiger Artikel. @Meedia: Den Unfollow-Button kennt Ihr, oder?

16.02.09 15:55

Carsten Knobloch Website

Und nun bitte 5 Gründe FÜR Twitter.

btw: warum Vorname + Nachname Pflicht?

16.02.09 15:52

Michael Schmid Website

Klasse! Sehr gut getroffen!

16.02.09 15:45

Sven Wiesner Website

Glückwunsch, fast alle Kuriositäten vom twittern schön entlarvt. Ob der ein oder andere Punkt nun echt nervt oder gar ein do-not ist liegt wohl am eigenen Geschmack. Microblogging ist menschlich, da gehören für mich die Punkte 1-10 eben dazu.

16.02.09 12:19

Michael Reuter Website

Man kann das auch ganz locker sehen und mit den Worten von Clay Shirkey formulieren:

"There is no infomation overload, there is only selection failure."

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Stefan Winterbauer schreibt über gute und schlechte Zeitschriften und seine Erlebnisse mit dem gar nicht so alten Medium Papier.

 

 


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