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Freitag 17. Mai 2013 10:27

Die Schnäppchen-Fantasien von Groupon

Große Worte von Ted Leonsis: Groupon könne Umsätze in Höhe von 100 Milliarden Dollar pro Jahr erzielen,  glaubt der aktuelle Interims-CEO des schwer abgestürzten einstigen Internet-Überfliegers. Aktuell erlöst Groupon gerade mal 2,5 Milliarden Dollar. Das extrem ambitionierte Vorhaben steht also im krassen Gegensatz zur Realität. Die Umsatzzuwächse liegen nur noch im einstelligen Bereich, während das internationale Geschäft erodiert. Gestern erst wurden 100 Kündigungen am Standort Berlin bekannt.

Ambitionierte Ziele in schweren Zeiten: Ein Umsatzpotenzial von nicht weniger als 100 Milliarden Dollar hat Interims-CEO Ted Leonsis, der zusammen mit Mit-Begründer Eric Lefkofsky nach dem Ausscheiden von Andrew Mason Groupon führt, ausgegeben. Die stattliche Summe fiel am Rande eines Besuchs beim Business Insider, bei dem die Groupon-Führung mit dem versammelten Management aufschlug, um Schönwetter zu machen.  

Die Vision, die die neue Groupon-Führung hat, besteht darin, "eine gigantische Mobile-Commerce-Firma zu werden, das lokale Amazon oder eBay", beschreibt Business-Insider-Chefredakteur Henry Blodget das ambitionierte Ziel des Online-Schnäppchen-Portals. Groupon-Nutzer sollen künftig maßgeschneiderte, lokalbasierte Angebote auf ihr Smartphone bekommen, so das Vorhaben.

100 Kündigungen in Berlin

Aktuell hat Groupon jedoch mit der Realität der Restrukturierung zu kämpfen. Erst gestern wurde bekannt, dass Groupon am Berliner Standort, von dem aus auch das internationale Geschäft geleitet wird, sein komplettes Marketing abwickelt. Bis zu hundert Jobs sollen von diesem Schritt betroffen sein.

Bei den erst vor einer Woche verkündeten Geschäftszahlen fürs erste Quartal konnte Groupon lediglich einen Erlösanstieg um acht Prozent auf 601 Millionen Dollar verkünden. Aufs Jahr hochgerechnet kommt Groupon demnach auf Umsätze von etwa 2,5 Milliarden Dollar. Unterm Strich musste Groupon weiter rote Zahlen ausweisen, obgleich das Minus von 12 auf 4 Millionen Dollar sank.

CEO-Suche könnte sich weiter hinziehen

Gleichfalls ließen Leonsis und Lefkofsky durchblicken, die das immer noch erst viereinhalb Jahre alte Internet-Unternehmen führen, dass sich die Suche nach einem CEO weiter ziehen könne.

Man wolle das Unternehmen weiter formen und dann den passenden CEO finden. Die Vision bestehe bereits. Bleibt die Frage, warum Leonsis und Lefkofsky eigentlich nicht länger bei ihrem Engagement bleiben, wenn sie noch soviel mit Schnäppchenportal vorhaben?

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Freitag 17. Mai 2013 00:30

Minus 32 %: Facebook macht Aktionäre arm

Es war der wohl am meisten gehypte Börsengang aller Zeiten: Der IPO von Facebook heute vor einem Jahr. Schon nach wenigen Minuten war klar: Die Nachfrage nach den Aktien des weltgrößten Social Networks ist längst nicht so groß wie erwartet. Tatsächlich folgte in den nächsten Wochen und Monaten der bittere Absturz, von dem sich Aktionäre bis heute nicht annähernd erholt haben. Bittere Bilanz für Zeichner: 32 Prozent gingen bis heute verloren. Und die Perspektiven bleiben problematisch: Facebook ist weiter hoch bewertet.

Mark Zuckerberg hatte Anleger gewarnt: "Wir stellen keine Produkte her, um Geld zu machen. Wir machen Geld, um Produkte herzustellen", hatte der damals 27-jährige Gründer wenige Woche vor dem Jahrhundert-IPO im Börsenprospekt im begleitenden Mission Statement erklärt. Deutlicher konnte Zuckerberg kaum werden: Die Wall Street würde in der kommenden Geschäftsentwicklung nicht Priorität haben; man war an der Börse gelistet, würde aber nicht zwangsläufig nach ihren Regeln spielen.

Und so verlief dann auch Facebooks erstes Jahr an der Börse: Der Handelsstart verzögerte sich um fast eine Stunde, und als die  ersten Kurse gestellt wurden, legte die Aktie für wenige Augenblicke nur um zehn Prozent zu, statt wie andere Social Media-Überflieger wie LinkedIn oder Groupon am ersten Handelstag regelrecht zu explodieren. Facebook kämpfte um den Ausgabekurs von 38 Dollar, der nur mit massiver Unterstützung des Konsortialführers Morgan Stanley gehalten wurde.

Crash nach dem IPO: Kurshalbierung bis auf 17,55 Dollar

Schon in der nächsten Woche brach der Damm und Facebook wurde nach unten durchgereicht. Erst fiel die 30-Dollar-Marke schnell, dann brach nach Bekanntgabe der ersten Quartalszahlen Ende Juli ein regelrechter Verkaufsorkan los, der die Aktie bis Anfang September auf ihr bisheriges Allzeittief bei 17,55 Dollar befördern sollte. "Der Aktienkurs ist frustrierend", gab Gründer Mark Zuckerberg zu, der sich dann aber auf Tech-Konferenzen zeigte und versuchte, die Stimmung zu drehen.

Als die Haltefristen für Altaktionäre, die wie ein Damoklesschwert über der Aktie lagen, im November endlich ausgelaufen waren, erwachte die Facebook-Aktie zu neuem Leben. Vom Tiefpunkt Anfang September verdoppelte sich das Papier fast bis Ende Januar, nachdem Anleger durch die neuen Erlösströme auf der mobilen Facebook-App neue Zuversicht geschöpft hatten. Fast schien es, als könne Facebook den Malus des verkorksten Börsengangs im Nachgang reparieren.

Facebook bei 26 Dollar: Weit vom Ausgabekurs entfernt

Doch obwohl Facebook auch bei Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen für das abgelaufene März-Quartal sein Wachstumsversprechen einhalten konnte und inzwischen bereits 30 Prozent seiner Werbeerlöse mobil erzielt, lockt das weltgrößte Social Network keine neuen Käufer mehr an und dümpelt bei 26 Dollar näher am bisherigen 52-Wochentief als am Ausgabekurs.

Das hat seinen Grund: Auch bei Kursen um 26 Dollar ist Facebook weiter extrem sportlich bewertet. Im vergangenen Jahr erlaubte sich CEO Mark Zuckerberg in bester Manier des Amazon-CEOs Jeff Bezos auf Gewinne zugunsten von Investitionen in die Zukunft zu verzichten. Der Vorjahresgewinn in Höhe von 1 Milliarde Dollar schrumpfte auf gerade mal 53 Millionen Dollar zusammen.

"Facebook wächst nicht schnell genug, um Bewertung zu rechtfertigen"


Dieses Jahr muss unterm Strich deutlich mehr hängen bleiben, um Anleger bei Laune zu halten. Doch auch die jüngsten Quartalszahlen sind kaum dafür geeignet, Fantasie für den Ausgabekurs des vergangenen Jahres zu entfachen. 12 Cent je Aktie verdiente Facebook. Wenn sich die Geschäfte entsprechend weiterentwickeln, dürfte Facebook 2013 den 2011er-Gewinn erreichen oder leicht übertreffen, als das Social Network 46 Cent je Anteilsschein erzielt hatte.

Doch selbst auf dem derzeitigen Kursniveau wechselt die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 50 den Besitzer. Wie ist das Anlegern zu vermitteln, die Google und Apple für KGVs zwischen 20 und 10  bekommen können bzw. der Marktdurchschnitt des S&P 500 aktuell bei 17 liegt?

Nur um den aktuellen Kurs zu rechtfertigen, ist Facebook auf Jahre zu starkem, nachhaltigem Wachstum verdammt. "Ich glaube nicht, dass Facebook schnell genug wächst, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen", legt IDC-Analyst Karsten Weide den Finger in die Wunde.

Einziger IPO-Gewinner: Mark Zuckerberg

In anderen Worten: Anleger könnten noch länger darauf warten, ihren Einstand jemals wiederzusehen. Ein Jahr nach dem gigantischen IPO-Flop ist damit unter Facebook-Anteilseignern weitgehend Ernüchterung eingekehrt – die Aktie befindet sich im Niemandsland.

Einen unstrittigen Gewinner gibt es dennoch: Mark Zuckerberg. Der Facebook-Gründer hat es geschickt verstanden, auf dem Gipfel des Hypes den maximalen Betrag für sein gerade mal acht Jahre altes Unternehmen herauszuholen und sich seine Vision von einer vernetzten Welt von den Aktionären vergolden zu lassen.

Gern unterschlagener Lohn des IPOs: 10 Milliarden Dollar von zukunftsgläubigen Zeichnern, die 2012 noch glaubten, sie hätten bei Zuteilung ihrer Papiere das Geschäft ihres Lebens gemacht. 12 Monate später liegen sie 32 Prozent unter Wasser. Willkommen in der harten Realität der Wall Street!

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Donnerstag 16. Mai 2013 02:20

Google ist nun 300 Milliarden Dollar wert

Erstmals ist die Internet-Suchmaschine Google an der Börse mehr als 300 Milliarden Dollar wert. Pünktlich zum Start der Entwicklerkonferenz I/O schoss die Google-Aktie auf ein neues Allzeithoch bei mehr als 915 Dollar. Geht es so weiter, hat Google den großen Rivalen Apple bald eingeholt. In der Abschlussrede der Konferenz schürte Gründer Larry Page Aufbruchsstimmung und Erinnerungen an Steve Jobs. Keine Frage: Google ist das Unternehmen der Stunde.

Die Wachablösung in der Technologie-Industrie gewinnt an Dynamik: Wer nach einem letzten Hinweis suchte, wie die Wall Street die Zukunft der Branche beurteilt, fand ihn zum Start der mit Spannung erwarteten Google-Entwicklerkonferenz I/O.

Apple, nicht mehr wertvollster Konzern der Welt, aber noch wertvollstes Unternehmen der Technologiebranche, ging an der Börse in Sorge vor neuen, aufregenden Google-Produkten erneut in den Sinkflug über und durchbrach nach einem Kurssturz von 4 Prozent die 400-Milliarden-Dollar-Marke nach unten.

"Google – das wichtigste und bedeutsamste Unternehmen der Welt"

In die entgegengesetzte Richtung tendierte Google: Die Aktie sprang erstmals über die 900 Dollar-Marke und Google war damit erstmals mehr als 300 Milliarden Dollar wert. In anderen Worten: Google hat Apple im Visier.

Die Kommentatoren der Techbranche verneigten sich vor Googles mehr als dreistündiger Leistungschau: "Ich verarbeite die Keynote immer noch, aber ich kann nicht abstreiten, dass Google inzwischen zum wichtigsten und bedeutsamsten Unternehmen der Welt geworden ist", fand etwa Lance Ulanoff von Mashable.

Larry Page bei Abschlussrede: "Wir haben gerade erst angefangen"

Zum Ende der mehr als dreistündigen Keynote betrat dann noch überraschend Google-CEO Larry Page die Bühne des Moscone Centers. Der 40-Jährige, dem man sofort seine Stimmprobleme anhörte, beschwor in seiner Abschlussrede die Aufbruchstimmung, die bei Google herrsche: "Wir haben gerade erst angefangen", so Page.  Gleichfalls hatte Page einen Ratschlag für seine Gegner parat: "Durch Negativität machen wir keinen Fortschritt."

Page preist technologischen Fortschritt

Der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hatte in seiner vorletzten Keynote wie bei einem Vermächtnis erklärt: "Wir glauben, dass uns Technologie nur in inniger Verbindung mit den Geisteswissenschaften ein Ergebnis liefert, das unsere Herzen höher schlagen lässt". Larry knüpfte daran an, indem er die Errungenschaften der Technologiebranche anpries und den Fortschritt, den die Menschheit damit errungen habe.

"Wir kratzen noch an der Oberfläche und haben gerade mal ein Prozent von dem erreicht, was möglich ist", so Page. Die Botschaft kam an: Wenige Minuten nach seiner Rede beendete zog die Google-Aktie nochmals um 10 Dollar an und beendete den Handel an der Technologieböse Nasdaq bei 916 Dollar auf dem höchsten Stand ihrer Geschichte.

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Mittwoch 15. Mai 2013 22:15

Google: Musik, Maps, Google+ - alles neu

Furiose Leistungschau auf der Entwicklerkonferenz I/O: Google enttäuschte seine Anhänger in der rund dreistündigen Keynote nicht. Im Gegenteil: Der 15 Jahre alte Internet-Pionier präsentierte eine verbesserte Suche mit Spracherkennung, einen neuen Musik-Streaming-Dienst, eine automatische Foto-Bearbeitung, die nächste Maps-Generation und eine Generalüberholung des Social Networks Google+. Der Hoffnungsträger Google Glass wurde unterdessen überraschenderweise nicht mit eine Wort erwähnt.

Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Google brannte zum Auftakt der Entwicklerkonferenz I/O im Moscone Center von San Francisco in seiner dreistündige Marathon-Keynote ein wahres Feuerwerk ab – so ziemlich jedes wichtige Software-Produkt wurde runderneuert und dabei die dominierenden Player angegriffen.

Etwa Spotify: Google launchte mit Google Play Music All Access ebenfalls einen Streaming-Dienst zum selben Preis von 10 Dollar im Monat – in der Einführungspreisphase bis Ende Juni bezahlen Nutzer sogar nur 8 Dollar. Das Angebot war im Vorfeld erwartet worden.

Automatische Foto-Verbesserung: "Die Cloud ist die neue Dunkelkammer"

Auch Facebook wurde ins Visier genommen: Zwei Jahre nach dem überraschenden Start des eigenen Social Networks Google+ kündigte Google eine Generalüberholung an, die optisch sehr an Pinterest erinnert.
 
Vor allem aber unter der Oberfläche hat es die Überarbeitung von Google+ in sich: 41 neue Funktionen, darunter das "related Hashtag"-Feature, sollen das lange Zeit als "virtuelle Geisterstadt" kritisierte Social Network aufwerten. Als neues Killer-Feature präsentierte Google eine bemerkenswerte Fotoverbesserungsfunktion ("auto enhance"), die Facebook alt aussehen lässt.

Das Problem ist bekannt: Nutzer ersticken förmlich in den tausenden Bildern, die mit dem Smartphone geschossen, aber kaum mehr angesehen werden. Die Abhilfe: Google filtert die in der Cloud abgelegten Bilder und verbessert sie automatisch. "Die Cloud ist die neue Dunkelkammer" (darkroom), scherzte Vize-Präsident Vic Gundotra.

Suche wird auch am Desktop sprachgesteuert,  Maps benutzeroptimiert

Doch auch die Klassiker des Internet-Riesen wurden einer Generalüberholung unterzogen. Googles Kerngeschäft, die Suche, wird nun auch auf dem Desktop sprachgesteuert. Apple, das vor eineinhalb Jahren den digitalen Sprachassistenten Siri auf dem iPhone und dann dem iPad salonfähig machte, bietet eine solche Option für seine Macs noch nicht an.

Auch an anderer Stelle sah der Kultkonzern aus Cupertino eher wie ein Gigant aus der Vergangenheit aus: Der Kartenklassiker Google Maps, dem Apple im vergangenen Herbst mit seiner Version vergeblich ein eigenes Produkt entgegensetzen wollte, wurde nochmals deutlich verbessert. Google Maps soll in der neuen Desktop-Version schon heute ausgerollt werden.

"Und lasst und es nicht vergessen: Maps ist akkurat", konnte sich Google einen Seitenhieb gegen Apple nicht verkneifen. Eine Überrschung gab es auf der mehr als dreistündigen Leistungsschau, die mit einer Rede von Larry Page beendet wurde, dann aber doch noch: Der neue Hoffnungsträger Google Glass, der noch im Vorjahr im Zentrum gestanden hatten, wurde mit keinem Wort erwähnt.

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Dienstag 14. Mai 2013 10:38

Bill Gates’ Erinnerungen an Steve Jobs

Ungewohnt private Einblicke von Bill Gates: Der Microsoft-Gründer sprach bei CBS mit Charlie Rose im beliebten Talk-Format "60 Minutes" über sein Leben nach der Zeit als Chef des Software-Riesen – und seine Erinnerungen an Steve Jobs. Gates, der zum Apple-Gründer über drei Jahrzehnte eine ambivalente Beziehung pflegte, wurde im Interview sentimental, als er vom letzten Treffen am Sterbebett und Jobs’ Plänen erzählte, noch eine Yacht zu bauen.

Es ist ein sentimentaler Blick zurück: "In gewisser Weise wuchsen Steve und ich gemeinsam auf", sagte Bill Gates im Kult-Interviewformat "60 Minutes" über den legendären Apple-Chef. Der Microsoft-Gründer sprach dabei über sein Leben nach seiner Zeit als CEO des Softwareriesen, reflektierte aber vor allem über seine Beziehung zu und das letzte Treffen mit Steve Jobs.

"Wir waren nur ein Jahr auseinander, und wir waren beide auf eine naive Weise optimistisch und bauten große Unternehmen auf. Und jede Fantasie, die wir hatten, ob die Kreation neuer Produkte oder Neues zu lernen – wir haben all das erreicht. Das meiste davon sogar als Rivalen. Aber wir haben immer eine bestimmte Form des Respekts und der Kommunikation bewahrt, auch als er krank war", erklärte der sichtlich gerührte Gates im Interview mit Charlie Rose.

"Jobs hatte ein intuitives Gefühl für Marketing"

Es ist nicht das erste Mal, dass das letzte Treffen zwischen Bill Gates und Steve Jobs beschrieben wird. Walter Isaacsons Biografie über den verstorbenen Apple-Gründer legt ein genaues Zeugnis vom Verhältnis der beiden der Computerpioniere ab: "Wir waren die beiden Alten der Branche, die zurückblickten", erinnerte sich Jobs bei Isaacson.

Gegenüber Charlie Rose reflektierte Gates nun über Jobs’ größte Stärken: "Er hatte ein intuitives Gefühl für Marketing", gibt Gates zu. Vor allem jedoch sein Gespür für Design sei unbestechlich gewesen: "Alles musste seinem Sinn für Ästhetik gehorchen", erklärte Gates schmunzelnd angesichts von Jobs "geringem Ingenieurs-Background".

Letztes Treffen: "Jobs war nicht melancholisch"

"Es zeigt, dass Design dich auf den richtigen Weg führen kann. So sind phänomenale Produkte entstanden", so Gates. "Wir haben schon deutlich vor Apple Tablets gebaut, viele Tablets. Aber sie haben die Puzzleteile auf eine Art zusammengefügt, die Erfolg hatte", sagt Gates mit Blick auf den durchschlagenden Erfolg des iPad.

Als letztes großes persönliches Projekt arbeitete der Apple-Gründer - wie auch in der Biografie nachzulesen ist - an einer Yacht, die er mit Apple-Geräten steuern wollte. "Er erzählte mir davon, wie sehr sich darauf freute, sie zu benutzen, obwohl wir beide wussten, dass er sie aller Wahrscheinlichkeit nach nie betreten würde", so Gates.

Der schwerkranke Apple-Gründer habe beim letzten Treffen jedoch nicht mit seinem Schicksal gehadert.  "Jobs war nicht melancholisch", erzählt Gates, "er schaut immer noch nach vorn".

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Montag 13. Mai 2013 01:30

Bloomberg spionierte jahrelang Kunden aus

Heikle Enthüllung für einen der profiliertesten Medieninformationsanbieter der Welt: Bloomberg musste zugeben, vertrauliche Kundendaten ausspioniert zu haben. Wie Ende vergangener Woche bekannt wurde, hatten Journalisten des amerikanischen Medienhauses Zugriff auf Daten seiner Abonnenten. Bloomberg stellt über seine Terminals Finanzinformationen in Echtzeit bereit, die zumeist von Banken genutzt werden. Dieses Nutzungsverhalten wurde jahrelang ausspioniert.

Schwerer Schnüffelskandal bei einem der profitabelsten Medienunternehmen der Welt: Wie der privat geführte Finanzinformationsanbieter Bloomberg am Wochenende einräumen musste, konnten Journalisten des US-Unternehmens über Jahre die Nutzungsgewohnheiten der Kunden einsehen.

Und zu denen gehört die Crème de la Crème der Finanzbranche. Gewöhnlich nutzen Banken, Fonds oder etwa das US-Finanzministerium oder die amerikanische Notenbank (Fed) die jährlich bis zu 20.000 Dollar teuren Bloomberg Terminals, über die Finanznachrichten in Echtzeit zirkulieren.

"Hunderte Journalisten" hatten Zugriff auf vertrauliche Informationen

Bloomberg-Journalisten spähten über Jahre das Nutzungsverhalten ihrer Kunden unterdessen aus. Wie die New York Post berichtet, konnten „Hunderte“ der 2.400 Reporter einsehen, wann sich Bloomberg-Kunden einloggten und welche Informationen sie im Terminal nutzen, wie die New York Times am Wochenende enthüllte.

Publik geworden ist der Skandal, nachdem die New York Post von einer Beschwerde der US-Investmentbank Goldman Sachs bei Bloomberg berichtet hatte. Goldman Sachs wurde hellhörig, als eine Bloomberg-Reporterin die US-Investmentbank damit konfrontierte, dass sich ein Mitarbeiter, der das Unternehmen verlassen hatte, wochenlang nicht auf seinem Terminal eingeloggt hatte.

Datenlecks inzwischen geschlossen

Welches Ausmaß der Spähskandal hat, ist noch unklar. Bloomberg bezeichnete die Vorkommnisse als einen „Fehler“ und entschuldigte sich bei Goldman Sachs.  Man habe in der Zwischenzeit „unverzüglich gehandelt“ und die Datenlecks geschlossen, teilte der wertvollste nicht börsengelistete Medienkonzern der Welt, dessen Wert Forbes auf 28 Milliarden Dollar taxiert, mit.  

Die US-Notenbank erklärte unterdessen, „wir schauen uns die Lage an und sind mit Bloomberg in Kontakt, um mehr herauszufinden.“   

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Nils Jacobsen
ist Wirtschaftsjournalist und Internetexperte in Hamburg. Der studierte Germanist und Medienwissenschaftler berichtet seit mehr als einem Jahrzehnt über die Entwicklung der Aktienmärkte und Internet-Wirtschaft - u.a als Chefredakteur der Portale clickfish.com, US FINANCE.de und YEALD.de. In dieser Tradition schreibt, analysiert und bloggt Jacobsen für MEEDIA über das Beste der beiden Welten Internet und Wirtschaft.

 

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