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Mittwoch 16. Dezember 2009 14:33

Alpha-Journalist auf Aggro: der Fall Stefan N.

Dass der Springer-Verlag mit seinem Paid Content-Vorstoß polarisieren und Widerspruch hervorrufen würde, war klar. Aber mit diesem Echo hatte wohl niemand gerechnet. "Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt", hämt Medienjournalist Stefan Niggemeier und verreißt den Test auf ganzer Linie. Nicht die Kritik irritiert, sondern die Art, wie sie vorgetragen wird – besserwisserisch, unversöhnlich, beleidigend. Die Abrechnung gerät zur Hasspredigt. Vom Alpha- zum Aggro-Blogger: der Abstieg eines preisgekrönten Autors.

Gleich vorweg: Stefan Niggemeier mag MEEDIA nicht und nennt das Portal gern den "Um- und Abschreibedienst". Das wird er sicher auch weiterhin (und vermutlich noch exzessiver) tun, wenn er diesen Blogeintrag gelesen hat. Denn Niggemeiers Medienwelt scheint einfach strukturiert. Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Gratis-Web und Paid Content. Weswegen er vermutlich ein Experiment (und um nichts anderes handelt es sich bei dem Springer-Vorstoß) nicht als solches be- und abhandeln kann.

Bei Stefan Niggemeier hat man den Eindruck, dass die Wut auf das Medienbusiness im Allgemeinen und deren unverschämten Versuch, mit Inhalten vielleicht sogar online Geld zu machen, in diesem Fall das einzige erkenntnisleitende Motiv gewesen ist. Man muss die Bezahlschranke bei Abendblatt.de und Morgenpost.de nicht gut oder sinnvoll finden. Und ganz sicher ist das Editorial von "Abendblatt"-Vize Matthias Iken in vielerlei Hinsicht als unglücklich zu werten.

Aber: Ist es verhältnismäßig, wenn Niggemeier Text und Autor mit Vokabeln wie "Frechheit", "unredlich" und "verlogen" belegt, wenn er Iken nachsagt, dieser schimpfe rum "wie ein einarmiger Rentner 1968 über die langhaarigen Studenten"? Hallo!? Das hat doch mit Konfliktstil nichts mehr zu tun. Niggemeier leistet sich eine Entgleisung, deren Ursachen weniger im Thema als beim Kritiker selbst zu suchen sind. Ist der so frustriert von der Medienrealität, dass er nur noch mit Aggression darauf reagieren kann?

Wer das zweifelhafte Vergnügen hatte, voll in den Fokus der niggemeierschen Missgunst zu geraten, sieht sich einem medialen Pitbull ohne Beißhemmung gegenüber, dessen Attacken von einer großen Fangemeinde bejohlt werden. Wer den Versuch unternimmt, sich auf eine verbale Auseinandersetzung einzulassen, stellt schnell fest: Hier gibt es nichts zu gewinnen, weil Niggemeiers Dialektik andere Meinungen und Wahrheiten nicht vorsieht, sondern sich im hermetischen Raum stets selbst bestätigt. Ein Medienautor mit Tunnelblick: Wieviel Journalismus ist da noch möglich?

Und was hat Niggemeier denn konstruktiv zur Debatte beizutragen? Dass es den Medienhäusern genauso ergeht wie der Musikindustrie? Das Argument kennen wir seit langem, und mindestens ebenso lange wissen wir auch, dass eine CD und ein Zeitungs-Abo vielleicht nicht unbedingt miteinander vergleichbar sein müssen. Dass er glaubt, das Micro-Payment sei für Verlage der Schlüssel zum Webgeschäft, ist ebenso umstritten und im Übrigen reine Spekulation. Darüberhinaus schreibt er: "Eigentlich würden sich Online-Inhalte auch allein durch Werbung finanzieren lassen, da die Vertriebs- und Druckkosten wegfallen und die Reichweiten größer sind." Von einem Autoren wie Stefan Niggemeier sollte man erwarten dürfen, dass er sich mit den TKP-Preisen beschäftigt, die ihm schnell klar machen würden, welche Erlöse sich tatsächlich realisieren lassen. Und welchen Nonsens er da schreibt.

Wie man differenziert mit dem Thema umgeht, hat Spiegel Online gezeigt. Der Artikel von Konrad Lischka ist eine fundierte Auseinandersetzung, der Blogeintrag von Stefan Niggemeier dagegen billige Polemik. Was Springer gestartet hat, ist die Frühphase eines wahrscheinlich langen Trial and Error-Prozesses, den die Medienhäuser zu Recht und eigentlich viel zu spät starten. Dass sie dabei vieles falsch machen und sich gelegentlich wohl auch blamieren, ist eine Sache. Sich darüber allein in hämischen Untergangsszenarien zu ergehen, eine (klägliche) andere. Aber inzwischen offenbar genau das Ding von Stefan Niggemeier.

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Letzte Kommentare

Anzeige: 1 - 35 von 35

09.01.10 03:23

Tim Manzella

Ach du meine Güte. Einem anderen Beleidigung vorwerfen - und dabei mindestens genauso beleidigend werden. Ganz große Leistung.

08.01.10 18:46

Dominik G.

Interessant an dieser Geschichte ist meiner Meinung nach, dass Niggemeier absolut in der Lage ist Kritik zu ertragen UND auf Ihren netten Artikel sogar mittlerweile in seinem Blogeintrag hinweißt.

Ich finde es abolut nicht nachvollziehbar, dass Sie Niggemeier einen "beißwütigen Pittbull" nennen aber Zeilen später über seine angeblich beleidigende Art schreiben, mit der er seine Kritik vorgebracht hat. Fakt ist, Niggemeiers Artikel ist ungewohnt agressiv und das gefällt mir auch nicht so besonders aber er stimmt absolut und wenn man mal beachtet, WAS das Abendblatt als bezahl Inhalte verkauft, fällt es einem schwer seine Wut zurückzuhalten.

25.12.09 13:30

Peer Vorleser

Na Herr Altroge, Chance genutzt um endlich mal Ihr tolles Portal zu promoten? Man kommt ja sonst nie an die Klickzahlen vom ST oder Bildblog... Glückwunsch!

20.12.09 11:46

Daniel Schultz Website

@Georg Altrogge

Wer in diesem Zusammenhang von Freibier redet, hat scheinbar nicht begriffen, dass der geneigte Leser schon eine Gegenleistung bringt. Und zwar in Form von Zeit, Aufmerksamkeit, Kommentaren und selbst die Weiterverbreitung wird durch ihn gefördert. Für mich ist die Publikumsbeschimpfung durch Matthias Iken nicht nachvollziehbar und so kann ich keinem Leser ein entsetztes Abwenden verdenken.

Können Sie mir mal verraten, warum in Deutschland überhaupt Privatsender an den Start gegangen sind, ihre Inhalte kostenlos anbieten und nicht etwa über Fernsehkommunismus schimpfen?

Dass Privatsender im Zuge der Medienkonvergenz in eine schwierigere Situation gekommen sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber dieses Geschäftsmodell hat trotz einer gebührenfinanzierten Konkurrenz gut funktioniert. Gleichzeitig waren die Versuche Paid-Content Modelle im Fernsehen einzuführen alles andere als erfolgreich.

Dabei glaube ich an Paid-Content. Und ausgerechnet die Computerspieleindustrie, die sich über Jahre ebenfalls mit sog. Raubkopien ihrer Produkte herumschlagen musste, hat einen Ausweg gefunden. Man muss sich darüber im Klaren werden, in welchem Verhältnis Verlage zu Spielherstellen stehen und sollte sich fragen, warum die Menschen dort bereit sind für ein Abo über 10 Euro pro Monat zu bezahlen und gleichzeitig Zeit, Aufmerksamkeit, etc. investieren. Dabei scheint auch der Verkauf von Pixelschwertern jenseits eines Abos durchaus erfolgreich.

Und wenn man Menschen fragt, die sich intensiv mit derartigen Spielen auseinandersetzen, wird man erfahren, dass die Pixelschwerter gar nicht im Vordergrund stehen, obwohl sie dafür gezahlt haben, sondern die Community, die ihrerseits zur eigenen Identitätsbildung beiträgt.

Aber wer ist denn schon bekennender Bildleser?

19.12.09 23:54

Wolf-Dieter Busch Website

-- Zitat --
Wer das zweifelhafte Vergnügen hatte, voll in den Fokus der niggemeierschen Missgunst zu geraten, sieht sich einem medialen Pitbull ohne Beißhemmung gegenüber (...)
-- Zitat Ende --

Herr Altrogge, Ihre Wortwahl passt zu einem metaphorischen "Pitbull ohne Beißhemmung", finden Sie nicht selbst?

Bitte dies nicht als Maßregelung missverstehen, sondern bitte dringend weiter machen, amüsant ist es nämlich schon!

18.12.09 09:51

Denis Krah Website

Wieso ist man automatisch ein Niggermeier-Fan, wenn man sich über den doch sehr persönlichen Angriff von Herrn Altrogge wundert?

18.12.09 04:53

Petra von der Zeitung

Schön, dass sich einer getraut hat, aufzuschreiben, was viele denken. Kopf hoch im stürmischen Gegenwind, Herr Altrogge.

@Felix Disselhoff: Zustimmung. Für seine Fans kann er jedoch nichts, jedenfalls nicht direkt. Aber.

Wenn ich weiß, dass ich ein mitunter sehr "aktives" Publikum und eine gewisse Reichweite habe, ist es dann nicht an der Zeit, Dinge wie "Verhältnismäßigkeit", "Verantwortung" etc. im eigenen Schaffen (auch und ggf. stärker) zu berücksichtigen? (Mitlesende Niggemeier-Fans mögen Ihren Schaum bitte im Mund behalten; das ist keine Forderung nach Nicht-Medienkritik, sondern nach der Abwägung zwischen Kritik und, wie es Georg Altrogge nennt, "Aggro"). Ich würde sogar die These aufstellen, dass Stefan Niggemeier mittlerweile selbst Fehler machen könnte, die von Besserwissenden unwidersprochen bleiben (etwa weil man es sich nicht mit ihm verscherzen will). Irgendwie nachvollziehbar, aber fatal.

18.12.09 01:02

Adrian S

Ich verstehe nicht ganz den Unterschied beim Konfliktstil zwischen dem "einarmiger Rentner" von 1968 und dem "medialen Pitbull ohne Beißhemmung".

Ansonsten verstehe ich Niggemeiers Kritik an diesem seltsamen Versuch von Iken, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, dass ich Texte lese, die irgendjemand frei ins Netz gestellt hat, ohne dass ich darum gebeten habe.

17.12.09 22:27

Georg Altrogge Website

@Arne Meyer: Mein Tipp: Meiden Sie MEEDIA und trinken Sie Ihr "Freibier" woanders.

17.12.09 22:03

arne meyer

Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt - das ist leider alles, was mir zu diesem Pseudo-Medien-Portal einfällt.

Lieber Herr Altrogge,
Sie haben schon Recht: Stefan Niggemeier könnte tatsächlich vom Alpha-Journalisten zum Aggro-Blogger hinabsteigen - nur tut es er nicht! Sein Text - durchaus subjektiv - zeigt glasklar die Schwächen von Ikens "Publikumsbeschimpfung" auf.

Mehr noch: Ikens verzweifelter Versuch in Stefan Niggemeiers Artikel sachliche Fehler nachzuweisen, die Herr Niggemeier alle widerlegen konnte, zeigt, wie wenig Iken von seinem Handwerk versteht und welche Selbstüberschätzung viele Springer-Redakteure in leitender Funktion an den Tag legen.

Und wenn wir schon beim Abstieg zum Aggro-Blogger sind. Sie Herr Altrogge können sich ja richtig glücklich schätzen, denn ein Abstieg wird Ihnen nicht passieren. Sie sind ja schon ganz weit unten ... und selbst von dort nerven Sie uns noch alle mit Ihrem schwachsinnigen, unqualifizierten und diffarmierenden Geschwätz.

17.12.09 20:01

Ein Leser

Eine Website auf der die ersten Kommentare ganz unten stehen?

17.12.09 16:15

Martin Hufner Website

17.12.09 15:56

Jan Bauer

Also, die Kritik an der Kritik eines wirklich unglaublichen, im qualitaetsjournalistischen Stil (jaja) verfassten, "Meinungs"-Artikels, im gleichen Format anzugehen, hat schon Unterhaltungswert... Ohne den eingentlichen Text koennte man sich hier auch in einer Dreiecksbeziehungskiste wiederfinden. Lustig!

17.12.09 14:59

Lisbeth Wallander

Meine Güte, Herr Altrogge, ist dieses Gewäsch ihr Ernst????

17.12.09 14:37

Georg Altrogge Website

@Stefan Niggemeier: Danke für den Link zum Blogeintrag vom August. Auch wenn das einige hier verwirren wird - I couldn't agree more.

17.12.09 14:37

Stefan Johannesberg

Niggemeier hat doch recht mit dem Micropayment/Mp3-Vergleich bzw. führt auch ein paar Alternativen/Argumente an (mehr als der abendblatt-Text). Und dass gerade er sich von diesen aggresiv-bornierten Worten provoziert fühlt, war doch klar. Übrigens halten auch Online-Spezialisten aus dem Hause Springer diesen Versuch für totalen Mist.

17.12.09 14:02

Jürgen G.

natürlich hat Altrogge Recht. Niggemeier ist schon lange nicht mehr zu einer konstruktiven Diskussion fähig. Weiß aber nicht woran es liegt. Ich tippe ja auf Überheblichkeit...

17.12.09 13:57

Denis Krah

Ehrlich, geht es hier wirklich um den einen Artikel oder hat sich da was angestaut?

Danach sieht das hier nämlich aus.

17.12.09 13:46

uwe wöllner

Lieber Herr Altrogge.
Vielleicht hätten Sie sich sowohl den Text von Iken als auch den von Niggemeier besser 2x durchgelesen als 1x überflogen. Dann wären Ihnen einige sehr richtige Kritikpunkte Niggemeiers aufgefallen - oder haben Sie dies eben doch aufmerksam gelesen aber schlicht und einfach nicht verstanden? Anders kann ich mir zB gar nicht erklären, wie Sie die von Niggemeier selber zitierten Begriffe "Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt" ihm in den Mund legen und gar nicht verstehen, dass dies der sprachliche Spiegel ist, der dem ASV (oder in diesem Fall Iken) vorgehalten wird. Von subtileren Formen seiner Kritik mal ganz abgesehen. Mit diesem Kommentar zeigen Sie ganz eklatant eigene journalistische Schwächen und die Belanglosigkeit von meedia.de auf. Und Gratulation, der Satz "Vom Alpha- zum Aggro-Blogger: der Abstieg eines preisgekrönten Autors." könnte auch 1:1 so in der Bild stehen.

17.12.09 12:25

Klaus K

Erbsenzähler Niggemeier war schon immer überschätzt.

Ich erinnere nur an die Schmutzkampagne gegen Stefan Herre und pi-news.net

Niggemeier wird zusammen mit seinen Freunden aus den Altmedien untergehen.

17.12.09 12:04

Georg Altrogge Website

@Stefan Niggemeier: Tatsache scheint, dass die Werbepreise im Web trotz der meist deutlich höheren Reichweiten auf Sicht weit unter denen für Print liegen werden. Wenn Verlagssites profitabel sein sollen, muss deshalb zwangsläufig über Pay-Modelle nachgedacht werden. Erste Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Medien ihr Qualitätsversprechen auch einlösen. Und da hakt es schon. Auch ich bin nicht der Meinung, dass das Abendblatt mit dem derzeitigen redaktionellen Angebot nennenswerte Erfolge mit Abos erzielen kann und wird. Diesen Lernprozess wird Springer machen, und es steht zu hoffen, dass dann auch aus Lesersicht über die Schwächen nachgedacht wird. Ein Bezahlmodell kann nur mit attraktiven Gegenleistungen funktionieren. Die sehe ich beim Abendblatt (noch) nicht. Und es ist sicher ein Irrtum anzunehmen, dass es ausreicht, einfach die Printinhalte online verfügbar zu machen oder den dpa-Ticker live zu stellen. Diese News finden sich im Web an jeder Ecke, da braucht man nicht mal den Google-Trick zu bemühen.

17.12.09 10:12

Stefan Johannesberg

Niggemeier hat doch recht mit dem Micropayment/Mp3-Vergleich bzw. führt auch ein paar Alternativen/Argumente an (mehr als der abendblatt-Text). Und dass gerade er sich von diesen aggresiv-bornierten Worten provoziert fühlt, war doch klar. Übrigens halten auch Online-Spezialisten aus dem Hause Springer diesen Versuch für totalen Mist.

17.12.09 06:59

Martin Hufner Website

Klasse. Auch hier zeigt ein Teil der Kommentare, dass das dahinterliegende Problem ein anderes ist. Es fällt offenbar vielen Menschen nicht leicht, sich einzugestehen, wenn Argumente fallen, die besser sind, diese auch zu akzeptieren.

Je höher die Position, desto weniger. Hat wahrscheinlich tiefenpsychologische und gruppendynamische Gründe. Oder ökonomische natürlich.

Herr Altrogge: Machen Sie es sich nicht zu einfach, wenn Sie Niggemeier einen nennen, das Hasspredigten verfasst. Das Bild stimmt einfach nicht. Niggemeier spiegelt Iken. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

Aktuelle Captcha-Lösung: "nieten" - auch nicht schlecht.

17.12.09 02:00

Thomas Television Website

Als Captcha wird mir gerade das Wort "dienen" angezeigt. Ich finde das ist sehr treffend auf dieser Seite. Aber dazu auch später nicht mehr.

Ich sehe keinen Grund für diesen Text hier. Den hätte man schreiben können, als Stefan Niggemeier einer jungen RTL-Journalstin einen anderen Beruf empfahl, was sicher nicht in Ordnung war, aber hier nicht.

In dem kritisierten Text von Stefan Niggemeier sehe ich keine unzulässigen Zuspitzungen. Es ist trotzdem legitim einen öffentlichen Kritiker öffentlich zu kritisieren, allerdings sollte der Kritiker des Kritiker bedenken, welches Bild er dabei von sich sebst mitsendet.

Da diese Kritik hier selbst handwerkliche Fehler hat auf die schon hingewiesen wurde und zudem, was der Autor auch selber erwähnt, sich sicher nicht frei von dem Motivation einer Retourkutsche machen kann, ist am Ende Meedia derjenige, der hier in einem ziemlich schlechten Licht dasteht.

17.12.09 01:32

stefan niggemeier Website

@Robin Meyer-Lucht: Warum hätte Herr Altrogge mich anrufen sollen? Dieses Argument, das immer wieder auftaucht in solchen heftigeren Auseinandersetzungen, verstehe ich fast nie. Warum soll er seinen Ärger über mich nicht publizieren, so wie ich es mit meinem Ärger über Herrn Ikens Text getan habe? Worin besteht der Vorteil darin, solche Auseinandersetzungen nicht-öffentlich auszutragen?

17.12.09 01:27

stefan niggemeier Website

Lieber Herr Altrogge,

meine Überschrift, die Sie so hämisch finden, stammt aus dem Text von Herr Iken. Der beginnt nämlich mit den Sätzen: "Es ist aussichtslos, spotten Experten. Es ist selbstmörderisch, argwöhnt die Konkurrenz. Es ist unverschämt, denken die Nutzer."

Und das "eigentlich" und der Konjunktiv in dem Satz, den Sie von mir zitieren, ist ein wichtiges "eigentlich" und ein wichtiger Konjunktiv. Beides wird im nächsten Satz aufgelöst. Komplett zitiert: "Eigentlich würden sich die Online-Inhalte auch allein durch Werbung finanzieren lassen, da die Vertriebs- und Druckkosten wegfallen und die Reichweite größer ist. Der Grund, warum die Werbeeinnahmen in den meisten Fällen (noch) nicht ausreichen, hat nichts mit den Lesern und ihrer 'Freibiermentalität' zu tun, sondern damit, dass die Medien im Internet ihr Monopol als Werbeflächen verloren haben." Darum verdienen die Medien an jedem Online-Leser weniger als an jedem Print-Leser. Und darum geht meine "eigentlich"-Rechnung nicht auf.

(Und ich soll einen Text, den ich unredlich und verlogen finde, und das auch begründe, nicht "unredlich" und "verlogen" nennen? Wie sonst?)

16.12.09 23:06

Martin Hufner Website

Herr Disselhoff, natürlich bekommen Sie eine Antwort. Es geibt Umlenkstationen wider Willen oder Wollen, um genau zu sein. So eine Umlenkstation ist Niggemeier für Springer. Denn auch die Leserschaft Niggemeiers besteht ja nicht nur aus Fans. Das sind vielleicht viele, die sich da auch artikulieren. Über das Lesevolk weiß man wenig. Und es würde mich sehr wundern, es wäre so homogen, wie angenommen.

Jede Kritik, gerade wenn sie im ernsten Sinn polemisch auftritt, ist ein prima Anknüpfungspunkt für eine Kritik der Kritik selbst. Sie liefert sich viel mehr aus als ein ganz "sachlicher" Text.

Somit wird hier das Thema überhaupt bekocht, statt dass einfach in den Händen der Verlagscontroller verdampft.

(Aber im Prinzip haben Sie auch Recht: Springer kann wirklich auch ohne Niggemeier, es gibt genug andere Umlenkstationen.)

16.12.09 22:43

Robin Meyer-Lucht Website

Verehrter Herr Altrogge,

ich bin sprachlos.

Der Niggemeier-Text hat sicher nicht nur Stärken. Aber Stefan Niggemeier hat den Iken-Text zurecht thematisiert - und streckenweise sehr treffend.

Ihr Text über "medialen Pitbull ohne Beißhemmung" Niggemeier kann es an Eingleisungshaftigkeit mit dem kritisieren Text locker aufnehmen.

Dass Sie den Humor der Überschrift des Niggemeier-Textes offenbar übersehen haben, überrascht micht.

Es wäre ehrlicher und angemessener gewesen, Niggemeier einfach eine Mail zu schicken - oder mal anrufen.

Schade, dass Sie das nicht getan haben.








16.12.09 22:37

stefan keil

Bravo. Endlich schreibt mal jemand etwas gegen Niggemeier. Das war überfällig.

16.12.09 22:22

Sebastian Barfuss

Es war mehr als überfällig, dass jemand diesen Text schreibt!
Ich wünsche meedia viel Vergnügen, wenn die Niggemeier-Jünger hiervon Wind bekommen...

16.12.09 20:58

Felix Disselhoff

Natürlich wollte zu Beginn auf Herrn Hufners These fragen: Warum braucht Springer Niggemeier?

16.12.09 20:57

Disselhoff Felix

Wieso braucht Springer Meedia? Als notwendiges Korrektiv? Da sollten die Stellschrauben doch woanders gedreht werden. Abgesehen davon, dass Niggemeier ein guter Journalist ist, wird er in letzter Zeit allzu polemisch. Und zu Polemik besteht in keinem der Fälle Anlass. Natürlich ist es sinnvoll, zu überzeichnen, um gehört zu werden. Aber auf diese Methoden braucht er doch nicht mehr zurückgreifen. Er wird ja gehört. Sollte sich dann doch eher mit klaren Analysen hervortun.

Mir missfällt viel mehr der Status, der ihm von seiner Fangemeinde zugesprochen wird. Kein Wort wird hinterfragt. Er liegt sehr, sehr oft richtig. Aber eben nicht immer. Und egal ob Blogpost, Glosse, Kommentar oder Leitartikel: Man muss nicht ausfallend werden. In diesem speziellen Fall können sich durchaus auch die genannten Blätter wehren. Dennoch ging er in letzter Zeit auch Journalisten persönlich an.

16.12.09 20:20

Moritz Berger

Hallo Herr Altrogge,

wenn ich mir Ihre vorhergehenden Artikel zur Einführung des paid content bei Springer durchlese, dann frage ich mich schon, warum die führenden Blätter der Springer AG erst jetzt auf diese " Innovation " gekommen sind:-)
Die regionalen Blätter in Deutschland haben schon sehr früh mit dem paid content begonnen.

Aber Analysen über den Erfolg oder Nichterfolg scheint es nicht zu geben??
Oder gibt es einen link auf Ihrer Webseite zu diesem Thema??



16.12.09 19:37

Markus Töpfer

Mmm, also ich habe erst diesen Artikel gelesen und mir dann den besagten von Herrn Niggemeier durchgelesen. Ich muss sagen, dass ich diesen jetzt nicht übermäßig "aggro" fand. Immerhin ist es ein Blogeintrag im Kommentarstil und persönlicher Meinung. Zumindest ist im Vergleich dieser Meedia-Artikel über den Niggemeier-"Aggro"-Artikel kaum weniger "aggro". Eigentlich ist er genau von der Art, die er selbst kritisiert.

Nicht gekünstelt aufregen, auch nicht über die gekünstelte Aufgeregtheit von Herrn Niggemeier. Kommt besser.

Zum Thema: Eine Bezahlschranke die dafür sorgt, dass man auf der Seite (Abendblatt) nur noch orange Euro-Zeichen wahrnimmt und die "dumme" Besucher für Artikel zahlen lässt, die "schlaue" Suchmaschinenbenutzer immer noch kostenlos abrufen können - das ist "aggro"!

16.12.09 19:01

Martin Hufner Website

Hallo Herr Altrogge,

mir ist der Niggemeier egal, egal ob Alpha oder Aggro. Sie müssen vielleicht nur verstehen lernen, dass der eine ohne den anderen nicht kann. Springer nicht ohne Niggemeier, Niggemeier nicht ohne Springer. Paid Content ist doch schon ewig mit ähnlichen und gleichen und anderen Konditionen eingesetzt worden. War es nicht einmal sogar so, dass die NY Times gerade ihre Archive deswegen öffnete, trotz zahlender Abonnenten, weil Werbung sogar noch mehr einbrachte? So habe ich es jedenfalls in Erinnerung. Gleichwohl glaube ich auch nicht, dass mit dem Hinzundkunz-Material der Zeitungen irgendein Blumentopf zu gewinnen ist. Wahrscheinlich muss man das einfach hinnehmen und besser resignieren als fulminant Scheitern zu wollen. Es ist nahezu eine Aporie.

Was ich in diesem Zusammenhang ergänzen wollte, wäre, dass ich die Verwendung eines Begriffs wie "Dialektik" hier nicht für angebracht halte. Da fällt der Groschen sozusagen auf den Autoren zurück, zumal als Chefredakteur.

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Georg Altrogge ist Chefredakteur von MEEDIA und sammelte in leitenden Funktionen fast zwei Jahrzehnte Erfahrung im Print-Business, unter anderem als Chefredakteur von „Tomorrow“. Hier beschreibt er Außen- und Innenansichten einer Branche im Nahkampf mit den digitalen Medien.


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