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Freitag 19. März 2010 01:56

WePad: Der deutsche iPad-Rivale

iPad, iPad, iPad. Noch bis Ende April müssen sich die Apple-Fans gedulden. Dann kommt Jobs'  Tablet auch in Deutschland in den Handel. Doch ein mittelständisches Berliner Unternehmen prescht noch vor dem Verkaufsstart auf den Markt. Der deutsche Suchmaschinen-Experte Neofonie will sein WePad getauftes Tablet schon Mitte April in den Handel bringen. Es unterstützt Flash, läuft mit Android, soll weitaus günstiger als das iPad und für Verlage individuell zu branden sein.




Im WePad kommt also sehr viel Notebook-Technologie zum Einsatz. Was aber noch wichtiger ist: Das WePad unterstützt Adobes Flash sowie Adobe AIR. Darauf werden Apple-User auch weiterhin verzichten müssen, wie Steve Jobs klarstellte. Der Flash-Support macht sich aber auch im höheren Stromverbrauch bemerkbar. Maximal sechs Stunden Akkulaufzeit bei Nutzung verspricht der Hersteller.

Vermutlich Android-Betriebssystem
Den Machern zufolge eignet sich das WePad auch als Lesegerät für E-Books. Telefongespräche sind, genau wie beim iPad, nicht möglich. VoIP-Gespräche über Apps wie Skype oder Fring sollten allerdings kein Problem sein. Im Gegensatz zum schlank designten Apple-Tablet wartet das WePad außerdem mit zwei USB-Anschlüssen sowie einem Kartenlesegerät auf. Über ein GPS-Modul soll das Gadget auch Standorte auf Karten anzeigen können.




Unklar ist allerdings, welches Betriebssystem darauf laufen wird. Die News-Site Areamobile geht von einem Linux-Derivat aus, auf dem Android läuft. Keine schlechte Idee. Immerhin können sich User dann aus dem Android-Marketplace bedienen.

Hoffnungsträger für Verlagswelt?
Nach eigenen Angaben will Neofonie das WePad nicht nur an Privatkunden verkaufen, sondern als Trägermedium für Printverlage dienen. Diese können das Tablet dann gebrandet mit eigenem Content füllen. Angeblich konnte man schon Unternehmen für sich gewinnen. Gute Beziehungen in die Verlagswelt hat das eigentlich als Suchmaschinen-Spezialist bekannte IT-Unternehmen. Die interne Suchmaschine WeFind kommt auf mehreren News-Portalen zum Einsatz, unter anderem bei Stern.de. Wer mit im Boot sitzt, will Neofonie bisher nicht mitteilen.



Damit geht Neofonie auf direkten Kampfkurs mit dem iPad, das schon als Heilsbringer für die Printbranche gehandelt wird. Aller Voraussicht nach soll das Tablet in vier Wochen, ab Mitte April, bestellbar sein. Der Preis soll nach Herstellerangaben deutlich unter dem des iPads liegen. Das kostet in der günstigsten Variante 499 Dollar. Viel mehr ist noch nicht bekannt. Denn sämtliche Infos verbreitet das mittelständische Unternehmen derzeit nur über seine Facebook-Seite. Die Homepage wird derzeit überarbeitet.

2010 scheint sich immer stärker zum Jahr der Tablets zu entwickeln. Dass jetzt noch ein deutscher Anbieter mitmischt, dürfte den Wettbewerb positiv beleben. Wer das Rennen abseits vom iPad macht und die Verlage für sich gewinnen kann, ist noch völlig unklar. Bleibt abzuwarten, was die User vom deutschen Tablet halten werden.

Zu den Spezifikationen:

- 11,6-Zoll großer Bildschirm mit 1366 x 768 Bildpunkten
- 1,66 Gigahertz getakteter Atom-Prozessor
- Linux-Derivat mit Android als Betriebssystem
- Appstore mit Zugriff auf den Android-Marketplace
- W-Lan
- UMTS gegen Aufpreis
- USB
- Kartenlesegerät
- integrierte Webcam
- wahlweise 32 oder 64 Gigabyte Speicher

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Letzte Kommentare

Anzeige: 1 - 7 von 7

30.03.10 17:14

René René

26.03.10 17:18

Rulf Neigenfind

@Andreas H.

Ich bin in der Tat ein "eingefleischter Apple-Fan", denn trotz mancher Probleme mit meinen diversen Apple-Geräten (seit 1984 !!!) hat mich die Marke Apple noch niemals enttäuscht. Ich bin da übrigens auf derselben Linie wie die wichtigsten Wirtschaftsmedien und die Gemeinde der Börseninvestoren. Ihr Microsoft-Vergleich scheint mir allerdings ziemlich übertrieben, denn Apple hat seine Spitzenposition gerade deshalb errungen, weil sie sich eben ***nicht*** wie Gates & Co. verhalten hat. Das Unternehmen hat laufend innoviert und vor allem seine Versprechungen in aller Regel eingehalten -- zwei Dinge, die Microsoft weder tut noch offenbar kann. Und dass endlich mal einer den Herren Verlegern heftigst auf die Füsse tritt, ist ebenso grossartige wie der Kick in den Hintern der Music Majors.

26.03.10 09:41

Andreas H.

@Rulf Neigenfind
Das kann wirklich nur ein eingefleischter Apple-Fan von sich geben. Genau diese Aussagen haben Microsoft-Freaks vor einigen Jahren oder Jahrzehnten auch von sich gegeben, ehe der Software-Riese als Monopolist seine Macht auf dem Markt zu sehr ausnutzte und einen Fehler nach dem anderen in seine Strategie und die Produkte einbaute. Den selben Weg geht nun Apple. Ich fand das Unternehmen nach dem erneuten Aufstieg vor einigen Jahren auch mehr als symphatisch, aber die Symphatie geht doch stark zurück in letzter Zeit. Allein wie Apple mit Verlegern umgeht, ist für mich nicht akzeptabel! Auch Apple wird in Zukunft mit innovativerer Konkurrenz zu kämpfen haben.
Ich wünsche dem deutschen Hersteller des WePads zumindest schon mal alles Gute!

25.03.10 19:35

Rulf Neigenfind

Tablets gibt's schon seit mehr als 20 Jahren. Nur haben sie wegen des mangelhaften User-Interfacing und der miesen Software nix getaugt. Und nun kommen die oberschlauen Heinis vom G+J daher und wollen einem Produkt Konkurrenz machen, das der beste Computer-Konzern aller Zeiten auf den Markt bringt. Das sind dieselbe Leute, die seit Jahren mit katastrophalen Management-Entscheidungen brillieren. Ich wünsche ihnen viel Vergnügen und viel Erfolg beim Rausschmeissen von weiteren Millionen.

19.03.10 13:16

Robin Ewers Web-Site

Als Jobs das iPad vorgestellt hat, dachte ich "DAS muss ich haben!". Da wusste ich aber nicht, das es so schnell auch Konkurrenzprodukte geben wird. USB-Anschluss, Kartenleser, Flash klingt vernünftig und besser als beim iPad. Und wegen der Apps mache ich mir keine Sorgen wenn das Gerät mit Android kommt. Es ist für die Entwickler ja wenig Aufwand eine iPad/iphone App für Android umzuschreiben. Deswegen wird es bald für Androids auch die Apps geben.

19.03.10 11:26

Felix Disselhoff

Ich gehe davon aus, dass in Zukunft mehr über Hardware und weniger über Software entschieden wird. Wenn ein Magazin oder ein ganzer Verlag das WePad als Trägermedium nutzt, könnte der Hebel größer sein als über Apps und Co.
Die Frage ist, inwiefern die Verlagswelt innovativ mit dem Medium umgeht

19.03.10 10:51

El Tom Web-Site

Ich bin mal ein bisschen fies: Verlage, die Tablets auf den Markt bringen, ist wie wenn Autokinos in den Vertrieb von Autos einsteigen. Beide wünschen sich, dass so mehr zahlende Menschen zu ihnen kommen - dabei gibt es doch so viele andere spannende Destinationen, die man mit diesen Produkten erreichen kann!

Naja, aber einen Versuch ist es allemal wert!

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Felix Disselhoff
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