Keine zwei Wochen ist das neue Tablet von Apple auf dem Markt. Nach einigen Tagen ausführlichen Test lässt sich sagen: Es ist das beste Tablet, das Sie derzeit für Geld kaufen können. Die Updates mögen im Vergleich zum Vorgängermodell nach wenig klingen, machen aber enorm viel aus.
Look und Komfort: Das neue iPad liegt weitaus besser in der Hand als sein Vorgänger. Das liegt zum einen daran, dass man einige Gramm Gewicht abgesaugt hat. Vor allem macht sich aber die geringere Breite des Geräts bemerkbar. Diese paar Gramm und diese paar Millimeter verändern aber tatsächlich das gesamte “iPad-Erlebnis”, wie NYT-Tech-Redakteur David Pogue es nannte.
Das Display: Keine merklichen Unterschiede. Die Farben sind genauso brillant wie beim Vorgänger.
Das “Smart Cover”: Nee. Eine wirklich schöne Idee von Apple, eine Hülle zu entwickeln, die mittels Magneten automatisch am Gerät andockt, das Gerät aus dem Standby ausweckt und das Display poliert. Aber in der Praxis macht die smarte Hülle keinen smarten Eindruck. Trägt man das Tablet beispielsweise so unter dem Arm, dass die offene Seite nach unten zeigt, lösen sich die Magnete schon mal. Die Gefahr, dass das iPad auf den Boden fällt, ist dann groß. Mein Tipp: Lieber eine Hülle kaufen, die ohne Magnete auskommt.
Sound: Ich hatte zwar nie etwas auszusetzen am Klangvolumen der Lautsprecher des ersten iPad, aber: das neue iPad klingt noch besser. Das mag vor allem daran liegen, dass im neuen Modell ein Wide-Range-Lautsprecher verbaut ist, der den Klang weiter streut. Kleines Manko: Bei Spielen und anderen Apps, die sich nur im Querformat bedienen lassen, verdeckt man leicht mit einer Hand den Lautsprecher.
Die Kameras: Das iPad 2 verfügt über zwei Kameras, eine Frontkamera für Videochat und eine Rückkamera für Fotos, Video und Augmented-Reality-Apps. In ersten Tests kam die nicht gut weg. Und tatsächlich reichen die Aufnahmen für Videochat zwar aus. Für Fotos und Videos ist die Kamera des iPhone 4 aber weitaus besser geeignet. Gerade mit einer App wie Photobooth macht das Gesichtverzerren zwar Spaß, aber die Qualität setzt dem Ganzen doch einen Dämpfer auf.
Akku: Gefühlt lassen sich keine großen Unterschiede zum Vorgänger ausmachen. Walt Mossberg vom Wall Street Journal dazu: “Die Akkulaufzeit, obwohl sehr gut, ist nicht so gut wie beim ersten iPad. In meinem Härtetest (Kinofilm bis zur völligen Entladung geschaut, Bildschirmhelligkeit bei 75 Prozent, Wlan und UMTS aktiviert) gab das iPad 2 nach zehn Stunden und neun Minuten auf. Das ist 2,5 Stunden besser als das Xoom von Motorola, aber mehr als eine Stunde weniger als beim Original-iPad (elf Stunden und 28 Minuten)." Auch wenn ich nicht auf die Minute genau getestet habe, wann der Akku vollends aufgebracht war, lässt sich das Gerät ungefähr gleich lang nutzen wie das erste iPad. Meiner Meinung nach eine starke Leistung. Immerhin schlummert im flacheren Gehäuse auch ein schnellerer Prozessor.
Leistung: Das neue iPad ist tatsächlich eine ganze Ecke fixer als sein Vorgänger. Das soll nicht heißen, dass das iPad Numero Uno eine lahme Kröte ist. Doch beim iPad 2 läuft alles ein wenig flüssiger. Apps starten schneller, Menüs verschwinden schneller. Und selbst, wenn mehrere Apps parallel laufen, ruckelt nichts. Der schnellerer Chipsatz macht sich auch beim Surfen bemerkbar. Seiten laden sehr viel schneller.
Apps: iMovie und GarageBand für das iPad. Wer's braucht. Als jemand, der in den Medien arbeitet und für den Videoschnitt eher Programme wie Final Cut oder Avid nutzt, stößt man mit der touchoptimierten Version schnell an die Grenzen des Möglichen. So bleibt vor allem iMovie nicht mehr als eine Spielerei. Wer mit dem iPad einen kleinen Clip gedreht hat, kann aber auch einfach den "rohen" Film mit Programmen wie iPhoto exportieren und auf Wunsch weiterbearbeiten. Auch wenn ich seit meiner Kindheit Klavier spiele, fehlt mir die Geduld, am Tablet einen Song zu komponieren. Ich freue mich aber schon auf die erste Band, die ihre Songs komplett mit dem neuen iPad aufzeichnet. Ein großer Spaß ist derweil Photobooth. Was mit lustigen Zerrbildern schon am Macbook die Leute vor den Bildschirm holte, wird mit der neuen Frontkamera garantiert zum Partygag auf dem iPad.
Kaufen? Ich halt es mit meinem Ratschlag wie meine Vorredner: Wenn Sie bereits ein iPad besitzen, brauchen Sie keine Angst haben, ohne das neue Modell den Anschluss zu verlieren. Wenn Sie aber kein Tablet besitzen und seit längerer Zeit mit dem Gedanken spielen, sollten Sie jetzt zuschlagen. Es ist schneller, leichter und in der kleinsten Ausführung immerhin 20 Euro günstiger als der Vorgänger. Besser wird das iPad nicht. Vorerst!
12.04.11 09:36
Al T
@H F
Vielleicht weil Apple interessanter als die anderen Anbieter ist? Wenn Sie objektivere Artikel - weniger unterhaltsam geschrieben - bevorzugen, sind Sie bei Meedia falsch. Aber das muss ich Ihnen doch nicht erklären, oder?
05.04.11 10:57
H F
Lieber Herr DIstelhoff,
ich wundere mich etwas, wie aggressiv und dünnhäutig sie auf die (teilweise durchaus zutreffende) Kritik hier reagieren. Vor allem, dass sie auf die Kernkritik überhaupt nicht eingehen und sich stattdessen an Nebenkriegsschauplätzen abarbeiten.
Der zentrale Punkt ist doch, der unglaubliche Stellenwert, der sämtlichen Apple-Produkten bei meedia und in anderen Organen eingeräumt wird. Wenn ich meedia verstehe als einen Branchendienst, ist die Frage schon berechtigt, warum wirklich jede Entwicklung aus dem Hause Apple bis zum Erbrechen kommuniziert wird, und manche für Medienschaffende durchaus relevantere technische Entwicklungen hier faktisch gar nicht stattfinden.
Darüber hinaus ist es freilich Ihr gutes Recht, ein Gerät positiv zu rezensieren; allerdings gilt hier das Gleiche wie bei den kritischen Kommentaren: Der Ton macht manchmal die Musik. Eine Rezension mit der Überschrift "Warum Sie das Ipad 2 kaufen sollten" ist - mit Verlaub! - an Tendenzhaftigkeit kaum z überbieten.
Das alles ist kein Verbrechen, aber eben auch kein Indiz für ausgewogenen, kritischen, vielseitigen und erhellenden Journalismus.
05.04.11 07:53
Manfred T.
Mir hat der Artikel gefallen. Als Nutzer von iPad 1 finde ich den Vergleich interessant. Denn fast hätte ich mir das iPad 2 geholt. Alles was das 2er mehr kann brauche ich aber nicht. Deshalb war es aus meiner Sicht keine Werbung, sondern ein wichtiger Vergleich. Danke !
04.04.11 16:43
Christian Röös
@Steve Arness: Ich habe das Teil ausprobiert - und mich dann für die Zwecke, für die es taugt (unterwegs ein bisschen schreiben und Internet glotzen, spielen tu ich nicht) für das deutlich geeignetere Galaxy Tab entschieden. Wenn ich ein Gerät von iPad-Größe mitschleppe, muss es ein vollwertiges Arbeitsgerät mit Tastatur und USB-Anschluss sein. Aber dass das Geschmackssache ist, bestreite ich nicht. Ich finde es nur schade, dass Meedia immer nur das iPad hypt und solide Alternativen ignoriert – nur weil die gerade nicht so hip sind (aber für viele Kollegen sicher sinnvoller).
04.04.11 15:31
Steve Arness
:-) Meine Zeit als Journalist ist schon eine Weile her, aber damals musste ich auch böse Leserbriefe nett beantworten... Naja, damals hat man für Artikel auch noch bezahlt.
Zur Sache: der Text ist kein Test sondern ein subjektiver Erlebnisbericht. Und als solcher auch ok. Ich tippe diesen Kommentar auf einem iPad 2 und bin höchst zufrieden mit dem Gerät....
Bedauerlich finde ich, dass der Artikel nicht über das hinausgeht, was man schon hundert mal gelesen hat. Ein wenig aufs Meedia-Publikum eingehen wäre doch ok gewesen, oder? Wie sieht es beispielsweise mit Vielschreibern aus, brauchen die eine Zusatztastatur? Was ist mit den Apps, die Medienschaffende gerne nutzen? Bringt das iPad Vorteile für Twitter & Co? Kann ich notfalls damit kleinere Multimedia-Inhalte basteln und online stellen? Etc.
Wer das iPad aber als "Spielkonsole" abtut, hat es einfach noch nie selbst beutzt oder kann eben Apple nicht verknusen. Ich werde bald wegen dem Teil meinen Laptop verkaufen. IPad2+externe Tastatur = fast vollwertiger Ersatz.
04.04.11 15:21
Joerg S
Der Artikel ist viel zu schlecht dafür, dass er in der Mittags-Mail von Meedia an zweiter Stelle auftaucht.
04.04.11 15:12
Felix Disselhoff
Lieber Herr "K.",
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich ziehe es NICHT in Betracht, auf solch einem Gerät zu schneiden. Zahlen über genauen Akkuverbrauch unter Volllast etc. können Sie bei ComputerBild, Chip etc. nachlesen. Die verfügen über die entsprechende Ausstattung. Ich hab das Gerät aus Consumersicht rezensiert. Nicht mehr und nicht weniger.
04.04.11 15:03
Peter K
Herr Baumgart ist etwas knapp und despektierlich in seinem Kommentar. Hier ein paar Worte mehr:
Es handelt sich hier nicht um einen "Test". Sondern um einen gefühlten Vergleich von einem Produkt zu seinem Vorgänger. Wenn der nun "gefühlt" schlechter ausgefallen wäre, hätte Apple sicher alles falsch gemacht.
Beim Sehen und Hören "keine merklichen Unterschiede" und "klingt noch besser" als Ergebnis zu präsentieren, zeugt davon, dass der Autor eben keine Unterschiede sieht oder hört. Nicht, dass es keine gibt. Entweder misst man dann. Oder man fragt Test-Redakteure, die etwas vom Job verstehen.
Die Überschrift ist ebenso tendenziös wie der Rest der oberflächlichen Jubelarie. Aus jedem Satz spritzt die Begeisterung für das Produkt, einen unverstellten und objektiven Blick sucht man vergebens.
Und wer nach "nach einigen Tagen ausführlichen Test" immer noch nicht auf die Minute sagen kann, wie lange das iPad2 in Sachen Akku durchhält, hat möglicherweise zu lange auf dem Sofa youtube geschaut, anstatt ein paar einfache Zahlen zu notieren.
Foto-, Video- und Musik-Bearbeitung auf dem iPad ernsthaft in Betracht zu ziehen, zeugt von totaler Naivität. Den Absatz Leistung kann man sich auch sparen. Hier läuft alles "flüssiger". Was genau das heisst, wie schnell schnell ist - bleibt ein Geheimnis.
Sorry, der Artikel, da hat Herr Baumgart recht, ist eigentlich nur ein *lol* wert. Der Autor hat allerdings verdient, ein wenig an der Hand genommen zu werden. Seine Reaktion auf den Kommentar fiel ja schon etwas jugendlich emotional aus.
04.04.11 15:02
Max Bold
Wie viel Honorar gab es denn für diese Apple-Schleichwerbung?
04.04.11 14:42
Christian Röös
Ich frage mich auch, was die Vorstellung einer Surf- und Spielkonsole in einem Medien-Branchendienst verloren hat. Es gibt so viele mobile Geräte, die für Medienschaffende brauchbar sind (z.B. Netbooks), die hier bislang nie erwähnt wurden - während diese Daddelscheibe hier ständig auftaucht
04.04.11 14:07
Pietro Giarrizzo
Also ich finde den Beitrag gut verfasst. Wer das Gerät selbst einmal getestet hat, wird sicher auf das gleiche Ergebnis kommen. Weiter so!
04.04.11 13:55
Felix Disselhoff
Was heißt denn hier "peinlicher Promotext"? Nur, weil ich das Ding nich verreiße??? Gibt es nur negative Kritik? ich verwende kein PR-Sprech, hab das Gerät ausführlich getestet und mir eine Meinung gebildet. Wenn die Ihnen nicht passt, können Sie das gern zum Ausdruck bringen. Aber dann bitte fundiert und ohne Rumge"lol"e
04.04.11 13:36
thomas baumgart
lol, was für ein peinlicher promo-text
04.04.11 11:57
Tobias Mandelartz
Die abschliessende Frage ist:
"Will it Blend?"
Ob das neue iPad2 dem Super-Mixer standhalten konnte, sieht man hier:
http://blog.marketingshop.de/ipad-2-markstart-in-deutschland-und-erste-mehr-oder-weniger-ernst-gemeinte-tests/
PS: Taschentücher bereit halten, der Anblkick tut weh!

Felix Disselhoff
schreibt hier über Technik, die unsere Gesellschaft verändert, Gadgets, über die die Branche spricht und die kleinen Spielereien, die uns das Leben leichter machen.
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04.05.11 09:01
Stephan Schild
Tja, Apple scheint solche Texte ja nötig zu haben. Aber egal, Hauptsache ein angefaulter Apfel ist drauf.
Das iPad ist überteuert, reglementiert und hat kaum Schnittstellen. Aber bitte, jeder muss wissen, ob er ein Werkzeug oder ein Statussymbol mit sich rumtragen möchte.