Seit Freitag ist das iPad 2 auch in Deutschland erhältlich. Das erste Tablet war ein voller Erfolg. Was taugt also das Nachfolgemodell? Wird es den Erwartungen gerecht? Lässt es sich besser bedienen? Macht sich das geringere Gewicht bemerkbar? Was taugen die Kameras? Wie gut ist der Akku? Brauche ich das neue “Smart Cover”? Was tun, wenn ich schon ein iPad besitze? Wir haben die Reviews zusammengetragen und erklären, was das neue Apple-Tablet kann.
Look & Komfort: Das iPad 2 ist flach, verdammt flach. Sogar flacher als das iPhone 4, das immer noch als das flachste Smartphone auf dem Markt gilt. Jason Snell von Macworld: "Durch die 'Diät' ist das iPad 2 besser zu handhaben als das Original. Das erste iPad war schlicht ein Produkt, das irgendeine Art von Hülle brauchte. Das iPad 2 lässt sich besser mit einer Hand halten, und durch das geringere Gewicht lässt es sich auch länger tragen.” Das Gewicht hat Apple von 1,5 beim iPad auf 1,3 Pfund beim iPad 2 reduziert. David Pogue von der New York Times: “Diese Veränderungen am Gewicht, der Schnelligkeit und den Maßen verändern das ganze iPad-Erlebnis. Wir reden hier nicht über ein Laptop oder einen Fernseher, bei dem die Maße nicht wirklich wichtig sind. Das ist ein Tablet. Das hält man beinahe die ganze Zeit in den Händen."
Die neue Hülle: Apple liefert auf Wunsch eine neuartige Schutzhülle für das iPad 2 mit. Das “Smart Cover” soll in erster Linie das Glasdisplay schützen und weckt bei Entfaltung das Tablet aus dem Standby auf. Über eingebaute Mikromagnete soll es nicht verrutschen, eine Oberfläche aus Micro-Fiber poliert das Display nebenher. Rich Jaroslovsky von Bloomberg dazu: "Man sollte anmerken, dass die neu iPad-Hülle den Anschluss an Dockingstationen erschwert. Darunter auch das neue Kabel für den High-Definition-Anschluss. Und überlegt zweimal, ob Ihr das Extra-Geld für das neue ‘Smart Cover’ ausgebt, das mittels kleiner Magnete auf dem iPad haften bleibt. Im Alltag passiert es immer wieder, dass die Hülle beim Einpacken oder nur auf dem Beifahrersitz verrutschte und so das Gerät angeschaltet hat."
Die Kameras: Das iPad 2 verfügt über zwei Kameras, eine Frontkamera für Videochat und eine Rückkamera für Fotos, Video und Augmented-Reality-Apps. In den Reviews kamen die Kameras allerdings nicht gut weg. Walt Mossberg vom Wall Street Journal dazu: “Das iPad 2 hat einige Nachteile. Seine Kameras machen mittelmäßige Bilder. (...) Die Qualität der Frontkamera reicht für den Videochat aus. Aber für ein Unternehmen, das extra eine Foto-App mit dem Gerät ausliefert (Anm. d. Redaktion: PhotoBooth for iPad), sind diese Kameras eine Enttäuschung. Josh Topolsky von Engadget: "Lasst uns eines klarstellen: Die iPad2-Kameras sind wirklich verdammt schlecht. Sie sind nicht unbrauchbar, aber die eingebauten Sensoren gehören nicht zur Top-Liga.
Der Akku: Trotz stärkerer CPU soll die Akkulaufzeit bei der des Vorgängers liegen. Mossberg dazu: “Die Akkulaufzeit, obwohl sehr gut, ist nicht so gut wie beim ersten iPad. In meinem Härtetest (Kinofilm bis zur völligen Entladung geschaut, Bildschirmhelligkeit bei 75 Prozent, Wlan und UMTS aktiviert) gab das iPad 2 nach zehn Stunden und neun Minuten auf. Das ist 2,5 Stunden besser als das Xoom von Motorola, aber mehr als eine Stunde weniger als beim Original-iPad (elf Stunden und 28 Minuten)."
Apps & Leistung: Das neue iPad 2 ist ganz schön fix. Der neue A5-Prozessor sei zweimal schneller als die alte CPU, die Grafikkarte um den Faktor 9 schneller. Matt Buchanan vom Gizmodo dazu: “Alles ist schneller, jeder Klick, jede Aktion - jede App explodiert. Das Switchen zwischen Apps ist nahtloser und flüssiger als bisher. Dank des zusätzlichen Speichers werden Programme nicht mehr in Hintergrund gekillt und müssen ständig neu geladen werden.”
Kaufen oder nicht kaufen? Eine schwierige Frage. Auch wenn das iPad weiterhin zum Kampfpreis angeboten wird, wollen (mindestens) 479 Euro gut investiert sein. MG Siegler von TechCrunch: "An diesem Punkt denken Sie wahrscheinlich, dass Hardware, Software etc. sich beim neuen iPad großartig anhören. Sie fragen sich, ob Sie eins kaufen sollten. Wenn Sie kein iPad besitzen und eines wollen, ist die Antwort einfach: Kaufen Sie es. Das neue iPad kann all das, was das alte konnte, aber besser. (...) Wenn Sie schon ein iPad besitzen, ist die Angelegenheit etwas schwieriger. Wenn Sie ein paar hundert Dollar nicht kümmern, schnappen Sie sich ein iPad 2. Aber wenn Sie das erste iPad gekauft haben und nicht so viel Geld ausgeben wollen, sei Ihnen versichert, dass das erste iPad noch lange nicht aus der Mode gekommen ist. Mein Rat: Besuchen Sie nicht den AppleStore und fassen Sie kein iPad2 an. Oder Sie sind verflucht!" Oder mit den Worten von NBC-Technik-Guru Shelly Palmer: “Wenn Sie ein iPad 2 haben wollen, holen Sie sich eines. Sie werden es nicht bereuen.”
28.03.11 17:20
Stefan Stengel
Diesen Kommentar schreibe ich gerade mit einem iPad2! Eine neue, für Menschen die mit dem iPad präsentieren wollen, existenzielle Funktion, wird bei keinem Test beachtet! Das iPad1 konnte über den VGA-Adapter nur Keynote und Fotos und Videos ausgeben! Das iPad2 gibt alle Inhalte aus! Auch Desktop, Safari u.s.w. Also jetzt eine vollwertige Vortragsmaschine!

Felix Disselhoff
schreibt hier über Technik, die unsere Gesellschaft verändert, Gadgets, über die die Branche spricht und die kleinen Spielereien, die uns das Leben leichter machen.
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28.03.11 18:01
Frank Kemper Web-Site
Ich hatte gerade ein iPad 2 mit Smart Cover in der linken Hand und ein iPad 1 "nackt" in der rechten Hand. Tut mir leid, aber ich konnte beim besten Willen keinen Gewichtsunterschied ausmachen. Und der monolithisch-solide Anfassfaktor, der das iPad auszeichnet, geht dem iPad 2 etwas ab - was vor allem durch das Smart Cover verursacht wird. Dadurch, dass das iPad 2 eckiger ist als das iPad 1, fühlt es sich weniger handschmeichlerisch an. Insofern fand ich das etwas enttäuschend.
Auf der anderen Seite stehen natürlich klare Vorteile: So kann man auf einem iPad 1 schlecht tippen, wenn es flach vor einem auf dem Tisch liegt, weil das Pad durch seinen runden Rücken wackelt. Da bietet das Smart Cover eine Lösung, ebenso natürlich bei längeren Video-Sessions.
Ich persönlich glaube, dass allein die Möglichkeit, via Facetime Videochats zu führen, sich als Killer App erweisen könnte. Denn das wäre ein echter Grund, weshalb Nerds ein solches Ding ihren Eltern schenken könnten.