Anfang der Woche hat Apple seinen iMacs und Mac Pros die dringend notwendigen Updates verpasst, sein Cinema Display vergrößert und mit dem Magic Trackpad Multitouch auf den Desktop "gezaubert". Abseits von 20 Prozent Leistungszuwachs hier und 50 Prozent mehr Power da, hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass Apple ein Batterieladegerät auf den Markt bringt. Derweil überzeugt das Trackpad seine Tester nicht wirklich. Doch was taugen die neuen Apple-Gadgets?
Am Dienstag stellte Apple gleich einen Schwung neuer Geräte vor. Fangen wir mit der skurrilsten Neuheit an: einem Ladegerät für Akkus. Wie kam das zustande? Ein Batterieladegerät von Apple? Der Firma, die sonst für coole Gadgets wie den iPod touch oder seine iPhones bekant ist? Ich kann mir nur vorstellen, dass die Entwicklungsabteilung zu viel Zeit hatte. Apple-Boss Steve Jobs wird wohl gefragt haben: “Warum zur Hölle brauchen wir sowas?” Die Entwickler könnten geantwortet haben: “Naja, es hat den niedrigisten Energieverbrauch seiner Klasse.” Jobs: “Hmm. Naja. Ok. Aber Energieverbrauch im Standby-Betrieb....nein....Nennen wir es “Vampire Draw!” So albern diese Idee auch klingen mag: Die Tech-Szene ist begeistert von dem kleinen Ding. Charlie Sorrel, Blogger bei Wired.com, relativiert den Hype um das Gerät ganz treffend: "Die irre Berichterstattung zeigt uns, dass News von Apple immer große News sind. Die Menschen lesen es, die Menschen wollen es, die Menschen klicken es."
Das neue Akkuladegerät fasst zwei NiMH-Zellen in AA-Grösse, also dem Standard für Akkus und Batterien, die in Tastaturen und Fernbedienungen zum Einsatz kommen. Sechs davon werden mitgeliefert: zwei für die Tastatur, zwei für die Maus (oder das Magic Trackpad) und zwei, die als Reserve im Ladegerät schlummern. Wer sie so benutzt und nacheinander durchlädt, darf laut Apple von einer Lebensdauer von 10 Jahren ausgehen. Wenn die Batterien voll aufgeladen sind, reduziert das Ladegerät die Leistungsaufnahme automatisch auf verschwindend geringe 30 Milliwatt. Laut Apple sei das weniger als ein Zehntel des Industriedurchschnitts und damit Rekord. Preis: 29 Euro
Aber mal ehrlich: Warum stößt Apple in den Markt für Akkus? Noch nie was von Duracell gehört? Natürlich werden Apple-Geeks in Zukunft ihre Gadgets mit den “iBatteries” befeuern. Ob man damit aber wirklich signifikant Marktanteile gewinnen kann, sei dahingestellt.
Magic Trackpad: Nicht wirklich magisch
Wirklick “magisch” ist das Magic Trackpad von Apple nicht. Immerhin hat der Tech-Blog iFixit das Gerät nach einem Tag entzaubert und vollständig auseinandergenommen. Für Apple-User dürfte es außerdem keine große Umgewöhnung bedeuten. Denn die Technik ist dieselbe, die auch in den iPhones, dem iPod touch, im iPad und im Trackpad der Macbooks verwendet wird. Apple etabliert seit Jahren Multitouch in allen Gerätesparten. Dass die Technik auch einmal in den Desktoprechnern iMac, Mac mini und Mac Pro zum Einsatz kommt, war also nur eine Frage der Zeit. Die Redaktion von CNET hat das Gerät schon getestet, zeigt sich allerdings noch nicht vollends begeistert: “Mit dem Magic Trackpad bringt Apple die Multitouch-Gestensteuerung auch auf die iMacs - mit der von MacBooks gewohnten Smoothness und dem appletypisch edlen Design. Zumindest bei uns schickt das Eingabegerät die Computermaus aber noch nicht in den Ruhestand: Es fehlen einfach die konfigurierbaren Tasten und Rädchen für ernsthaftes Arbeiten. Für Hardcore-Zocker ist das Trackpad ebenfalls nicht geeignet.” Der Preis: 69 Euro.
Und Windows-User müssen nicht traurig sein. Für sie gibt es das Wacom Bamboo. Das ist schon seit einem Jahr auf dem Markt, kann ebenfalls Multitouch und versteht die Steuerung über einen Stift, beispielsweise in Zeichenprogrammen. Und es kostet ebenfalls 69 Euro.
iMacs: 20 Prozent schneller
In einem ersten Benchmark-Test hat die Website Macworld.com den neuen 21-Zoll-iMac gegen seinen Vorgänger antreten lassen. Und oh Wunder: Natürlich arbeitet der neue mit einem Core i3 bestückte iMac um einiges fixer als der “alte” iMac mit seinem Core-2-Duo-Prozessor. Überraschend ist aber die enorme Leistungsdifferenz von 20 Prozent. Der Grund für so viel Rechenpower: Beide Modelle sind zwar mit einer Frequenz von 3,06 Gigahertz getaktet, allerdings kann der Core i3-540 auf die Hyper-Threading-Technologie von Intel zurückgreifen. Die verteilt Aufgaben und erlaubt eine parallele Bearbeitung auf den zwei Kernen des i3-Prozessors.
Die Testergebnisse im Detail: “Während beim Abarbeiten von 14 unterschiedlichen Schritten an einer Datei von 50 Megabyte der Vorgänger rund 44 Sekunden benötigt, sind es beim neuen iMac 41 Sekunden. Deutlicher wird der Geschwindigkeitsvorteil allerdings beim Rendern. Im Cinebench-Test benötigt der alte iMac 2 Minuten und 16 Sekunden während es beim iMac mit Core i3-Prozessor 1 Minute und 42 Sekunden dauert. Auch beim Umwandeln einer MOV-Datei in das H.264-Format ist der Neue rund eine Minute schneller.” Das sind durchaus interessante Zahlen, die vor allem User, die im Bereich Videoschnitt arbeiten, die Wahl zwischen den iMacs und den teureren Mac Pros vereinfachen dürften. Die Preise für die neuen iMacs beginnen bei 1199 Euro.
Mac Pro: 50 Prozent schneller
Das Update der Mac-Pro-Reihe war längst überfällig. Die neueste Generation besitzt nun ganze zwölf Prozessorkerne. Damit verspricht Apple eine Leistungssteigerung von 50 Prozent. Wenn das mal keine Ansage ist. Zum Einsatz kommen dabei nicht klassische CPUs der Intel Core-Familie, sondern Xeon-Prozessoren, die eigentlich für den Betrieb in Workstations und Servern entwickelt wurden.

Die Prozessoren sind mit 3,33 GHz getaktet, in der Standardversion kommt eine Radeon HD 5770 mit 1 GB Speicher zum Einsatz. Über zwei neue Mini-Display-Ports ist es jetzt möglich, zwei LED Cinema Displays ohne zusätzliche Grafikkarte oder Adapter anzuschließen. Der zusätzliche Dual-Link-DVI-Port unterstützt ältere, auf DVI basierende, Displays mit einer Auflösung von bis zu 2.560 × 1.600 Pixel.
Cinema Display: noch größer
Auch ein neues Cinema Display mit einer Diagonale von 27 Zoll war keine Überraschung. Was erstaunt, ist Apples Strategie, künftig nur noch eine Displaygröße anzubieten. Doch der Bildschirmschwund ist beim Konzern aus Cupertino schon seit einiger Zeit zu beobachten. Seit 2004 gab es die Cinema Displays mit Alugehäuse, anfangs in den Größen 20", 23" und 30" Zoll. Die Modelle mit 20 und 23 Zoll wurden schon vor einiger Zeit aus dem Sortiment genommen, jetzt muss auch das Cinema Display mit 30 Zoll dran glauben. David Moody, Apples "Vice President of Hardware Marketing", http://www.geek.com/articles/chips/apple-to-dump-24-and-30-inch-displays-now-sells-only-27-inch-cinema-display-20100728/erklärte in einer Stellungnahme, dass die Lagerbestände noch verkauft würden, es jedoch keine neuen Geräte mehr geben würde. Betroffen davon ist nicht nur das 30-Zoll-Modell, sondern auch das Cinema Display mit 24 Zoll. 
Fortan würde Apple nur noch eine Displaygröße anbieten, so heißt es. Wer also bisher unschlüssig war, ob er Apples Riesendisplay wirklich braucht, sollte sich schnell entscheiden. Denn das neue 27-Zoll-Display lässt noch ein wenig auf sich warten und kann erst ab September bestellt werden. iMac-User mit einem 24-Zoll-Display (so wie ich) werden sich ärgern, wenn man vorher Wert auf ein Dual-Monitor-System gelegt hat. Denn das neue Display hat auch eine neue Auflösung von 2560 x 1440 Bildpunkten. Die hohe Auflösung ist zwar löblich, doch zwei Bildschirme mit unterschiedlicher Pixeldichte sind eben kein wirklich Dual-Monitor-System. Wirklich lobenswert ist der umweltfreundliche Bertrieb. Wegen seines geringen Stromverbrauchs verdient das Display seinen Energy Star 5.0- und das EPEAT Gold-Siegel.
Fazit: Seine iMacs und Mac Pros hat Apple vernünftig auf Vordermann gebracht. das Magic Trackpad war eine logische Konsequenz und ein weiterer Schritt für Apple hin zu einer Multitouch-Steuerung in all seinen Produktkategorien. Das Ladegerät ist allenfalls etwas für eingeschworene Apple-Fans. Die Reduzierung auf nur eine Displaygröße macht aus Produktionssicht Sinn, dürfte aber etliche User mit kleineren Display daran hindern, ein Dual-Monitor-System aufzubauen.
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Danke, Onkel Steve. Mit Deinem iPad hast Du mir nächtelange Lesemarathons bereitet, mit dem iPhone 4 habe ich mein Lieblingsbuch immer dabei. Amazon rief gestern die Revolution aus. Erstmals habe man mehr E-Books als Gedrucktes verkauft. Doch irgendwie hat die schöne, neue, digitale Bücherwelt noch lästige Eselsohren. iBooks lockt mich mit “Feuchtoasen” und Titeln wie “Vögelfrei”. Und Amazons Kindle-Shop will mir Kindermärchen vorsetzen. Ist das die Revolution?
Haben Sie schon einmal einen Krimi über 1.800 Seiten gelesen? Nein? Ich schon. Auf dem iPhone. Genauer: auf dem neuen iPhone 4 (hier zum Praxistest). Stieg Larssons “Vergebung”. Was als reiner Test mit dem iPad startete, mündete in nächtelangen Lesemarathons. Die Vorteile liegen ja auf der Hand: Ich hab mein Buch immer dabei, es nimmt kaum Platz weg im Gegensatz zu seinen Hardcover-Kollegen, ich brauche kein Extralicht und hab ständig Nachschub, ohne auf den Postboten zu warten oder in die nächste Buchhandlung gehen zu müssen. 
Doch bei so viel Technophilie blieb der ein oder andere Kampf mit Verfechtern des guten, alten Gedruckten nicht aus. Was habe ich mich vor meiner Mitbewohnerin rechtfertigen müssen. Bücher hätten Seele, man müsse sie aus dem Schrank nehmen können, riechen und rascheln hören. Man müsse sich die bedeutenden Stellen unterstreichen können. Tatsächlich dürfte die Erfolgsnachricht, die Amazon-Chef Jeffrey Bezos gestern verkündete, für Liebhaber des guten, alten Hardcovers nur schwer verdaubare Kost sein.
Erstmals mehr E-Books als Hardcover verkauft
Doch anscheinend bin ich kein Einzelfall. Digitale Bücher, sogenannte E-Books, gewinnen stark an Popularität, wie die aktuellen Zahlen des Versandhandels belegen. Firmengründer Bezos rief gleich schon einmal eine Revolution aus. Dieser Tag werde in die Geschichtsbücher eingehen, soll er gesagt haben. Der Grund für so viel Freude: Amazon hat in den vergangenen drei Monaten in den USA mehr E-Books für seinen Reader Kindle verkauft als Hardcover-Bücher, berichtet die New York Times. Auf 100 verkaufte Druck-Titel kamen 143 Kindle-Books.
In den vergangenen vier Wochen hätte der E-Book-Verkauf sogar noch einmal zugenommen. Das Absatzverhältnis betrug demnach 180 E-Books zu 100 Hardcover-Büchern – und das obwohl Amazon nur 630.000 Kindle-Books vertreibt. "Dieser Wandel ist wirklich erstaunlich, da wir gedruckte Bücher schon seit 15 Jahren verkaufen und E-Books für den Kindle erst seit 33 Monaten", sagt Amazon-CEO Jeffrey P. Bezos.
Neben den Verkäufen für den Kindle wuchs auch der E-Book-Markt in den USA insgesamt. Laut der Vereinigung der Amerikanischen Verleger hat sich die Zahl der abgesetzten Titel zwischen Mai 2009 und Mai 2010 vervierfacht.
Hauptgrund dafür ist, dass auch Besitzer von iPads und anderen mobilen E-Readern Kindle-Books herunterladen und auf ihren Geräten lesen können.
Bezos sieht die Preissenkung des Kindle als einen Grund für den höheren Absatz von Ebooks. Nachdem das Lesegerät auf rund 190 US-Dollar im Preis gesunken ist, scheint das Interesse zu wachsen. Der Kindle sei weiterhin der populärste Artikel im Sortiment. Das mag schon stimmen. Ein weiterer Grund dürfte aber auch sein, dass User nicht nur mit dem Kindle Amazonbücher kaufen und lesen können. Seit die Kindle-App im Appstore verfügbar ist, können die über 50 Millionen iPhone-Besitzer und die wachsende Zahl der iPad-User in den Genuss der digitalen Bücher kommen. Das dürfte ein weiterer Grund für das rasche Wachstum sein.
Reader nur als Wegbereiter einer Revolution
Doch allzu sicher dürfte sich Amazon seiner Monopolstellung in Zukunft nicht mehr sein. Zumindest auf dem US-Markt ist ordentlich Bewegung. Noch zu Jahresbeginn 2010 hatte der Online-Buchhändler angeblich rund 90 Prozent Marktanteil. Ende Juni verkündete dann aber Amerikas größter “Offline”-Buchhandel Barnes & Noble, man habe inzwischen 20 Prozent Marktanteil gewonnen. Der Konzern vertreibt mit dem Nook ebenfalls einen eigenen E-Reader. Mit Apples iBooks dürfte sich nach und nach ein weiterer starker Player auf dem Markt positionieren, der Amazon seine Vorherrschaft streitig machen könnte.
Denn mit iPhone, iPad und iPod Touch können User nicht nur E-Books herunterladen und lesen, sondern auch surfen, spielen oder Filme anschauen. Ein Ersatz für die Lesegeräte sind die Tablets zwar noch nicht. Dank sparsamer Technologie hält der Akku eines Kindles tagelang. Die elektronische Tinte unterscheidet sich nur wenig vom bedruckten Papier und schont das Auge. Und zumindest die Einstiegsmodelle sind mit 250 bis 300 Euro deutlich billiger.
Für Rüdiger Spies, Analyst beim Marktforscher IDC, sind Kindle und Co. allenfalls Platzhalter und Wegbereiter einer langsam anlaufenden Revolution auf dem Buchmarkt. E-Reader in der heutigen Form seien ein vorübergehendes Phänomen, wie früher die PDAs. Die digitalen Assistenten wären in den Neunzigern höchst populär gewesen bis die Handys ihre Funktion übernahmen und den Markt pulverisierten. Allenfalls als billiges Einstiegsgerät könnten die E-Reader in ein paar Jahren noch attraktiv sein. Trotzdem gehen Analysten davon aus, dass in der “alten Welt” elektronische Tinte dem gedruckten Buch noch lange nicht den Rang ablaufen wird. Amerikaner seien da weitaus technikaffiner.
Deutschsprachiges Angebot unterirdisch
Das mag nicht auf alle Europäer zutreffen. Ein Arbeitskollege von mir ging nach seinem Umzug in einen Wohnung sogar soweit, alle physikalischen Bücher aus den eigenen vier Wänden zu verbannen und künftig nur noch Bücher via Kindle zu konsumieren. So viel Simplifzierung geht mir dann doch zu weit. Vorerst. Schuld ist aber nicht die Technik oder mein Mitleid mit der Druckindustrie, sondern vielmehr das bisweilen miserable Angebot für deutsche User. Eine im September 2009 veröffentlichte Umfrage unter 318 deutschen Verlagen und Medienunternehmern zeichnete ein Bild der E-Bücher als "Umsatzzwerge mit Wachstumspotential". Fast 80 Prozent der deutschen Verlage machten damals weniger als ein Prozent ihres Umsatzes mit E-Büchern.
Kein Wunder! Haben Anbieter von E-Book-Plattformen doch mit den vielen deutschen Verlage und der Buchpreisbindung zu kämpfen. Noch ist über weite Strecken nicht klar, wie viel nun ein E-Book kosten müsse. Deswegen werden auch kaum deutschsprachige Bücher eingelesen. In den USA wird die Preisgestaltung hingegen den einzelnen Händlern überlassen. Amazon hat sich dem E-Book-Kampfpreis von nur 10 Dollar pro Buch verschrieben – deren gedruckten Version teilweise 20 Dollar kosten. Deswegen bleibt das Angebot an deutschen E-Books auch demnächst noch “überschaubar”.
Zumindest in Deutschland. Apples iBooks beschränken sich hierzulande auf Bestseller und Bücher mit schlüpfrigen Titeln wie “Feuchtoasen”, “100 Tage Sex” oder “Vögelfrei”. Die Strenge, die der Konzern aus Cupertino bei der Zulassung von Programmen in den App-Store an den Tag legt, lässt er zumindest beim Aufbau seiner Bibliothek missen. Vom deutschen Kindle-Store ganz zu schweigen: Die Auswahl ist lächerlich gering und beschränkt sich hauptsächlich auf Märchen. Na, danke!
Ich frage mich, wann Verlage endlich abseits von Magazinen wie “Wired” oder “Popular Mechanics” die volle Bandbreite eines leistungsfähigen Tablets nutzen. Die App “Alice in Wonderland” hat gezeigt, wie aufregend und mehrwertig man Bücher für das iPad gestalten kann. Und mit dem iPhone 4 hat Apple ein Smartphone auf dem Markt gebracht, das mit seinem extrem scharfen Display dem gedruckten Buch und E-Readern wie dem Kindle locker das Wasser reichen kann. Meine Lieblingsbücher einzuscannen, durch die Texterkennung zu jagen, um sie dann als Pdfs auf meinem Smartphone lesen zu können, kann doch nicht wirklich im Sinne des Erfinders sein, oder?
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Kategorie: Mobile
Seit Donnerstag steht das Apple-Smartphone der vierten Generation in den Regalen. MEEDIA-Blogger Felix Disselhoff hat das Gerät getestet und sich neu verliebt. Aus dem ehemaligen Edelhandy, das nach und nach seinen Charme verlor, ist wieder ein Stück Luxus geworden. Es ist nicht nur teuer, es sieht auch endlich wieder so aus. Was Steve Jobs nicht gefallen dürfte: Seine iPad-Bestellung hat er storniert. Dafür hat er sein Bücherregal jetzt in der Hosentasche:
Die größte Neuerung bei Apples viertem Wurf sticht einem im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge: das Retina-Display. Mit 960x640 Pixeln ist die Auflösung viermal so hoch wie beim Vorgänger 3GS. Und das bei gleicher Displaygröße. So viel mehr Pixel machen sich auch sofort bemerkbar. Das Ergebnis ist ein Bild, dass so gestochen scharf, kontrastreich und brillant ist, dass die Displays der Vorgängermodelle dagegen richtig unscharf und verwaschen aussehen. Als ich ein paar Minuten mit dem neuen iPhone gespielt hatte, wollte ich das alte eigentlich gar nicht mehr benutzen.
"Alte" Apps wirken noch pixelig
Die Schrift, egal ob in Mails oder auf Webseiten, ist nicht mehr erkennbar aus Pixeln zusammengesetzt und wirkt wie gedruckt. Egal wie nah ich die Augen zum Bildschirm bewegte - die Schrift blieb gestochen scharf. Ein hässlicher Nebeneffekt der höheren Auflösung: Apps, die noch nicht von ihren Entwicklern für diese Auflösung upgedatet wurden, sehen teilweise recht verwaschen und pixelig aus. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihr iPhone Sie demnächst öfter bittet, ihre installierten Apps upzudaten.
Dieses Display hat in meinem Fall einen Effekt, der Apple allerdings ganz und gar nicht gefallen dürfte. Das Lesen darauf ist so komfortabel, dass ich meine Bestellung fürs iPad storniert habe. Das Tablet wäre bei mir vor allem als Lesegerät zum Einsatz gekommen. Mit dem neuen iPhone habe ich aber ein Bücherregal im Hosentaschenformat. Das Display ist so gut, dass Lesen darauf tatsächlich Spaß macht. Stieg Larssons Krimi "Verdammnis" habe ich spontan gekauft und an einem Wochenende fast komplett durchgelesen.
Bessere Fotos, bessere Videos
Abgesehen vom Display ist das vierte iPhone um einiges fixer als seine Vorgänger. Der hauseigene A4-Prozessor sorgt spürbar dafür, dass Schnappschüsse schneller im Kasten sind. Bei den Vorgängern machte Fotografieren ja nicht wirklich Freude. Bilder sahen oft unscharf und verrauscht aus. Die verbesserte Kamera schießt jetzt Fotos mit fünf Megapixeln. Im Dunkeln sogar mit einem LED-Blitz. Bei ersten Probeaufnahmen im Sonnenlicht waren die Motive scharf, die Farben knackig. Weil das Fotografieren jetzt so viel zügiger funktioniert und die Resultate sich sehen lassen können, habe ich mit dem iPhone 4 an einem Wochenende mehr Fotos gemacht als mit allen Vorgängermodellen zusammen. Im Dunkeln schaltet sich der Blitz zu, sorgt aber teilweise für Hauttöne, die sonst nur langjährige Besuche im Solarium zu Tage fördern. 
Die Videofunktion konnte mich dafür umso mehr überzeugen. Clips nimmt das neue iPhone mit 720p, also in High Definition mit 1280x720 Pixeln und bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Die größere Auflösung knabbert dafür auch ordentlich am Speicher. Ein paar Minuten Film belegen so schnell mehrere hundert Megabyte Speicher. Das Bild kann sich allerdings sehen lassen. Mit 30 Bildern pro Sekunde sehen Schwenks und schnelle Bewegungen flüssig aus, die Automatik regelt zügig nach, wenn sich die Lichverhältnisse ändern. Wie auch bei den Fotos merkt man den den Aufnahmen an, dass Apple nicht nur die Auflösung erhöht hat, sondern auch den Bildchip großzügiger dimensioniert hat. Selbst bei starker Sonneneinstrahlung wirken helle Flächen nicht ausgebrannt und dunkle Bereiche haben noch eine Zeichnung. Ein direkter Vergleich mit Kompaktcamcordern wie der Flip Mino steht zwar noch aus. Den Kauf kann man sich allerdings sparen, wenn man zu den Besitzern des iPhone 4 gehört.
FaceTime kann überzeugen
Sowieso bedient Apple mit den neuen iPhone vor allem Videobegeisterte. FaceTime heißt die Videochat-Funktion, die Apple zum neuen Standard für Videotelefonie machen will. Derzeit funktioniert FaceTime allerdings nur zwischen iPhones und nur via Wlan. Dafür überzeugt die Technik. Ein Testanruf lieferte ein flüssiges Bild mit natürlichen Farben und eine enorm gute Sprachqualität. Sogar noch besser als bei "normaler" Telefonie. Der bessere Klang ist aber nicht zuletzt auch der höheren Bandbreite übers Wlan geschuldet. 
Natürlich soll man abseits vom Videochatten mit einem Smartphone auch telefonieren können. Auch hier hat Apple nachgebessert und zusätzlich zum Standardmikro ein weiteres zum Herausfiltern von Nebengeräuschen eingebaut. Im Gehäuse ist es nur als winziger Punkt neben dem Kopfhörereingang zu erkennen. Doch bei einem ersten Test erfüllte das winzige Ding seine Aufgabe mit Bravour. Bei Testanrufen aus einer gut besuchten Bar mit dem iPhone 4 und dem 3GS konnte die Person am anderen Ende der Leitung mich deutlich besser verstehen, wenn ich das neue iPhone nutzte.
Ist nicht nur teuer, sieht auch so aus
Optimiert hat der Konzern aus Cupertino nach eigenen Angaben auch die Laufleistung des Akkus. Der war bisher die größte Schwachstelle des Smartphones und reichte aufgeladen gerade mal für einen Tag. Laut Herstellerangaben liegt die Sprechdauer jetzt bei eingeschaltetem UMTS (3G) bei bis zu sieben Stunden und angeblich sogar 14 Stunden, wenn 3G deaktiviert ist. Als Standby-Dauer gibt Apple ganze 300 Stunden an. Das entspricht sechs bis zehn Stunden Surfen oder 40 Stunden Musikhören. Ob der iPhone-Akku tatsächlich solange im Standby aushält, konnte ich in der kurzen Zeit nicht testen. Allerdings hielt der am Freitagmorgen vollgeladene Akku bis zum Spiel der deutschen Nationalelf am Sonntagnachmittag. Und das, obwohl ich ausgiebig gelesen, gemailt, telefoniert, gesurft und darauf gespielt habe. Eine klare Verbesserung also.
Ich muss gestehen, dass der neue, kühle Look des iPhone 4 mir gefällt. Glas auf beiden Seiten, umfasst von einem Rahmen aus Edelstahl. Kein Chrom, kein Plastikbuckel mehr. Das iPhone 4 ist nicht nur teuer, es sieht auch so aus. Mit dem etwas flacheren Gehäuse und ein paar Gramm mehr Gewicht liegt es gut in der Hand und fühlt sich hcohwertig an. Doch wie bei allen iPhones gilt auch hier: Wer sein iPhone nutzt, der putzt! Und das nicht zu knapp. Schon nach ein paar Minuten ist das Glas übersät mit Fingerabdrücken.
Im Todesgriff
Über die technischen Nachteile des neuen Design hatte ich bereits letzte Woche gebloggt. Auch nach ein paar Tagen tauchten keine gelben Flecken oder Streifen auf dem Display auf. Der "Todesgriff" ließ sich jedoch immer wieder anwenden. Der Empfang brach nie völlig ab, sank aber von fünf auf nur noch einen Balken.
Fazit: Mit dem iPhone 4 hat Steve Jobs sein Erfolgsmodell sinnvoll runderneuert. Es sieht hochwertiger aus, funktioniert schneller, schießt bessere Bilder, dreht bessere Videos, lässt Telefonate klarer rüberkommen und hält länger. Trotzdem stellt sich die Frage, wie Apple in Zukunft mit den bekannten Zipperlein umgehen wird. Ein Modell für Linkshänder dürfte es wohl kaum geben. Trotzdem ist es dem Apple-Boss gelungen, mich wieder für sein Smartphone zu begeistern.
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Kategorie: Getestet
Seit Donnerstag steht das neue iPhone 4 nach den USA auch in Deutschland im Handel. In den USA mehren sich jetzt die Rufe der Kritiker. Einschlägige Blogs berichten von gelben Streifen und Punkten im Display, andere liefern Beweise dafür, dass der Empfang abbricht, sobald man das Apple-Phone in einer bestimmten Weise in den Händen hält. Außerdem soll die neue Glashülle dafür sorgen, dass die Hülle bei Stürzen aus geringer Höhe splittert. Apple gab die Empfangsprobleme derweil schon zu.
Keine Frage: das neue Retina-Display ist konkurrenzlos gut. Eine viermal so hohe Auflösung wie die des iPhone 3Gs (960 mal 640 Pixel). Da müssen HTC und Co. erst einmal nachziehen.
Gelbe Flecken und Streifen im Display
Was viele nicht wissen: Im sogenannten Display des neuen Apple-Phone steckt die gleiche Technik wie in den Bildschirmen der neuen Macbook und iMacs. Und genau wie die neueste Baureihe der iMacs beklagen sich auch erste User über gelbe Streifen auf dem Display. Ein User, der sich offenbar mit dem Apple-Reparaturservice wegen des Problems auseinandergesetzt hat, berichtet, dass die Streifen und Punkte Rückstände vom Fertigungsprozess sein. Genauer: Bei der Bindung der Glasoberfläche auf das Display bleiben bei einigen ausgelieferten Modellen anscheinend Reste zwischen den Oberflächen hängen. Offenbar gibt sich Apple in den USA sehr kulant und tauscht iPhones mit diesem Fehler umgehend aus.
Glashülle angeblich nicht so robust
Das scheint aber nicht das einzige Problem mit dem Display zu sein. Das Apple-Phone ist auf Vorder- und Rückseite mit Glas eingefasst. Angeblich hat Apple das Glas chemisch so behandelt, dass es stabiler als Plastik ist. Laut Hersteller soll das Glas "ultradurable", also extrem strapazierfähig sein. User berichten allerdings davon, dass auf der Glasfläche sehr schnell Kratzer entstehen. Ohne extreme Gewalteinwirkung. Noch schlimmer sieht es aus, wenn man das iPhone 4 aus Versehen fallen lässt. Jeder kennt das: Man fischt das Handy hektisch aus der Hosentasche, es rutscht aus der Hand und knallt auf den Boden. Mein 3GS ist schon mehrmals mit dem Display zuerst auf Fliesen aufgeschlagen. Ohne Kratzer oder Brüche im Display davon zu tragen. Anders beim iPhone 4: Die extreme Spannung im Glas scheint dafür zu sorgen, dass die Oberfläche sehr schnell springt. An den "Genius Bars" in den Apple-Stores scheinen die Mitarbeiter bisweilen ratlos, wie Gizmodo berichtet.
Empfangsprobleme durch Stahlrahmen
Der US-Blog hat außerdem eine ganze Reihe von Videobeweisen von Usern zusammengetragen, die die eingeschworene Apple-Gemeinde vom Upgrade auf das neueste Modell abhalten könnten. Das Problem: Hält man das iPhone 4 in seiner linken Hand, mit drei Fingern an der rechten Seite und Handballen und Daumen an der linken Seite, so verschlechtert sich der Empfang zusehends. Teilweise bricht die Verbindung komplett ab. Offenbar gilt das sowohl für das Telefonieren sowie die Datenverbindungen. Unter den Einsendungen finden sich auch Videos von deutschen Usern. Zum Hintergrund: Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ist das iPhone 4 von einem Stahlrahmen eingefasst, der zum einen das Telefon wie ein Chassis zusammenhält, zum anderen als Antenne dient. Greift man das iPhone also an bestimmten Punkten, verschlechtert man so die Leitfähigkeit des Metalls und damit die Empfangsqualität. 
In einem ersten, völlig unwissenschaftlichen, Test mit einem iPhone 4 mit 32 GB und T-Mobile als Carrier in der Hamburger Innenstadt, fiel bei mir die Verbindung von fünf Balken auf zwei, brach aber nicht komplett ab. Ein Apple-Mitarbeiter erklärte mir heute, dass das Problem behoben sei, wenn man über den Rahmen eine der sogenannten "Bumper"-Hüllen ziehe, die keinen direkten Hautkontakt mehr zulasse. In der Tat: Als das iPhone den Plastikring trug, ließ sich der Fehler nicht wiederherstellen. Der US-Blog Gearlog geht in einem Post ausführlich auf den sogenannten "Todesgriff" ein. Darin relativiert der Autor die Empfangsprobleme. So sei es auch bei Palms Smartphone Pré möglich, durch eine bestimmte Griffweise den Empfang zu verschlechtern.
Apple reagierte in der Zwischenzeit mit einem "halbwegs" offiziellen Statement. Demnach leide jedes Handy bzw. Smartphone unter Verbindungsproblemen, wenn man es in einer bestimmten Position hält. Man solle vermeiden, dass Gerät in der unteren linken Ecke anzufassen oder aber eine der vielen Hüllen verwenden. Apple-Boss Steve Jobs antwortete ebenfalls in gewohnt knackiger Art: "Es ist ein Problem. Aber halt es einfach nicht in dieser Position."
Streifenbildung bzw. gelbe Punkte auf dem Display sind mir bei meinem Testgerät bisher nicht aufgefallen. Abgesehen davon habe ich aber auch nicht vor, das schmucke Dinge zu Testzwecken auf den Zimmerboden krachen zu lassen...
Bilder via Gizmodo
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Drei Millionen verkaufte iPads in 80 Tagen. Der Großteil allerdings noch in den USA. Einen Monat lang habe ich das Apple-Tablet in allen Lebenslagen getestet und dabei keine Rücksicht auf die Technik genommen. Egal, ob am Frühstückstisch, in der vollbesetzten U-Bahn, am Strand, im Flugzeug oder im ICE: Die Flunder musste mit. Und machte dabei einige unerwartete Entdeckungen. Mein Fazit: Deutsche, kauft mehr iPads!
Ein Monat mit dem iPad. Ein Monat mit diesem Ding, dass einige die "Wunderflunder" nannten, andere die "Rettung für die Printbranche" prophezeiten. Zu Lande, zu Wasser, auf den Gleisen und in der Luft habe ich das Apple-Tablet getestet. Aber der Reihe nach.
Bevor mir das Testgerät (iPad 3G mit 64GB) ausgehändigt wurde, war ich mehr als skeptisch. Zu schwer in den Händen, zu beschränkt in seinen Funktionen, zu wenig kompatibel zu USB-Geräten etc. war es mir. Und außerdem: Was soll man schon mit einer aufgeblasenen Version des iPhones? Meine Zweifel waren nach ca. zehn Minuten vollends verflogen. Natürlich erinnert das iPad an das iPhone, natürlich funktioniert es über Apps. Aber der Umgang mit der Technik, die Art und Weise Apps zu steuern oder darauf Medien zu konsumieren, entscheidet sich grundlegend vom iPhone. Das hat vor allem mit dem Display zu tun. Im Note- und Netbookbereich ist mir in den letzten Monaten bzw. Jahren kein Bildschirm untergekommen, der Farben so brillant und kontrastreich wiedergibt. Auch Sony mit seinen hervorragenden Vaio-Display muss da zurückstecken. Ein großes Manko allerdings: Genau wie beim ersten iPhone-Display ist man ständig bemüht, Fingerabdrücke und Schlieren von der Oberfläche zu polieren. Das wird auf Dauer recht nervig. Entspiegelte Folien schaffen da Abhilfe.
Die Bedienung
Die Bedienung der iPad-Apps verhält sich anders als beim kleinen Bruder iPhone. Während man auf dem Smartphone-Display beinahe alles mit dem Daumen kontrolliert, nutzt man beim iPad meist mehrere Finger oder gleich beide Hände. So auch beim Tippen von E-Mails. Womit wir bei der virtuellen Tastatur angelangt werden. Die taugt fürs rasche Tippen einer kurzen Antwort allemal. Diesen Blogtext würde ich allerdings auf der Glasfläche nicht so schnell heruntertippen können, wie auf einer normalen Tastatur. Das mag zum einen Gewohnheit, zum anderen der Tatsache geschuldet sein, dass die virtuelle Tastatur sehr viel mehr Präzision beim Tippen erfordert.
Der Akku
Was habe ich nicht schon über die Akkuleistung meines iPhones geflucht. Bei ständiger Benutzung hält der nämlich maximal einen Tag. Beim iPad hat Apple kräftig nachgebessert. Bei gelegentlichem Surfen, schnellen Spielen zwischendurch und Lesen einiger Seiten in iBooks hält das Gerät problemlos drei Tage und mehr. Zwei bis drei Filme bei aufgeladenem Akku sind ebenfalls kein Problem.
Wlan und UMTS
In den USA häufte sich kurz nach dem Verkauffstart die Kritik an der Emfpangsqualität des iPads. In ersten, rein unwissenschaftlichen, Tests verlor das iPad schneller das W-Lan-Signal als das iPhone oder ein Macbook. Gleichzeitig erkannte es auch weniger Access-Points als ein Macbook. Die Erfahrung habe ich mit meinem Testgerät nicht gemacht. Allerdings bezog sich die Kritik auf das iPad Wifi. Die UMTS-Fähigkeiten hängen natürlich auch von der Netzabdeckung des Carriers ab. In meinem Fall Vodafone. In meinem Fall war die Verbindung überall ausreichend schnell. Verbindungsabbrüche gab es nur selten. Egal ob in der Bahn, im U-Bahn-Tunnel, am Strand oder im Café. Einer der großen Vorteile gegenüber Note- und Netbooks: Das iPad ist sofort einsatzbereit. Kein Booten, kein Einloggen, nur die Bildschirmsperre aufheben und losgooglen.
Lesen auf dem Tablet
Ich muss es jetzt einmal sagen: Danke, Onkel Steve! Seitdem ich das iPad besitze, ist nämlich etwas passiert, mit dem ich nicht im Geringsten gerechnet hatte. Dieses kleine Ding hat mich wieder zum Lesen gebracht. Ich meine damit nicht E-Mails oder Nachrichten, sondern Bücher. Was als kleine Testlektüre begann, endete in einem nächtelangen Lesemarathon. Der Vorteil gegenüber analogem Lesestoff: Dank der Hintergrundbeleuchtung kann man auch in völliger Dunkelheit lesen. Meinem Empfinden nach ist das Tablet nicht so schwer, wie viele Kritiker meinten. Immerhin halte ich ja auch kein Buch in einer Hand und blättere mit derselben Hand die Seiten um. Das Kontrastverhältnis ist so gut, dass auch bei direkter Sonneneinstrahlung Texte lesbar bleiben.
Und auch das Lesen von Texten im Netz macht wieder Spaß. Denn ein Tablet hat einen gewaltigen Vorteil: Ich kann mich zurücklehnen. Das Lesegefühl ist ein völlig anderes, wenn ich mich nicht zum Bildschirm hinbeugen muss. Ein Kollege berichtete, dass er jetzt schon um 22 Uhr die "Süddeutsche Zeitung" von morgen als Pdf lesen kann. Und gerade Magazine wie "Wired" oder "Time" nutzen im Gegensatz zu den Apps der "Welt" oder des "Spiegels" die volle technische Bandbreite, die ein Tablet bietet. Direkt in den Texten lassen sich Videos abspielen, 3D-Modelle von allen Seiten betrachten oder Zwischenstopps einer Reiseroute mit den Finger nachfahren. Ein völlig neues Leseerlebnis. Zumindest, wenn man das Endgerät in seinen Fingern hält und nicht in einen Bildschirm starrt.
Surfen ohne Flash
Bei den täglichen Reisen durch die deutsche Netzwelt hat mich das iPad überrascht. Ich ging davon aus, dass es Apps braucht, um Content vernünftig konsumieren zu können. Weit gefehlt. Selbst Fotostrecken lassen sich komfortabel durchklicken. Per Doppelklick auf den gewünschten Bereich vergrößert das iPad Spalten auf Bildschirmgröße. Dass kein Flash unterstützt wird, fiel mir weniger bei den Angeboten der Nachrichtenportalen auf, als bei YouTube. Während Spiegel Online, Zeit Online und stern.de auf das appletaugliche HTML5 für ihre Videos umgestellt haben, waren viele YouTube-Clips, die am Rechner angezeigt werden, auf dem iPad nicht abspielbar.
Gaming auf dem iPad
Kurz gesagt: Spielen auf dem iPad ist eine sehr "spezielle" Angelegenheit. Mit Gaming auf Spielekonsolen oder dem PC hat das recht wenig zu tun. Die Spiele sind, genau wie auf dem iPhone und iPod touch, auf die Bedienung mit dem Finger ausgerichtet. Das macht bei Klassikern wie Worms oder Command&Conquer richtig viel Spaß, gestaltet sich aber bei Rennspielen wie NeedforSpeed überaus umständlich. Geschmackssache.
Kinderkrankheiten
Jeder Apple-Fan weiß eigentlich: Kaufe kein Applegerät der ersten Generation. Leidet das iPad also an den appeltypischen Zipperlein? Ja, ein wenig. Nach einigen Minuten am Strand bei direkter Sonneneinstrahlung schaltete sich das Gerät wegen möglicher Überhitzung aus. Außerdem beendeten einige Apps aus unerfindlichen Gründen ihren Dienst. Ob das an den Programmen selbst lag oder ein Fehler im Betriebssystem ist, kann ich nicht beantworten. Allerdings sollte Apple an der Hitzeabfuhr der nachfolgenden Generation arbeiten. Immerhin will man sein Tablet ja auch im Freien benutzen.
Welches Zubehör braucht man unbedingt?
Wer seinen iPad ohne Kratzer und Macken durch den Sommer bringen will, kann ohne Bedenken zum iPad Case greifen. Damit gewinnt man zwar keinen Schönheitspreis, mit einigen Handgriffen taugt es aber als angewinkelte Knieauflage oder umgedreht als Ständer, wenn Freunde oder Kollegen mitbekommen sollen, was auf dem Bildschirm passiert. Wer nicht alle paar Stunden das Display polieren will, sollte allerdings den Onlineshop seines Vertrauens aufsuchen und eine Displayfolie bestellen. Das Camera Connection Kit kann durchaus sinnvoll sein, hat mir in den ersten Wochen allerdings nicht gefehlt. Immerhin bearbeite ich meine Bilder am Rechner, bevor ich mir Sie auf dem iPad anschaue.
Welche Apps sind unverzichtbar?
Wer nicht ohne seine RSS-Feeds leben kann, dem sei die App "Reeder" ans Herz gelegt. Das Tool greift auf die Daten des Google Readers zurück. Feeds lassen sich in Gruppen sortieren, Texte werden optisch ansprechend präsentiert. Wer gerne Filme und Serien schaut und nicht jedesmal die Clips konvertieren und auf dem iPad speichern möchte, sollte einmal "Air Video" testen (den Link und weitere iPad-Tricks gibt es hier). Per Server-Client-Lösung wird der Filmeordner auf dem Rechner einfach freigegeben, die iPad-App selbst konvertiert dann on-the-fly jedes Videoformat über Wlan und zeigt die Videos ruckelfrei in guter Qualität an. Wer mit Stil einkaufen will, kann sich noch "MeinProspekt" oder "KaufDA" runterladen. Per GPS ermitteln die Apps den Standort des Users und die entsprechenden Supermärkte und Möbelhäuser im Umkreis. Prospekte werden dann in entsprechenden Rubriken unterteilt und können, wie bei einer Fotogalerie, durchgezappt werden.
Fazit: Das iPad ist Luxus. Man braucht es nicht. Doch wenn man es besitzt, machen Surfen im Netz, Lesen und Filme schauen umso mehr Spaß. Es ist kein Gerät, dass Sie zum Zeichnen animiert oder die Kreativität fördert. Es ist ein Konsumgerät, mit dem Lesen, Surfen und Filmeschauen einfach noch mehr Spaß machen.
Zum Schluss möchte ich doch noch eine, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte, Frage in den Raum werfen:
Ist Deutschland bereit für das iPad?
Meine Erfahrungen sind gemischt. An Bord eine Air-Berlin-Maschine bat man mich, das iPad auszuschalten. Und das, obwohl es sich schon im Flugmodus befand. Die Erklärung, dass ich doch gerade nur ein Buch lesen würde, half nichts. Mein Sitznachbar musste sein analoges Buch derweil nicht zuklappen. Ganz anders, und zu meinem Erstaunen, bei der Deutschen Bahn. Testhalber druckte ich mein Ticket nicht aus, sondern öffnete das Pdf lediglich auf dem iPad. Das Abscannen funktionierte problemlos. Zum Glück hat mir die freundliche Schaffnerin kein Loch ins Display gestanzt...
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Kategorie: Getestet
Ab heut steht das neue iPhone-Betriebssystem zum Download bereit. Dank iOS 4 mutiert das iPhone zum Mikro-iPad, und die iFamilie bekommt das längst überfällige Multitasking. Doch während Apple mit dem Facelift gewinnt, verlieren User und Entwickler: Apps dürfen nicht mehr plattformübergreifend produziert werden, ältere Apple-Geräte bekommen nicht den vollen Support, Apps greifen stärker auf Ihre Daten zu, iAd wird für eine Werbeschwemme sorgen.
"Liebling, ich habe das iPad geschrumpft!" So lassen sich die Neuerungen des iOS 4 wohl am besten beschreiben. Denn das iPhone wird in Zukunft nützliche Features des iPads besitzen. Vorab die wichtigsten Neuerungen:
- Multitasking: Was andere Smartphone-Hersteller schon länger in Ihre Systeme integriert haben, wird bald auch bei iPhones zum Standard.
- Rechtschreibprüfung
- Unterstützung für ein Bluetooth-Keyboard
- eigene Wallpaper (war vorher nur mit Jailbreak möglich)
- Fokussieren während der Videoaufnahme (funktionierte zuvor nur bei Fotoaufnahmen)
- Erstellung von Playlisten auf dem iPhone, iPod touch und iPad
- Möglichkeit, Apps in Ordnern zu sortieren
- verbessertes Mailing: Zwischen verschiedenen Postfächern kann schneller gewechselt werden
- iBooks (Apples Bücher-App für das iPad) kommt auch auf das iPhone und den iPod touch
- ein Gaming-Areal (ähnlich wie das Playstation Network oder Xbox Live) namens Game Center kommt auf iPhone, iPod touch und iPad. Damit sollen sich Spielstände verwalten und Ranglisten erstellen lassen
Außerdem hat Apple Programmierern mit dem neuen Development-Kit mehr Zugang zum iPhone gegeben. Damit können sie jetzt auf den Kalender und die Fotodatenbank zugreifen. Außerdem lassen sich Apps mit dem neuen OS zwischenspeichern. Verlässt der User die App, um beispielsweise zu telefonieren, kann er danach wieder auf denselben Speicherstand zurückgreifen. Das Update installiert sich auf Wunsch automatisch, wenn Sie Ihr iPhone mit iTunes synchronisieren.
Apple knebelt Entwickler
Nicht wirklich freuen werden sich viele Programmierer über die Tatsache, dass der Code für eine App künftig nur noch in C, C++ und Objective-C geschrieben werden darf. Das erschwert Entwicklern die Arbeit enorm, können sie doch nicht mehr gleichzeit eine App für mehrere Systeme entwickeln. Bisher war es möglich, Apps zu programmieren und mit Tools wie Phonegap, Appcelerators Titanium oder Monotouch für das iPhone OS umzuwandeln.
Das verbietet Apple nun. Der Tech-Blogger John Gruber vermutete nach der Vorstellung der Software einen Zusammenhang zwischen den neuen Lizenzbedingungen und der kurz vor der Veröffentlichung stehenden Adobe Creative Suite 5 von Adobe. Die Software ermöglicht über einen Trick die Umwandlung von Flash-Anwendungen für iPhone OS. Wie wir wissen, lässt Jobs keine Möglichkeit aus, Flash zu verteufeln.
Ältere Geräte sind zu schwach für Multitasking
Das waren die guten Nachrichten. Die erste schlechte Nachricht: In den Genuss der digitalen Frischzellenkur kommen leider nur der neue iPod touch und das iPhone 3GS. Das iPhone 3G sowie das erste Apple-Smartphone bekommen kein Multitasking. Und das, obwohl sich Apple-Boss Steve Jobs während der Keynote gewohnt selbstsicher gab: "Wir sind nicht die ersten, die dieses Feature einbauen, aber wir werden es am besten umsetzen." Den Support für die älteren iPhones schließe man wegen "hardware limitations" aus. Allerdings unterstützt die Hardware Multitasking. Der eigentliche Grund: Die älteren Modelle sind ein wenig schwach auf der Brust, besitzen sie doch nur 128 MB Arbeitsspeicher. Demnach würde das "Switchen" zwischen einzelnen Apps enorm verlangsamt. Trotzdem wäre die Möglichkeit, das Feature in den Systemeinstellungen an- oder abzuschalten, durchaus wünschenswert.
Die zweite schlechte Nachricht: iAd. Mit dem In-App-Werbetool bietet Apple Programmierern kostenloser Software die Möglichkeit, Werbung innerhalb der Apps zu schalten. Mit einer Verteilung von 60/40 wird der Konzern dafür an den Werbeeinahmen beteiligt. Programmierer können also ohne eine eigene Werbe-Abteilung Werbeeinahmen generieren. Aus unternehmerischer Sicht durchaus sinnvoll. Aus Usersicht allerdings überhaupt kein Schritt nach vorne. Software und Spiele waren bisher größtenteils werbefreier Raum. Außerdem schließt Apple nicht aus, dass auch Bezahl-Apps iAd verwenden dürfen. Und immerhin haben Sie Ihr iPhone ja nicht kostenlos erstanden, oder? Sie haben viel dafür bezahlt oder finanzieren es immer noch monatlich über Ihre Handyrechnung. Warum sollten Sie sich also jetzt 1/8 Ihres Bildschirms wieder wegnehmen lassen?
Fazit: iOS 4 kommt mit längst notwendigen Features, netten Gimmicks, lässt aber die älteren Geräte dank schlechterem Support langsam auslaufen. Immerhin einen Wunsch hat Steve mir erfüllt. Endlich kann ich mein iPhone zusammen mit einer Bluetooth-Tastatur als Mikro-Netbook benutzen. Ohne Jailbreak. Was Apple allerdings ärgern dürfte: Kaum wurde iOS 4 im April vorgestellt, schon war es geknackt. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung wurde bereits der erfolgreiche Jailbreak bekannt gegeben. Hier der Videobeweis.
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