Von einem „moment of historic drama“ spricht die „New York Times“, „Jitter go global“ schreibt das „Wall Street Journal“. Die taumelnden Finanzmärkte sorgen für Untergangsstimmung, auch in Europa.
Was aber in keiner Zeitung steht: die Medien sind vom Crash massiv selbst betroffen. Und die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf die USA, sie gehen rund um den Globus. Für das deutsche Mediengeschäft heißt das: die ohnehin trüben Aussichten sind in den letzten Tagen noch ein Stück schlechter geworden.
Egal, ob der Banken-Rettungsplan im US-Kongreß doch noch eine Zustimmung findet oder ob noch die eine oder andere deutsche Bank mit in den Strudel gerissen wird, der Schadensfall ist eingetreten. Zu den strukturellen Problemen der Branche mit der Digitalisierung kommt jetzt noch eine handfeste Wirtschaftskrise hinzu. Fasten your seatbelts!
Konkret für die Medienbranche heißt das:
Das ist alles ziemlich ernüchternde Aussichten. Aber es bleibt der Trost: Keine Krise ist von Dauer. Es wird auch wieder bergauf gehen – aber erst einmal kommen ein oder zwei verdammt harte Jahre auf uns alle zu.
02.10.08 15:36
Helge Steinmann Web-Site
Schätzungsweise wird einfach nur eine Anpassung an die Realität eintreten. So ähnlich wie in der Musikbranche auch. „Ideen nach vorne” - die Commerzbankkampange hats schon vorausgesehen. Ärgerlich an dem Ganzen ist nur, dass Menschen darunter leiden werden, die nichts für schlechtes Management und Blöff können. Wie immer eigentlich. Verhungern wird aber hier immer noch niemand. Von daher nachdenken und sein Ding machen, sofern man weiss, was das ist.
01.10.08 19:26
Petra Stock
Ich glaube, Dirk Manthey übertreibt, wenn er auch von Verlusten in der Internet-Branche ausgeht. Natürlich wird sich auch dort das Wachstum verlangsamen, aber Internet wird das Winner-Medium bleiben.
01.10.08 18:27
Helma Finkenauer-Linnerth
Sowohl Herr Koch als auch Herr Hansen haben recht. Denn: wir haben wohl ein Problem, das aber nicht aus dem Schlechtwetter herbeigeredet werden soll. Es ist seit Jahren in den dunklen Wolken über uns herumgetragen worden. Und es gibt jetzt eine "gute" Gelegenheit, sich dieser schweren Wassertropfen zu entledigen. Wie gut, wenn man dennoch mutig, innovativ und nach vorne gerichtet sein darf. Das sollte unsere Branche doch hinkriegen.
01.10.08 17:48
Thomas Koch
Dirk Manthey hat Recht. Es bringt uns alle nicht weiter, wenn wir weiter beschönigen. Erinnern wir uns an die Aussagen zur Stabilität der Banken noch vor ein paar Wochen... Es geht auch nicht darum, den Teufel an die Wand zu malen, sondern sich auf das vorzubereiten, was mit großer Wahrscheinlichkeit auf uns zu kommt: Ein Problem.
Kopf hoch
Thomas Koch
01.10.08 17:23
Ralf E. Hansen
So wie man Schönwetter in den Medien oft genug herbeigeredet hat (es ist oft genug gelungen), so kann man natürlich auch Schlechtwetter herbeireden. Dunkle Wolken am Horizont sind aber kein Garant für Unwetter. Die geschilderten Gründe für die Vorhersage kann keiner leugnen, indes muss es nicht so kommen. Es kommt dann zu der Prognose von Herrn Manthey, wenn in den nächsten Wochen sämtliche Medien diese Negativblasen immer und immer wieder posaunen. Ich glaube an die Kraft der deutschen Medien. Es ist möglich, die jahrelangen teils unseriösen Machenschaften der Banken und die jetzigen Auswirkungen zu begrenzen.
Gott zum Gruße
Ralf E. Hansen

Dirk Manthey
ist Herausgeber von MEEDIA. Er hat früher die Verlagsgruppe Milchstraße ("TV Spielfilm", "MAX", "Fit for Fun") gegründet und lebt heute in Kalifornien.
07.10.08 15:21
Christian Schmitt Web-Site
[...] Die Branchen-Auguren geben sich zur Zeit allerdings recht bearish, aber das liegt auch im allgemeinen Trend – Beispiel Dirk Manthey, Gründer der Verlagsgruppe Milchstraße, jetzt Herausgeber von meedia. Seine Thesen fasst er in einem Beitrag zusammen mit der Überschrift „Was das Bankenbeben für das deutschen Mediengeschäft bedeutet.” Zitat: „Was aber in keiner Zeitung steht: die Medien sind vom Crash massiv selbst betroffen. Und die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf die USA, sie gehen rund um den Globus. Für das deutsche Mediengeschäft heißt das: die ohnehin trüben Aussichten sind in den letzten Tagen noch ein Stück schlechter geworden. Seine Prognose: weniger Werbung gleich größere Löcher in den Auftragsbüchern gleich Rabattschlachten ungeahnten Ausmaßes. Und außerdem: weniger Umsatz gleich engerer Gürtel gleich „Pleiten- und Entlassungswelle“ [...]