Es ist weder wirklich innovativ noch überzeugte es die meisten Kommentatoren, dennoch ist es ein voller Erfolg. Am gestrigen Mittwoch startete die VZ-Gruppe (StudiVZ, SchuelerVZ, MeinVZ) für alle drei Plattformen den neuen Zwitscher-Dienst "Buschfunk" und bereits wenige Stunde später verkündete VZ-CEO Markus Berger-de León stolz: "Twitter kommt auf rund 5000 Nachrichten pro Minute. Alleine SchuelerVZ dagegen hat jetzt schon 12.000 Pro Minute."
Die Zahlen, die der VZ-Chef verkündete, hatten den Stand Mittwoch15.00 Uhr. Die Zugriffe sollen im Laufe des Tages sogar noch zugenommen haben. "Insgesamt kamen wir am gestrigen Tag auf über vier Millionen verschickte Nachrichten", sagte Unternehmenssprecher Dirk Hensen.
Damit beweist die Holtzbrinck-Tochter beeindruckend ihre enorme Markmacht. Denn trotz der hohen Wachstumsraten von Wer-kennt-wen.de aber auch von Facebook, verfügen die Berliner mittlerweile über 14 Millionen Mitglieder, die offenbar sehr aktiv die Angebote des Social Networks nutzten.
Das neue Tool Buschfunk funktioniert wie der US-Microblogging-Dienst Twitter: Die Mitglieder der drei VZ-Angebote können ihren Kontakten jetzt mitteilen, was sie gerade machen. Wie beim US-Vorbild liegt das Limit bei 140 Zeichen.
Der große Vorteil des Buschfunks liegt darin, dass sich die Mitglieder der Community nicht erst ein neues Netzwerk aufbauen müssen, was bei Twitter nötig wäre, sondern jetzt einfach ihre bereits bestehenden Kontakte und Freunde mit VZ-Tweets bombadieren können. Zu welch einer Sogwirkung die kurzen 140 Zeichen-Nachrichten fähig sind, werden die meisten Twitternutzer gerne bestätigen. Der US-Dienst begeistert gerade weltweit immer mehr Nutzer.
Die VZ-Gruppe löst mit dem neuen Angebot zwei interne Probleme auf einmal. Zum einen ist es den Berliner offenbar gelungen, ein neues Feature zu starten, dass die Mitglieder wirklich mögen und die Motivation erhöht, wiederzukommen. Zum anderen peppt die Plattform endlich ihr Startseite auf: "Sie war schon seit langem die Achillesferse der Plattform. Während viele andere Social Networks auf dynamische Newsfeeds setzen, präsentierte StudiVZ seinen Mitgliedern nach dem Einloggen bisher im Prinzip nichts außer Werbung", schreibt Martin Weigert von Netzwertig.com. "Mit dem Buschfunk ändert sich dies, weshalb zu erwarten ist, dass die neue Funktion bei den Mitgliedern schnell Anklang finden wird."
07.05.09 17:06
Roland Panter Website
Das ist interessant, wie schnell die VZ-Macher hier Erfolge veröffentlichen.
Beide Angebote sind aus meiner Sicht jedoch nicht wirklich mit einander zu vergleichen. Vielleicht ist innerhalb der VZ-Gruppe die Frequenz höher, mit Sicherheit aber nicht die globale Vernetzung. Dennoch wird es die Akzeptanz der Microblogging-Dienste erhöhen.
Lassen wir uns überraschen, wie es weitergeht.
07.05.09 15:56
Hans Dampf
Abwarten!
Es ist in meinen Augen die anfängliche Euphorie der Userschaft, die an einem langweiligen Internetnachmittag plötzlich etwas neues vorgesetzt bekam. Es ist nun wirklich nicht schwer da für kurze Begeisterung und einen Anstieg der Aktivität zu sorgen. Die Neugier siegt ja letzten Endes doch und wenn man sich erstmal mit dem Kollegen festgequasselt hat, schreibt man auch schon mal ein bisschen mehr als gewöhnlich. Ich kann das Ganze nur belächeln, denn es dürfte wohl so sicher wie das Amen in der Kirche sein, dass diese Zahlen nicht auf Dauer gehalten werden können. Twitter bleibt auch weiterhin Marktführer im Microblogging.
Der Vergleich hinkt ohnehin vorne und hinten. Die Meldung á la "Wir haben Twitter geschlagen" wirkt etwas albern, wenn man bedenkt, dass die meisten User den Buschfunk wie einen Chat benutzt haben. Das wäre als wenn ein großes Portal mit vielen Mitgliedern nun plötzlich einen Chat einbauen würde und anschließend stolz verkündet, wieviele Messages pro Minute abgeschickt wurden. Mit Twitter und der Weise wie dieses genutzt wird, hat das herzlich wenig zu tun.
Ich für meinen Teil habe meine Startseite bereits dank Adblock von Buschfunk entfernt.
07.05.09 17:36
Jan Eberl Website
Kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Facebook prahlt auch nicht damit, wie oft die User ihr Statusfeld aktualisieren.
Zumal der Buschfunk nichts mit dem Twitter-Prinzip gemein hat. Durch direktes Antworten, Retweeten oder private Nachrichten eignet sich Twitter dazu, sein Netzwerk auszubauen, sowie von Zeit zu Zeit in andere Netzwerke vorzustoßen, um das Eigene zu erweitern.
Der Buschfunk ist ein in sich geschlossenes System, mit dem man lediglich innerhalb seiner Freundesliste kommuniziert. Der Vergleich hinkt daher ein wenig.
Also bitte nicht Äpfel mit als Erdbeeren getarnten Birnen vergleichen.