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Dienstag 19. Januar 2010 12:19

Basic-Ausverkauf: Langsam wird`s nervig

Mit solch kruden PR-Stunts verspielt Robert Basic so langsam seine gesamte Web-Reputation: Fast vier Wochen lang versuchte der Ex-Blogger erfolglos seinen Twitter-Account zu verkaufen. Mit Kaeuferportal.de fand der Usinger jetzt doch noch einen Käufer. Anstatt jedoch einen glatten Deal abzuwickeln, fädelte Basic ein kurioses Rückwärts-Geschäft ein. Das Berliner Start-up kaufte für einen fünfstelligen Betrag das Zwitscher-Konto und schenkte es zwei Stunden später wieder an Basic zurück.

Mit dem Käuferportal und Basic haben sich immerhin zwei gefunden, denen es vor allem um eins geht: Aufmerksamkeit.

Diesen Umstand geben beide Parteien offen zu. So begründete der Ex-Blogger den Verkauf damit, dass er für sein Projekt Buzzriders "Finanz- und Sachmittel" aber auch "Buzz", also PR, brauche. Seit rund einem Jahr arbeitet der Hesse bereits an dem Projekt und noch immer ist nicht abzusehen, wann das Lokal-Angebot online gehen wird. Im Laufe der Monate geriet der einst omnipräsente Star-Blogger und seine ehrgeizigen Pläne immer mehr in Vergessenheit. PR-technisch war der Account-Verkauf sein Comeback.

Für die Reputation wird es langfristig allerdings nicht zuträglich sein, dass Basic nicht mehr mit konkreten Taten oder Texten in Erscheinung tritt, sondern nur noch mit Netz-Auktionen. Nach seinem Blog- und seinem Zwitscher-Konto stellt sich unweigerlich die Frage: Was wird als nächstes verkauft Das VZ- oder das Facebook-Profil?

Alleine die Bekanntmachung der Aktion fand im Web ein überwiegend kritisches Echo. In den Kommentaren zu seiner Verkaufsankündigung wird Basic unter anderem als "Social-Media-Nutte" beschimpft. Basic waren solche Einwürfe bislang weitgehend egal: Für ihn zählte nur der PR-Effekt. Aus dieser Perspektive war auch dieser Stunt wieder ein voller Erfolg: über den Deal wird berichtet. Allerdings nehmen die kritischen, fast schon mitleidigen Untertöne zu.

Auch das Kaeuferportal.de braucht dringend PR. Selbstkritisch gibt man zu, noch nicht "voll auf den Social Media Zug aufgestiegen" zu sein. Die offizielle Erklärung für den Kauf der Berliner: „Seit eineinhalb Jahren vernetzt Kaeuferportal.de erfolgreich lokale Unternehmen und Anbieter. Dabei haben wir den Erfahrungswert gemacht, dass es immer wichtiger wird, im World Wide Web Angebote mit lokalem Bezug anzubieten", sagt Geschäftsführer Robin Behlau. "Buzzriders möchte genau diese Idee umsetzen und wir sind uns sicher, in Zukunft durch eine intensive Kooperation mit Robert diese Entwicklung voranzutreiben.“ Die Berliner sehen sich selbst als Sponsoren des neuen Basic-Projektes.

Mit seinen PR-Stunts ist es Basic immerhin gelungen, zwei deutsche Rekorde aufzustellen: Sein Blog- und auch sein Twitter-Verkauf sind wohl die teuersten Deals ihrer Art, die es bislang in Deutschland gab.

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Letzte Kommentare

Anzeige: 1 - 8 von 8

22.01.10 22:10

Sebastian Winkelmann Website

Es wird drüber geredet – das reicht als Begründung für die Aktion schon aus. Eine super ethische Aktion wäre zwar ersteres, hätte aber garnicht gestarter werden müssen da niemand von ihr erfährt.

Und von Reputation allein kann man sich nichts kaufen, bzw. bezweifle ich das diese – ausgehend vom "Startwert" – sich negativ stark verändert hat.

20.01.10 09:38

Old Economist

Zwei Dinge:

Erstens finde bzw. fand ich schon den Hype um Basics Blog-Verkauf befremdlich: Dass eine ganze "Branche" diesen Deal als Durchbruch gefeiert hat ("Hier ist der Beweis: Man kann mit bloggen Geld verdienen!") zeigt ihre Armut: Circa 50.000 Euro! Mein Gott! Das ist in etwa die Ablöse für einen gut laufenden S-Bahn-Kiosk oder eine etablierte Döner-Bude! Ich würd diese ganzen Laptop-Bagage jedesmal am liebsten aus Ihren Cafes prügeln, wenn ich durch Mitte laufe...

Zweitens: Die Basic-Geschichte, wie sie jetzt gelaufen ist, zeigt einmal mehr, dass es bei PR eben NICHT in erster Linie um "Buzz" geht. PR als reines Publicity-Modell ist überholt, weil dumm und kurzsichtig. PR ist viel mehr. Das hier ist Marktschreierei und zeugt von einem simplen Kommunikationsverständnis, wie es Werber und Marketer haben, wenn sie von Paid und Free Media schwadronieren - dem Untergang geweiht.

20.01.10 01:11

Robert Basic

Alexander, bist Du nun auch in der Online-Reputations-Mess-und-Gelaber Branche unterwegs neuerdings? Buhh... muss ja wichtig sein:)

19.01.10 17:35

Alexander Becker Website

@Vorname Nachname
Ohne Quellen-Angabe oder weitere Informationen kann ich mit schlecht den Text ändern.

Danke & Gruß
Alexander Becker (MEEDIA)

19.01.10 17:15

Vorname Nachname

Hallo!

Ich habe schon mal mehr Geld bezahlt für einen Twitter-Account. Summe darf ich aber nicht nennen. Bitte Meldung korrigieren.

...

Unfassbar lächerlich.

19.01.10 14:55

Michael Schmid

Vielleicht sollte man mit Mr. Basic das einzige tun, was der gesunde Menschenverstand jedem Redakteur gebieten sollte: Einfach Ignorieren und nicht darüber berichten ;)

19.01.10 14:45

Tobias Bischoff Website

Ich glaube ja nichtmal daran das da überhaupt ein einziger EUR zwischen den beiden Parteien geflossen ist - warum auch.

19.01.10 13:28

Peter Lucius Website

Liebe macht blind. Die Liebe zum Geld erst recht.

Ich sehe in basic sinking nichts Übles, außer, dass wieder mal ein Versuch gescheitert ist, mit einer an sich guten Sache Geld zu verdienen.

Hier fehlt, wie andernorts auch, einfach eine gesunde Verbindung zwischen Wollen und Können.

Schade eigentlich.

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