Auch in der Deutschen Web-Szene ist das US-Blog TechCrunch ein Star. Seit Beginn des Web 2.0-Booms war es die größte Ehre für ein einheimisches Start-up von den US-Amerikanern wahrgenommen zu werden. Keiner hat bessere Insider-Infos als das Team um Chefredakteur Michael Arrington, kein Rivale ist schneller und kein Blog-Konkurrent verdiente mehr Geld. Schon immer heißt es auf Kongressen und in Teeküchen: Es fehlt ein deutsches TechCrunch. Eine verlockende Vision. Doch fünf Gründe sprechen dagegen.
Alle fünf Gründe sind nur eine Standortbestimmung. Ich bin der Erste, der begeistert und möglichst schnell einen zweiten Text-Teil nachschiebt. Diesmal sollte die Überschrift lauten: Fünf Gründe, warum das deutsche TechCrunch funktioniert hat.
01.10.10 15:08
Lukas Weiser
Herr Becker,
ganz allgemein: Bitte lesen Sie, was Sie schreiben - egal, ob es sich um einen Artikel oder nur um einen Kommentar handelt - zumindest einmal gegen. Ihre Texte strotzen nur so vor Fehlern jeglicher Coleur.
Es ist eine Qual, ihre Ergüsse zu lesen. Tut mir leid!!!
01.10.10 09:59
Joel Kaczmarek
Hallo Alexander,
Vielleicht kam es falsch an, was ich sagen wollte. Ich wollte nicht sagen, dass Gründerszene zu den geilsten Hechten im Web gehört, sondern anhand meiner Erfahrungen belegen - und die stammen einfach von Gründerszene -, dass es nicht so schlecht um die deutsche Bloglandschaft bestellt ist.
Dass TC Europe kein Kaufargument ist, weiß ich auch, aber meine Message war, dass es mit guten Inhalten möglich ist, Reichweite und Umsatz zu machen.
Und es gibt kein Internetballungszentrum in Deutschland?! Wir können ja mal einen Spendenaufruf für ein Ticket nach Berlin (Mitte) starten, dann kannst Du Dich vom Gegenteil überzeugen.
Und ja, bei Punkt 5 bin ich schon seit längerem beleidigt und hab mir mal erlaubt, zu pöbeln :-). Loben muss man Dich/euch hingegen dafür, dass ihr mit dem Post zum Kommentieren angeregt habt.
30.09.10 13:42
Franz Glatz Web-Site
Versuchen wir doch nicht wieder etwas zu doppeln, copycats gibt´s schon zu viele schlechte hier in Deutschland.
Solche Getriebene wie Michael gibt es hier auch, nur anders. Aber Vorschlag: am 12. Oktober 2010 ist Mike Butcher in München bit.ly/bd3UQy
Lasst uns dort weiterdiskutieren!
29.09.10 21:31
Alexander Becker Web-Site
Lieber Joel,
es freut mich zu lesen, dass ihr „schon jetzt auf dieselbe Anzahl an Visits wie TC Europe“ kommt. Warum beweißt das aber, dass die Zielgruppe in Deutschland zu klein ist? AOL hat bestimmt nicht für kleine Europa-Dependance so viel gezahlt.
Zu zwei: Wind hin oder her: Frag doch mal bitte von mir Deinen GF wie hoch sind die Werbeeinnahmen sind und ob sich davon der Aperrat einer Vollredaktion bezahlen lässt?
Zu drei: Es gibt kaum einen angenehmeren und professionelleren Web-Worker als Herrn Lobo. Er ist nur überhaupt nicht der Type von Chefredakteur, der langfristig ein solches Projekt auf die Beine stellen kann. Allerdings irre ich mich in diesen Punkt gerne.
Zu vier: Natürlich gibt es Ballungszentren. Aber nicht DAS Ballungszentrum.
Zu fünf: Das klingt arg beleidigt.
Grundsätzlich: Wenn sich Gründerszene zu einem deutschen TechCrunch entwickelt, dann freue ich mich riesig. Allerdings haben Projekte, die so eng mit einer Investmentfirma verwoben sind wie Gründerszene ja immer das Imageproblem, dass sie oftmals als Corporate Publishing-Angebot wahrgenommen werden. Ich habe größten Respekt vor Deinem/Eurem Job. Wenn Eure Leistungsdaten jetzt schon mit TechCruch mithalten können, dann fühle Dich frei sie hier zu verraten - sonst natürlich auch.
Gruß
Alexander Becker
29.09.10 19:25
Joel Kaczmarek Web-Site
Ich kann keinen dieser Punkte teilen. Wir (Gründerszene) bringen es etwa schon jetzt auf dieselbe Anzahl an Visits wie TC Europe, womit Punkt 1 wohl schon mal entkräftet ist.
Was Punkt 2 angeht, könnt ihr gerne mal mit unserem GF sprechen, der macht auch gut Wind, es geht also, wenn man kritische, unabhängige Inhalte bietet.
Punkt 3 halte ich für Geschmackssache und einen Lobo finde ich zum Beispiel auch schon ganz gut kontrovers.
Punkt 4 offenbart, dass ihr die deutsche Webszene überhaupt nicht kennt. Es gibt klare Ballungszentren, allen voran Berlin.
Punkt 5 halte ich auch für unreflektiertes Gemosere. Aber da Meedia ja selbst zum Beispiel einfach Videos von anderen ohne Verlinkung aggregiert, anstatt selbst welche zu entwickeln, seid ihr vielleicht von euch ausgegangen.
29.09.10 14:35
Jan Gallas
das problem offenbart doch auch schon der artikel selbst... das "deutsche techcrunch". dieses denken in schubladen ist einfach zu deutsch. meedia sucht das "deutsche techcrunch", dieter bohlen den "deutschen robbie williams" oder die "deutsche lady gaga". mit dieser art des denkens kann und wird nie was originäres oder originelles rauskommen.
29.09.10 11:41
Florian Treiß Web-Site
Wer weiß, vielleicht nimmt AOL den Träumen von einem deutschen Techcrunch ja nun Wind aus den Segeln, in dem es einfach die wichtigsten Artikel auf Deutsch übersetzt und noch um ein paar Deutschland-bezogene Text ergänzt. Siehe das AOL-Blog Engadget.
29.09.10 11:39
Marc Frey Web-Site
Zutreffende Analyse. Vor allem die Marktbesonderheiten hier in Deutschland und eine sehr dezentrale Gründerszene sind nicht nur beim Versuch, ein deutsches TechCrunch zu launchen unsere Schwäche. Es gibt auch in der Tat zu wenig - im positiven Sinne - "Getriebene" wie diesen Arrington... Es liegt also nicht am grundsätzlichen Modell, was ja auch positive weitere Beispiele wie die Huffington Post belegen.

Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
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04.10.10 16:14
Sebastian W
Es liegt doch sicherlich nicht an der zentralen oder dezentralen Struktur der deutschen Webszene, sondern eher daran, dass eben die Innovation von "Webplatformen" (leider) nicht in D geschieht.